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Startseite » Montanuni Leoben arbeitet die NS-Zeit auf
Lokales

Montanuni Leoben arbeitet die NS-Zeit auf

Karl Doppelhofervon Karl Doppelhofer3. Juli 20262 Minuten Lesezeit
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Ein Mann und eine Frau an einem Stehtisch
Der Rektor der Montanuniversität Peter Moser und die Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung Barbara Stelzl-Marx. Foto: KD
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Die Jahre 1938 bis 1945 an der Montanuni werden wissenschaftlich untersucht. In einem Jahr sollen die Ergebnisse publiziert werden.

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 waren auch die Hochschulen in die ideologischen und (kriegs-)wirtschaftlichen Strukturen des NS-Staates mit eingebunden. Was das konkret an der Montanuniversität Leoben bedeutete und für die Menschen, die an ihr lehrten, forschten und studierten, wird auf Initiative des Rektorats in einem einjährigen Forschungsprojekt erhoben. 

Besondere Rolle

„Die Jahre 1938 bis 1945 sind ein belastetes Kapitel unserer Universitätsgeschichte, das wir nicht ausblenden, sondern wissenschaftlich fundiert, unabhängig und transparent aufarbeiten wollen“, sagte Rektor Peter Moser bei einem Medientermin anlässlich des Starts der Untersuchung. „Weil Technik, Rohstoffe und Industrie in der Zeit des Nationalsozialismus eine besondere Rolle spielten, ist diese Auseinandersetzung für eine montanistische Universität von großer Bedeutung“, so Moser, „dieses Projekt soll dazu beitragen, Geschichte sichtbar zu machen, Verantwortung zu übernehmen und eine reflektierte Erinnerungskultur weiterzuentwickeln.“

Kooperation

Forschungspartner ist das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung der Universität Graz unter der Leitung von Barbara Stelzl-Marx. Fachlich begleitet wird das Projekt zudem von einem wissenschaftlichen Beirat. Die Untersuchung stützt sich auf Recherchen in universitären und externen Archiven, auf die Auswertung von Primärquellen und Forschungsliteratur sowie auf Erinnerungsberichte und, sofern noch verfügbar, Zeitzeugenberichte. Im Fokus stehen nicht nur die Institution und ihre Ausrichtung, sondern auch die Menschen, die an der Hochschule tätig waren.  Untersucht werden Formen von Beteiligung, Anpassung, Karrieren, Verantwortung und mögliche Täterschaft. „Ein persönliches Anliegen ist es mir, Opfer sichtbar zu machen“, sagte Rektor Moser, „und Verantwortung beginnt mit Wissen.“

Öffentlicher Bericht

Stelzl-Marx und ihr Forschungsteam haben sich gemeinsam mit der Montanuni ein Jahr Zeit für die ergebnisoffene Aufarbeitung gegeben, dann wird ein Bericht vorgelegt. „Dieser wird auf jeden Fall öffentlich zugänglich sein“, sagte Stelzl-Marx. An der Präsentation des Projektauftakts hat das gesamte Leobener Rektorat teilgenommen, neben Peter Moser also auch seine Vizes Christina Holweg, Manuela Raith, Helmut Antrekowitsch und Thomas Prohaska.

Leoben Montanuniversität Peter Moser
Karl Doppelhofer
Karl Doppelhofer

Aufgewachsen in Langenwang im Mürztal, jetzt in Bruck an der Mur daheim. Hat sich 1997 als Quereinsteiger in den Journalismus verirrt und nimmer rausgefunden. Redaktionsleiter der Rundschau seit deren Gründung im Jahr 2012.

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