Obwohl der Name des neuen Toyota Urban Cruiser auf ein reines Stadtauto hindeutet, kann das vollelektrische SUV doch viel mehr.
Toyota will sein Angebot an Elektroautos in den kommenden Jahren massiv ausbauen, einer der ersten in dieser Reihe ist der Urban Cruiser. Wem der Name bekannt vorkommt, der hat recht, denn von 2009 bis 2014 hatte Toyota ein Modell mit derselben Bezeichnung im Programm. Es war ein SUV in Form eines wendigen Stadtautos und damals natürlich noch ein reiner Verbrenner, während die Neuauflage ausschließlich als lupenreiner Stromer zu haben ist.
Front- oder Allradantrieb
Der neue Urban Cruiser ist ein SUV, das gemeinsam mit Suzuki auf der Basis des baugleichen eVitara entwickelt wurde. Zur Wahl stehen zwei vorderradgetriebene Varianten mit 144 PS und einer 49-kWh-Batterie bzw. 174 PS samt 61-kWh-Akku. Dazu gibt es noch die von uns gefahrene Allradvariante mit 184 PS und einer 61-kWh-Batterie, die vom Autohaus Scheikl in Kindberg-Mürzhofen zur Verfügung gestellt wurde.

Bulliger Auftritt
Beim Erstkontakt mit dem Toyota fällt auf Anhieb das selbstbewusste Design auf. Die bullige Frontpartie und die markante Schutzbeplankung aus schwarzem Kunststoff wirken kraftvoll und robust. Schon bei der ersten Testfahrt machte auch der Antrieb einen sehr guten Eindruck. Der Elektromotor lässt sich bei Druck auf das rechte Pedal sehr feinfühlig steuern. Alles wirkt lebhaft und ziemlich souverän – und natürlich richtig schöne leise. Mit einem Drehmoment von 307 Nm beschleunigt der Urban Cruiser in 7,4 Sekunden auf Tempo 100, Schluss ist bei 150km/h.
Flotte Gangart
In der Stadt präsentiert sich der Toyota agil und wendig. Laut Hersteller soll er auf eine Reichweite von 426 Kilometern kommen und im Idealfall nicht mehr als 15 kWh pro 100 Kilometer benötigen. Diesen Wert konnten wir bei unserem Test nicht ganz erreichen, wir kamen durchschnittlich auf rund 18 kWh. Das heißt, dass man in der Praxis bei humaner Fahrweise gut 380 Kilometer schaffen sollte. Auf der Autobahn stören die Windgeräusche ein wenig. Dafür erlaubt das ausgewogene Fahrwerk dank der Drive-Mode-Taste eine durchaus sportliche Gangart, wie sich in schneller gefahrenen Kurven auf der Landstraße zeigt. Und auch bei einem Ausflug ins Gelände erweist sich das kleine SUV als zuverlässiger Partner.

Beim Laden gemächlich
Etwas enttäuschend hingegen ist die Ladeleistung, denn am Schnelllader schafft der Toyota mit dem großen Akku maximal 67 kW, beim kleinen sind es gar nur 53 kW. Will man die Batterie von zehn auf 80 Prozent bringen, braucht es dafür rund 45 Minuten. Auf längeren Strecken, die ein Nachladen erfordern, sollte man also etwas Geduld mitbringen. An der 11-kW-Wallbox dauert ein Ladevorgang rund fünf Stunden – so weit, so üblich.
Gelungenes Innenleben
Im Innenraum gefällt der Urban Cruiser mit klarem und funktionalem Design. Neben einem Mix aus klassischen Schaltern und Touchbedienung bietet das Infotainmentsystem alles, was man braucht. Die Sitze sind komfortabel und uneingeschränkt langstreckentauglich. Besonders praktisch ist außerdem die um 16 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbare Rückbank, die entweder mehr Beinfreiheit für die Passagiere bietet oder eben mehr Kofferraum.

Allrounder
Obwohl sein Name andeutet, dass der Urban Cruiser ein reines Stadtauto ist, kann er eindeutig viel mehr. Dank seiner guten Reichweite, des guten Platzangebots und der überzeugenden Fahrleistungen hat er durchaus das Zeug zum Erstwagen. Die Basisversion beginnt preislich bei 35.990 Euro, die Topversion „Lounge“ mit Allradantrieb kommt auf 43.990 Euro.
| Toyota Urban Cruiser | |
|---|---|
| Preis: | ab Euro 40.990,- |
| Verbrauch: | 16,6 kWh (Werksangabe) |
| Leistung: | 135 kW / 184 PS |
| Max. Geschw.: | 150 km/h |
| Abmessungen: | 4285 / 1800 / 1635 mm |
| Gewicht: | 1872 kg |
| In drei Worten: | Robust, wendig, leise |
alle Fotos: MaW





