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Startseite » „Wir sind besser, als wir jahrelang geglaubt haben“
Lokales

„Wir sind besser, als wir jahrelang geglaubt haben“

Philip Aschenbrennervon Philip Aschenbrenner2. Juli 20264 Minuten Lesezeit
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Ein Mann mit Brille sitzt an einem Besprechungstisch in einem Büro und lächelt in die Kamera. Auf dem Tisch liegen ein Laptop, Bücher und eine Kaffeetasse, im Hintergrund sind Pflanzen, Bilder und eine Glastür zu sehen.
Matthäus Bachernegg beim Gespräch mit der Rundschau. Foto: PA
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Der Kapfenberger Bürgermeister Matthäus Bachernegg im Gespräch über das Image der Stadt, die Innenstadt-Entwicklung, Baustellen und die ersten zwei Jahre im Amt.

Obersteirische Rundschau: Nach zwei Jahren im Amt, wie fällt Ihr persönliches Resümee aus?
Matthäus Bachernegg: Es ist der beste Job der Welt. Natürlich gibt es immer wieder fordernde Situationen, aber die positiven Erlebnisse und Rückmeldungen überwiegen deutlich. Wenn man sieht, dass Projekte gelingen und die Bevölkerung davon profitiert, gibt das viel Motivation.

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Rundschau: Sie waren vor allem in der Anfangszeit bei sehr vielen Terminen, ist das heute noch genauso?Bachernegg: Absolut. Es sind weiterhin rund 2000 Termine pro Jahr, das sind durchschnittlich sieben pro Tag. Der direkte Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern ist für mich unverzichtbar, weil man dadurch erfährt, was gut funktioniert und wo es Verbesserungsbedarf gibt.

Rundschau: Haben Sie Lieblingstermine?
Bachernegg: Besonders schön sind Geburtstags- und Jubiläumsbesuche. Gerade von der älteren Generation kommt da oft sehr viel Emotion und Dankbarkeit zurück. Wenn man mit den Leuten spricht und sie erzählen, wie es früher war und wie sie die Entwicklung von Kapfenberg sehen, dann sind das meist sehr emotionale und schöne Begegnungen.

Rundschau: Gibt es auch nicht so positive Termine?
Bachernegg: Natürlich gibt es schwierige Termine, aber das ist eben mein Job. In einer Stadt wie Kapfenberg kann man nicht jedes Problem kennen. Wenn jemand beim Bürgermeistersprechtag kommt und Kritik äußert, dann ist das etwas Positives. Dann können wir uns das anschauen und überlegen, ob wir etwas verbessern können. Du kannst nicht alles lösen, aber du kannst so viel wie möglich lösen.

Rundschau: Worauf blicken Sie in den vergangenen zwei Jahren besonders stolz zurück?
Bachernegg: Ich glaube, wir haben einen großen Imagewechsel geschafft – weg von der grauen Industriestadt hin zur modernen Hightech-Stadt und lebensfrohen Stadt. Wir sind viel besser, als wir selbst jahrelang geglaubt haben.

Rundschau: Wo sind derzeit die größten Herausforderungen?
Bachernegg: Aktuell haben wir sehr viele Baustellen. Uns ist bewusst, dass das für die Bevölkerung belastend ist. Sie hängen mit dem Fernwärmeausbau, Straßenprojekten und vielen anderen Investitionen zusammen. Innovationen bleiben, die Baustellen vergehen irgendwann.

Rundschau: Die Stadtwärme zählt zu den größten Projekten, welche Bedeutung hat sie für Kapfenberg?
Bachernegg: Sie bringt uns ein großes Stück Energieunabhängigkeit. Nach Abschluss des Projekts werden rund 80 Prozent der Haushalte angeschlossen werden können. Gerade die Entwicklungen auf den Energiemärkten zeigen, wie wichtig regionale und unabhängige Lösungen sind.

Rundschau: Ein weiteres Großprojekt ist die Zusammenlegung der B116 und L138, wie sieht der Baufortschnitt aus?
Bachernegg: Es läuft extrem gut, aktuell sind wir vor dem Zeitplan. Mit Ende des Jahres wird die Haupt-Verkehrsroutefertiggestellt. Langfristig profitieren wir davon auch wirtschaftlich, weil die Instandhaltungskosten sinken werden.

Rundschau: Die Belebung der Innenstadt ist ein Schwerpunkt Ihrer Arbeit. Welche Entwicklung sehen Sie aktuell?
Bachernegg: In der Innenstadt rund um den Hauptplatz setzen wir verstärkt auf Gastronomie, Dienstleistungen und medizinische Angebote. Der Handel ist vor allem auf dem Europaplatz zu finden. Stolz sind wir, dass in den vergangenen neun Monaten insgesamt acht neue Gastronomiebetriebe im Zentrum eröffnet haben. Zudem gibt es seit wenigen Wochen einen neuen Friseursalon auf dem Hauptplatz.

Rundschau: Warum gelingt diese Entwicklung gerade jetzt?
Bachernegg: Einerseits haben wir attraktive Förderungen geschaffen. Andererseits hat sich mit der Fachhochschule und dem Imagewandel eine neue Dynamik gebildet.

Rundschau: Was macht Kapfenberg besonders lebenswert?
Bachernegg: Wir haben ziemlich alles, was es in einer Großstadt auch gibt mit Blick auf Sport, Kultur und Gastronomie, gleichzeitig ist man in wenigen Minuten im Grünen. Kapfenberg ist urban, aber dennoch am Land.

Rundschau: Haben Sie einen persönlichen Lieblingsplatz?
Bachernegg: Es gibt viele schöne Orte in Kapfenberg. Ich bin gerne entlang der Mürz unterwegs, auf der Burg Oberkapfenberg oder im Grünen in Pogier. Einen einzelnen Lieblingsplatz festzulegen, fällt mir schwer.

Rundschau: Geht es für Sie heuer auf Urlaub?
Bachernegg: In den ersten beiden Amtsjahren waren es insgesamt nur rund drei Wochen Urlaub. Fixe Pläne habe ich heuer noch nicht, aber es wird wohl nach Italien gehen.

Kapfenberg Matthäus Bachernegg
Philip Aschenbrenner
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Vor gut zehn Jahren eher zufällig in den Journalismus hineingestolpert – und geblieben, weil’s einfach passt. Seit 2017 bei der Rundschau daheim, mittlerweile auch Miteigentümer und schaut drauf, dass Social Media und Online rundlaufen. Schreibt über alles, was in der Region passiert, mit besonderem Herz für den Sport und die Mürztaler Heimat. Beruflich wie privat ständig unterwegs – mit Block und Kamera oder in Fußballschuhen und mit Tennisschläger im Gepäck.

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