Der Bahnausbau ändert das Spielfeld für die Regionalentwicklung in der Obersteiermark, die SPÖ möchte die Chancenauswertung steigern.
Die Regionalorganisationen Bruck-Mürzzuschlag, Leoben-Eisenerz und Murtal-Murau der SPÖ wollen einen Obersteiermark-Gipfel im Parlament in Wien einberufen. Das haben die Vorsitzenden Helga Ahrer (LE), Jörg Leichtfried (BM) und Wolfgang Moitzi (MT) bei einem Medientermin in Leoben bekanntgegeben. „Es geht darum, die Chancen für die Obersteiermark richtig zu nutzen“, sagte Helga Ahrer, dritte Präsidentin des steirischen Landtags. „Mit dem Semmeringbasistunnel und dem folgenden Ausbau der Pyhrn-Schober-Achse liegt die Region an zwei europäischen Verkehrskorridoren“, so Ahrer.
Industrie und Forschung
Dadurch würden sich Möglichkeiten auftun, die nicht verpasst werden dürften. „Es sollen nicht dieselben Fehler passieren wie bei der Koralm, die ganze Region muss profitieren“, ergänzte NAbg. Wolfgang Moitzi. Im Bund gebe es eine klare Industriestrategie, die Landesregierung müsse entsprechend nachziehen, so Moitzi. Als Faktor für die Absicherung von Industriearbeitsplätzen führte Ahrer die Forschung an der Montanuni Leoben und der FH in Kapfenberg ins Treffen. Unabdingbar sei aus ihrer Sicht aber ergänzend ein starker „Steiermark-Fonds“ für Industrie und Forschung. Aufholbedarf habe das Land bei der Kinderbetreuung, sagte Moitzi: „Die Steiermark holt viele Förderungen nicht vom Bund ab.“
Gesundheit und Sicherheit
„Ohne Gesundheit und ohne Sicherheit ist alles andere nichts“, sagte Jörg Leichtfried. Und besonders in der Obersteiermark seien diese Faktoren sehr aktuell: „Es geht um gute Primärversorgung, um Spitalsstrukturen und um gesicherte Bedingungen fürs gut etablierte Community Nursing“, sagte er. Leichtfried ist als Staatssekretär im Innenministerium für den Staatsschutz zuständig. „Von 2024 aus 2025 gab es bundesweit einen Anstieg von 42 Prozent beim islamistischen Extremismus und von 33 Prozent beim Rechtsextremismus“, sagte er, „und der Extremismus macht auch vor der Region nicht Halt.“ Die Antwort darauf könne nicht weitere Polarisierung sein, sondern eine Stärkung des Miteinanders. Ein ebenfalls akutes Thema sei die Wirtschaftsspionage, so Leichtfried. Der dadurch entstehende Schaden sei österreichweit auf rund 21 Milliarden Euro jährlich zu beziffern. „Als Industrieregion ist die Obersteiermark verhältnismäßig stark davon berührt“, sagte Leichtfried. Ein neues Spionagegesetz, das künftig auch den Bereich der Wirtschaftsspionage mit einschließt, gehe in den kommenden Wochen in Begutachtung, so der Staatssekreträr.





