Viele Gäste, positive Bilanz, Zukunftsbeschluss und prominenter Redner bei der Jahresversammlung der Raiffeisenbank Leoben-Bruck.
Die Raiffeisenbank Leoben-Bruck hielt ihre diesjährige Generalversammlung in Leoben ab. Obmann Herbert Scherübel konnte rund 300 Mitglieder und Gäste im Live Congress begrüßen. Das Sparen habe wieder Saison, hielten die Direktoren Matthias Zitzenbacher und Martin Kipperer im Rückblick auf das Jahr 2025 fest. Das Geschäftsvolumen der Bank ist um rund 4,5 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro angestiegen. Die Bilanzsumme wuchs im Jahresvergleich von rund 897 Millionen auf knapp 924 Millionen Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 14,8 Millionen Euro. Nach Zuführung zu den Rücklagen und Abzug der Steuern bleiben knapp 850.000 Euro Gewinn. Sie fließen, von der Versammlung einstimmig so beschlossen, in den Reservefonds. Zitzenbacher und Kipperer unterstrichen die mit 28 Prozent hohe Eigenmittelquote der Bank sowie ihre Rolle als Sponsor von rund 200 Vereinen in der Region.
Fusion angepeilt
Zu Gast waren unter anderen die Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen-Landesbank Ariane Pfleger, der stellvertretende Landesverbandsdirektor Wolfgang Potocnik, Landwirtschaftskammerpräsident Andreas Steinegger, die Bezirksobleute Astrid Baumann (Wirtschaftskammer) und Richard Judmaier (Landwirtschaftskammer) sowie die Bürgermeister Kurt Wallner (Leoben), Mario Abl (Trofaiach) und Wolfgang Gomar (St. Peter-Frst.). Bei der turnusgemäßen Neuwahl wurde der Aufsichtsrat mit den Mitgliedern Walter Leitner, Rudolf Koschnik, Wolfgang Hintsteiner, Carina Thaler und Hubert Zinner bestätigt, der Vorsitz bleibt bei Walter Leitner. Einstimmig beschlossen wurde die Aufnahme von Fusionsgesprächen mit den Raiba-Nachbarbanken Turnau-St. Lorenzen und Mariazellerland (siehe hier).

Budgetanalyse
Gastredner war der Präsident des Österreichischen Fiskalrates Christoph Badelt. „Ich weiß nicht, ob mein Thema so gut ist für den Optimismus, der hier heute gezeigt wurde“, sagte er einleitend zu seinem Referat über die Zukunft der Staatsfinanzen. Die Prognosen des Fiskalrates über die Entwicklung des Defizits weichen von den Plänen der Bundesregierung ab. Das liege aber in der Natur der Sache, so Badelt sinngemäß, und wörtlich: „Der Finanzminister plant, setzt ein Ziel, wo er hinkommen möchte, wir sagen ganz absichtslos voraus.“ Unterm Strich sieht der Fiskalrat in seiner jüngsten Prognose einen Konsolidierungsbedarf von rund 5,7 Milliarden Euro in den nächsten zwei Jahren, um das Defizit unter die Dreiprozentgrenze zu bringen. „Wir würden uns eh freuen, wenn wir uns irren“, so Badelt, „aber jedenfalls hat der Staatshaushalt Strukturprobleme, die wir beseitigen müssen.“ Als Engpassfaktor für die Entwicklung des Standorts Österreich nannte er die Verfügbarkeit von Arbeitskraft. Aus- und Weiterbildung seien daher von großer Bedeutung, speziell im migrantischen Milieu.






