Der Mazda CX-6e ist ein Kandidat auf den Titel Schönheitskönig unter den SUVs. Auch an Komfort und Technik bringt der elektrische Japaner viel Bemerkenswertes mit.
Mazda und Elektroantrieb – das war bisher eher ein vorsichtiges Herantasten. Doch damit ist jetzt offensichtlich endgültig Schluss, denn nach der Limousine Mazda 6e schicken die Japaner mit dem neuen CX-6e ein ausgewachsenes Elektro-SUV auf die Straße. Und das zeigt bereits beim ersten Kennenlernen: Langweilig schaut anders aus.
Gute Figur
Schon optisch macht der Neue nämlich ordentlich etwas her. Mit 4,85 Metern Länge ist der CX-6e alles andere als ein Zwerg, wirkt dank flacher Silhouette, kurzer Überhänge und der typisch geschwungenen Mazda-Linien aber erstaunlich elegant, rundherum präsentiert er sich fesch und schnittig. Besonders gelungen ist die Front: Kein riesiger Plastikgrill, der verzweifelt so tut, als müsste dahinter ein Verbrenner Luft holen, sondern eine klare, moderne Interpretation des bekannten Mazda-Gesichts. Dazu kommen bündige Türgriffe und auf Wunsch 21-Zoll-Räder.

Vernünftige Kraft
Eine 78-kWh-LFP-Batterie versorgt den Elektromotor an der Hinterachse. Der liefert 258 PS und 290 Nm Drehmoment. Von null auf 100 geht es für den gut zwei Tonnen schweren Wagen in 7,9 Sekunden, bei 185 km/h wird abgeregelt. Das sieht auf dem Papier nicht nach einem Tesla-Schreck aus, passt auf der Straße aber hervorragend zum Charakter des Mazda. Denn der CX-6e verzichtet darauf, bei jedem Ampelstart die Halswirbel seiner Insassen austesten zu wollen. Die Kraft kommt zwar spontan, aber angenehm dosierbar. Die Lenkung arbeitet präzise, das Fahrwerk bleibt komfortabel und trotzdem verbindlich. Hier merkt man, dass Mazda die Abstimmung für europäische Straßen noch einmal ordentlich nachgeschärft hat. Drei Fahrmodi stehen zur Verfügung, wobei „Normal“ für den Alltag eigentlich alles erledigt.

Breites Bild
Innen erwartet den Fahrer der große Aha-Moment, wobei das „groß“ durchaus wörtlich zu nehmen ist. Ein 26 Zoll breiter Touchscreen zieht sich quer über das Armaturenbrett, dazu kommen ein ausgedehntes Head-up-Display, Sprach- und Gestensteuerung sowie jede Menge digitale Helferlein. Klassische Knöpfe sind im Mazda Mangelware, Technikmuffel brauchen deshalb vielleicht ein paar Kilometer Eingewöhnung, danach geht die Bedienung aber erstaunlich flott von der Hand. Und wo es die Limousine e6 gar weit mit der Automatisierung getrieben hat, kommt uns der CX-6e insofern versöhnlich entgegen, als wir in ihm wieder einen klassichen Scheibenwischerhebel finden.

Viel Raum
Beim Platzangebot spielt der große Radstand von 2,90 Metern seine Vorteile aus. Vorne wie hinten gibt es reichlich Bewegungsfreiheit, der Kofferraum fasst 468 Liter und wächst bei umgelegten Rücksitzen auf 1434 Liter. Und weil vorne kein Motor mehr im Weg ist, gibt es unter der Haube noch einen 83 Liter großen Frunk – perfekt fürs Ladekabel oder alles, was man lieber nicht zwischen die Wochenendeinkäufe legt.

Genügend Ausdauer
Mazda gibt für den CX-6e in der Takumi-Version mit 19-Zoll-Rädern eine Reichweite von bis zu 484 Kilometern an, beim Takumi Plus mit 21-Zöllern, den wir im Autohaus Krautinger in Pernegg zum Test ausgefasst haben, sind es 468 Kilometer. Der kombinierte Normverbrauch liegt je nach Variante bei 18,9 bis 19,4 kWh auf 100 Kilometer. Kein neuer Rekord, aber doch recht ordentlich. Fast noch wichtiger ist, wie schnell der Strom wieder hineinkommt. Mit bis zu 195 kW DC-Ladeleistung geht es unter Idealbedingungen in rund 24 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Dank dreiphasigem 11-kW-Lader gibt’s an der heimischen Wallbox ebenfalls vernünftige Ladezeiten. Außerdem ist eine Wärmepumpe serienmäßig mit an Bord.

Solides Paket
Preislich startet der neue CX-6e in Österreich bei 46.990 Euro. Zur Wahl stehen die beiden umfangreich ausgestatteten Varianten Takumi und Takumi Plus. Damit ist der Mazda zwar kein Schnäppchen, angesichts von 258 PS, umfangreicher Serienausstattung und den gebotenen Platzverhältnissen aber durchaus interessant. Am Ende überrascht vor allem, wie selbstverständlich der CX-6e seinen Job erledigt. Er versucht nicht, mit aberwitzigen Beschleunigungswerten zu beeindrucken, stattdessen ist er komfortabel, geräumig, leise und fährt sich trotz seiner Größe angenehm handlich. Dazu kommt sein Design, das aus der mittlerweile ziemlich großen Elektro-SUV-Masse tatsächlich heraussticht.
| Mazda CX-6e | |
|---|---|
| Preis: | ab Euro 46.990,- |
| Verbrauch: | 18,9 kWh (Werksangabe) |
| Leistung: | 190m kW / 258 PS |
| Max. Geschw.: | 185 km/h |
| Abmessungen: | 4850 / 1948 / 1620 mm |
| Gewicht: | 2130 kg |
| In drei Worten: | Komfortabel, geräumig, elegant |
alle Fotos: MaW





