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Startseite » Understatement pur
Motor

Understatement pur

Michael Wasshubervon Michael Wasshuber11. April 20264 Minuten Lesezeit
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Ein silbergraues Coupé fährt auf einer Landstraße
Design mit modernen Zutaten, klassischer Inspiration und feinem Schwung. Die Coupélinie des CLA fließt 4,72 Meter weit. Foto: PA
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Der Mercedes CLA EQ 200 beeindruckt vor allem dadurch, dass er nicht beeindrucken will.

Coupés nehmen schon seit jeher einen besonderen Status ein. Nicht unbedingt vernünftig, selten praktisch im klassischen Sinn, aber oft genau das Auto, das man gerne fährt. Mit dieser Erwartung starteten wir auch in den Test des neuen Mercedes CLA EQ 200. Dabei standen ein paar längere Strecken und ein bisschen Stadtverkehr auf dem Programm, also automobiler Alltag. 

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Feine Linien

Schon bei der ersten Begegnung beim Abholen im Autohaus Rosegger in Mürzzuschlag-Hönigsberg fällt auf: Der CLA bleibt sich treu. Die Optik präsentiert sich flach, gestreckt und mit klarer, coupéhafter Linie. Trotz seiner Länge von 4,72 Metern wirkt das Fahrzeug alles andere als wuchtig. Es steht satt da, ohne protzig zu wirken. Kein Auto, das sich aufdrängt, aber eines, das man gern ein zweites Mal anschaut.

Schönes Wohnen versteht sich mit dem Stern irgendwie von selbst. Foto: PA

Leistung ohne Anlauf

Beim Einsteigen findet man das vor, was man von Mercedes erwartet. Alles ist aufgeräumt, hochwertig und modern. Dann kommt der Moment, der bei Elektroautos immer noch ein bisschen ungewohnt ist: Start drücken und… nichts. Keine Vibration, kein Geräusch, nur Bereitschaft. Und genau so fährt er auch los – ruhig, souverän und unaufgeregt. Der Elektromotor an der Hinterachse liefert rund 224 PS und ein Drehmoment von 320 Nm. Das sind Zahlen, die auf dem Papier nicht spektakulär wirken, im Alltag aber völlig ausreichend, weil die Kraft sofort da ist. Kein Hochdrehen und kein Warten, einfach draufsteigen und losfahren. 

Ein Gleiter

Die Beschleunigung von null auf 100 km/h in rund sieben Sekunden fühlt sich noch lebendiger an, als es die nackte Zahl vermuten ließe. Gerade im Stadtverkehr oder beim Einfädeln auf die Bundesstraße merkt man schnell: Da ist genug Reserve vorhanden. Was besonders auffällt, ist die Gelassenheit dieses Autos. Der CLA will nicht nervös machen, er drängt nicht, er fährt einfach. Auf der Landstraße liegt der Mercedes ruhig und zieht sauber durch die Kurven, ohne sportlich hart zu wirken. Auf der Autobahn verschont er selbst bei höherem Tempo vor Roll- und Windgeräuschen.

Die Sitze sind über jede Meckerei erhaben. Rote Gurte kann man, muss man aber nicht. Sie kommen optional mit dem Ausstattungspaket AMG Line Plus. Foto: PA

Weite reicht

Natürlich gehört bei einem Elektroauto die Reichweite zu den wichtigsten Fragen. Die kleinere Batterie mit 58 kWh netto reicht laut Werk für bis zu 540 Kilometer. In der Praxis waren es bei uns bei eher kühlen Temperaturen und gemischtem Einsatz 350 bis 400 Kilometer. Der Verbrauch lag dabei meist zwischen 16 und 19 kWh pro 100 Kilometer. Kein Spitzenwert, aber sehr alltagstauglich. Geladen wird mit bis zu 200 kW, das bedeutet rund 25 Minuten von zehn auf 80 Prozent.  

Überraschend geräumig

Innen zeigt sich der CLA so, wie man es erwartet: digital, modern und ein wenig futuristisch. Die großen Displays reagieren schnell, die Navigation denkt mit und plant Ladestopps sinnvoll ein, was gerade auf längeren Strecken ein echter Vorteil ist. Weniger überzeugend sind die Touchflächen am Lenkrad. Da fehlt einfach das Gefühl, das man von klassischen Tasten kennt. Man ertappt sich dabei, kurz hinzuschauen, und das sollte eigentlich nicht nötig sein. Überrascht hat uns dafür das Platzangebot. Denn von außen wirkt der CLA nicht unbedingt geräumig, innen relativiert sich das aber schnell. Auch im Fond finden Erwachsene ausreichend Platz, und der Kofferraum mit einem Volumen von 405 Litern sowie ein 101 Liter fassendes Abteil unter der vorderen Haube reichen für den Alltag völlig aus.

Der „MBUX-Superscreen“ beschert Beifahrer-Infotainment wie noch nie. Foto: PA

Die Rechnung

Preislich startet der CLA EQ 200 bei rund 45.000 Euro, je nach Gusto und Börserl lässt er sich von da aus hochkonfigurieren, bis vorne längst ein Sechser steht. Schon der Einstieg ist nicht günstig, aber im Gesamtpaket nachvollziehbar. Man bekommt moderne Technik und hohe Effizienz. Und der vielleicht wichtigste Punkt: Der Merdeces will nicht beeindrucken, er will passen. Nach ein paar Tagen steigt man aus und merkt, wie schnell man sich an das ruhige Gleiten und die unaufgeregte Art gewöhnt hat.

Mercedes CLA EQ 200
Preis:ab Euro 44.955,-
Verbrauch:12,3 kWh (Werksangabe)
Leistung:165 KW / 224 PS
Max. Geschw.:210 km/h
Abmessungen:4723 / 1885 / 1468 mm
Gewicht:2045 kg
In drei Worten:Qualität ohne Protz

alle Fotos: PA

Autohaus Rosegger Gesehen und gefahren Mercedes Benz
Michael Wasshuber
Michael Wasshuber

Seit rund 25 Jahren im Medienbereich zuhause – weil Information, Kommunikation und regionale Verbundenheit bei ihm zusammengehören. Aus der Werbeberatung kommend leitet er heute die Obersteirische Rundschau. Seine Wurzeln im Automobilhandel prägen ihn bis heute: Technik und Mobilität sind seine Welt, in die jede Ausgabe mit seinen Auto-Fahrberichten Einblick gibt. Aufgewachsen am Fuße des Hochschwabs, liegt dort mit Familie und Hund Emma sein Rückhalt. Sportlich gern in Bewegung – ob mit Tennisschläger oder auf den Schiern.

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