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Startseite » Danke, ganz leap
Autotest

Danke, ganz leap

Michael Wasshubervon Michael Wasshuber17. Dezember 20253 Minuten Lesezeit
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Gesehen und gefahren: Der neue Leapmotor B10 im Rundschau-Autotest. Foto: KD
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Mit dem neuen B10 beweist der chinesische Hersteller Leapmotor, dass alltagstaugliche Elektromobilität nicht übertrieben teuer sein muss.

Na bumm! Der B10 des chinesischen Herstellers Leapmotor ist eine echte Kampfansage an den Mitbewerb: ein kompaktes Elektro-SUV mit einer Länge von 4,51 Metern, großem Innenraum und einem Einstiegspreis unter 30.000 Euro. Die Frage ist: Kann er die Performance, die auf dem Papier steht, auch in den Alltag übertragen? Dabei interessiert natürlich besonders die Reichweite bei winterlichen Bedingungen. 

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Zeitlos

Optisch ist der B10 dem großen Bruder C10 zwar nicht ganz aus dem Gesicht geschnitten, aber doch unverkennbar ähnlich. Noch schmalere LED-Scheinwerfer prägen die Front, während am Heck die durchgehende Lichtergrafik die Blicke auf sich zieht. Insgesamt ist das Design angenehm zeitlos. Natürlich sind einzelne Details wie die versenkten Türgriffe und der fehlende Heckscheibenwischer ein wenig nervig, aber mit solchen Eigenheiten muss man sich bei chinesischen Erzeugnissen eben abfinden. 

Ausdauernd

Der B10 ist ein Hecktriebler mit dem E-Motor direkt an der Hinterachse. Dieser leistet ausreichende 218 PS und ein Drehmoment von 240 Nm. Der 1,8-Tonner braucht acht Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Der Käufer hat die Wahl zwischen  zwei Batteriegrößen mit 56,2 oder 67,1 kWh, der Preisunterschied beträgt 2000 Euro. Wir haben im Lagerhaus St. Michael einen B10 mit dem stärkeren Akku ausgefasst, der eine Reichweite von 435 Kilometern verspricht. Dass wir auf unserer Testfahrt bei Temperaturen um den Nullpunkt dann aber tatsächlich mehr als 400 Kilometer weit kamen, hat uns angenehm überrascht. 

Solide

Im normalen Betrieb zeigt der B10 für seine Preisklasse ein überraschend hohes Level an Fahrkomfort und Sicherheit. Alle Assistenten arbeiten präzise und halten sich diskret im Hintergrund. Schlaglöcher und schlechte Straßenzustände federt der Chinese elegant weg, die Sitze sind angenehm und weich, bieten aber dennoch ausreichend Seitenhalt. Zu erwähnen ist außerdem die für chinesische Hersteller typische flache Lenkradposition. 

Übersichtlich

Insgesamt weiß der Innenraum sofort zu überzeugen. Er bietet vorne und hinten jede Menge Platz, Erwachsene sitzen auf allen Plätzen bequem, und auch die Schenkelauflage hat die richtige Größe. Das große serienmäßige Glasdach bringt viel Licht in den Innenraum, und der vollflächige Sonnenschutz verdunkelt zuverlässig. Hinter dem Lenkrad sitzt ein 8,6 Zoll großes Kombiinstrument, außerdem gibt es einen zentral verbauten 14,6 Zoll großen Touchscreen. Die Darstellung ist relativ übersichtlich, und die Bedienung funktioniert flott. Die etwas sparsam und kryptisch gekennzeichten Tasten am Lenkrad sorgen anfangs für ein wenig Verwirrung, aber auch daran gewöhnt man sich schnell. 

Niedrig kalkuliert

Unterm Strich beweist der Leapmotor B10, dass Elektromobilität nicht übertrieben teuer sein muss, um für den Alltag gerüstet zu sein. Dieser Eindruck bleibt auch nach ein paar hundert Kilometern Testbetrieb erhalten, was beweist, dass die Ingenieure und Designer vieles richtig gemacht haben. Der B10 lädt schnell, fährt komfortabel, bietet viel Platz und überzeugt mit Reichweite und Verbrauch. Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die verbessert werden könnten, aber die verschmerzt man für einen Einstiegspreis von 29.900 Euro recht schnell. Der Preis ist heiß, und was man dafür bekommt, erst recht. Unser Testwagen mit der Topausstattung „Design Pro Max“ und großem Akku kommt auf 33.400 Euro.

Leapmotor B10
Preis:ab Euro 31.990,-
Verbrauch:16,4 KWh laut WLTP (Werksangabe)
Systemleistung:160 KW / 218 PS
V-max:170 km/h
Abmessungen:4515 / 1885 / 1655 mm
Gewicht:1845 kg
In drei Worten:Gelungener chinesischer Stromer

Fotos: KD

Autohaus St. Michael Elektroauto Gesehen und gefahren Leapmotor Obersteiermark
Michael Wasshuber
Michael Wasshuber

Seit rund 25 Jahren im Medienbereich zuhause – weil Information, Kommunikation und regionale Verbundenheit bei ihm zusammengehören. Aus der Werbeberatung kommend leitet er heute die Obersteirische Rundschau. Seine Wurzeln im Automobilhandel prägen ihn bis heute: Technik und Mobilität sind seine Welt, in die jede Ausgabe mit seinen Auto-Fahrberichten Einblick gibt. Aufgewachsen am Fuße des Hochschwabs, liegt dort mit Familie und Hund Emma sein Rückhalt. Sportlich gern in Bewegung – ob mit Tennisschläger oder auf den Schiern.

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