2025 war das Jahr einer Energiewende auf den Straßen. Erstmals waren weniger als die Hälfte der neu zugelassenen Pkw pure Verbrenner.
Der Rückgang klassischer Benzin- und Dieselmotoren ohne elektrische Unterstützung hat sich über Jahre kontinuierlich abgezeichnet. Die Entwicklung verlief lange ziemlich linear, im vergangenen Jahr gab es jedoch einen regelrechten Erdrutsch in der regionalen Zulassungsstatistik. Mit 62,7 Prozent hatten die Verbrenner 2024 unter den Neuwagen mit Kennzeichen BM, LE und LN noch klar die absolute Mehrheit, 2025 sind sie auf 46,9 Prozent abgesackt.
Hybrid-Boom
Zum ersten Mal haben somit Elektroautos und Hybride die orthodoxe Benzin- und Dieselfraktion überholt. Der Löwenanteil des Umschwungs geht aufs Konto der Hybride. Vier von zehn neu zugelassenen Pkw in der Region waren mit einer Antriebskombi aus Elektro und Verbrenner ausgestattet. Der regionale Trend deckt sich übrigens weitgehend mit dem österreichischen: bundesweit liegen Hybride in etwa gleich, rein Elektrische sind etwas stärker vertreten als in der Obersteiermark.
| 2025: Neuzulassungen Pkw Kennzeichen BM, LE und LN | ||
|---|---|---|
| Gesamt | 5467 | Marktanteil |
| Benzin | 1946 | 35,6 % |
| Diesel | 617 | 11,3 % |
| Benzin-Hybrid | 1796 | 32,8 % |
| Diesel-Hybrid | 382 | 7,0 % |
| Elektro | 726 | 13,3 % |
Hohe Nachfrage
Über Hintergründe und Trends hat sich die Rundschau mit Hubert Oswald unterhalten. Er ist Verkaufsleiter im Autohaus Huber, das an den Standorten Kapfenberg, Bruck und Niklasdorf insgesamt sechs Neuwagenmarken anbietet. „Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen steigt definitiv“, so Oswald. „Für Firmenkunden ist die E-Mobilität interessant, weil die Vorsteuer abgezogen werden kann und für rein elektrische Dienstwagen auch kein Sachbezug angesetzt wird“, sagt er. „Und auch Private, die Photovoltaikanlagen zuhause haben, fragen verstärkt nach. Denn der effizienteste Sonnenstrom ist immer der, den man selbst verbraucht. Umso mehr, wenn man sich die Einspeisetarife ansieht.“

Newcomer und Routinier
Bei der Aufsteigermarke BYD – ihr Absatz in der Region hat sich im vergangenen Jahr vervierfacht – sei bis dato auch die Neugier ein wesentlicher Faktor. „Den Newcomer wollten sich zahlreiche Kunden eben einfach einmal anschauen, und bemerkenswert viele sind dann auch gleich dabei geblieben und haben gekauft.“ Und BMW habe es insofern geschickt gemacht, als alle Modelle in allen Varianten angeboten werden. „Sie haben sich sehr breit aufgestellt“, sagt Oswald.
Kilometerfrage
Limitierend sei auf dem reinen Elektromarkt noch die Reichweitenskepsis. „Derzeit ist das Thema noch in vielen Köpfen, aber auch das wird sich erledigen bzw. hat es sich großteils schon erledigt. Denn die Batterietechnik entwickelt sich und ermöglicht steigende Kapazitäten.“ Der neue BMW iX3 zum Beispiel werde mit einer Reichweite von gut 800 Kilometern auf den Markt kommen. „Und in den nächsten drei Jahren werden wir wohl bei 1000 Kilometern angekommen sein“, so Oswald.
Megawatt-Laden
Apropos 1000, parallel zur Evolution der Batterien mache auch das Laden große Fortschritte. „BYD plant die Installation von öffentlichen Ladesäulen mit 1000 Kilowatt Ladeleistung“, sagt Oswald. Laut Hersteller wird das elektrische „Volltanken“ damit eine Angelegenheit von fünf Minuten sein. „Am Anfang war es auch ein Problem, dass es nur teure Elektroautos gegeben hat. Mittlerweile hat sich das Preisniveau deutlich angeglichen“, sagt Oswald. Deshalb seien auch einst wichtige Aspekte wie Förderungen oder die Frage nach der motorbezogenen Steuer keine wesentlichen Faktoren mehr bei der Kaufentscheidung.
Der Hybrid-Höhenflug
Dass in der Zulassungsstatistik nicht die rein elektrischen, sondern die Hybrid-Antriebe am stärksten zugelegt haben, sei vollkommen nachvollziehbar, merkt Oswald an: „Sie vereinen das gewachsene Vertrauen in die Verbrennertechnik mit den Vorteilen des E-Antriebs. Und zahlreiche Plug-in-Hybride haben mittlerweile rein elektrische Reichweiten, die den Alltagsbetrieb mit kaum Spritverbrauch erlauben.“ Der pure Verbrenner, wenn auch auf dem absteigenden Ast, werde sich dennoch halten, ist Oswald überzeugt. „Jedenfalls solange es kein Verbot gibt.“
„Batterien halten“
Auf dem Gebrauchtmarkt haben E-Autos ihre Rolle freilich erst zu spielen begonnen. „Eine anfängliche Sorge ist inzwischen widerlegt“, sagt Oswald, „nämlich, dass die Batterien stark nachlassen könnten. Sie tun das tatsächlich kaum, wie alle Messungen zeigen.“ Der elektrische Gebrauchtwagenmarkt werde sich quasi organisch mit dem Gesamtmarkt mitentwickeln.
Marktdetails Elektro

| Marke | Stückzahl Elektro |
|---|---|
| Skoda | 142 |
| Volkswagen | 81 |
| Tesla | 81 |
| BYD | 64 |
| Renault | 57 |
| Volvo | 40 |
| Hyundai | 34 |
| Cupra | 33 |
| BMW | 32 |
| Kia | 26 |
| Ford | 25 |
| Audi | 18 |
| Anteil Elektro am Gesamtabsatz | |
|---|---|
| Tesla, Polestar, Smart je | 100,0 % |
| BYD | 72, 7 % |
| Leapmotor | 50,0 % |
| Renault | 35,2 % |
| Porsche | 33,3 % |
| Volvo | 27,0 % |
Marktdetails Hybrid

| Marke | Stückzahl Hybrid |
|---|---|
| BMW | 314 |
| Dacia | 267 |
| Volkswagen | 235 |
| Toyota | 129 |
| Volvo | 108 |
| Mercedes Benz | 106 |
| Suzuki | 106 |
| Mazda | 103 |
| Cupra | 101 |
| Audi | 100 |
| Ford | 80 |
| Skoda | 73 |
| Anteil Hybrid am Gesamtabsatz | |
|---|---|
| DS, Honda, Land Rover, Lexus, Suzuki je | 100,0 % |
| Jeep | 95,5 % |
| Subaru | 93,9 % |
| Mazda | 93,6 % |
| BMW | 85,8 % |
| Nissan | 80,0 % |
Marktdetails Verbrenner

| Marke | Stückzahl Verbrenner |
|---|---|
| Volkswagen | 715 |
| Skoda | 596 |
| Seat | 293 |
| Dacia | 157 |
| Audi | 104 |
| Mitsubishi | 102 |
| Kia | 98 |
| Hyundai | 78 |
| Mercedes Benz | 77 |
| Cupra | 64 |
| Renault | 54 |
| Ford | 43 |
| Anteil Verbrenner am Gesamtabsatz | |
|---|---|
| Seat | 95,8 % |
| Mitsubishi | 79,1 % |
| Skoda | 73,5 % |
| Volkswagen | 69,4 % |
| Kia | 67,6 % |
| Citroen | 65,6 % |





