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Startseite » Leoben: Start in eine neue Volksschul-Ära
Lokales

Leoben: Start in eine neue Volksschul-Ära

Rundschau Redaktionvon Rundschau Redaktion9. September 20265 Minuten Lesezeit
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Ein längliches dreigeschoßiges Gebäude mit breiten Fenstern.
Das Bildungszentrum Fröbelgasse (im Bild der Klassentrakt des Altbestands) bietet Platz für bis zu 400 Kinder. Foto: Russold
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Nach eineinhalb Jahren Bauzeit ist das Bildungszentrum Fröbelgasse in Leoben fertiggestellt. Es schafft eine Basis für moderne Pädagogik eingebettet in ikonische Architektur der 1950er.

Rund 20,3 Millionen Euro hat die Stadtgemeinde Leoben in das Bildungszentrum Fröbelgasse investiert, in dem in der kommenden Woche der Schulbetrieb in gänzlich neuer Atmosphäre startet. Nach den Bildungszentren Pestalozzi und Innenstadt ist die Fröbelgasse das dritte moderne Bildungszentrum der Stadt Leoben. Dafür wurden die Volksschulstandorte Leitendorf und Göß zusammengeführt. 

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Alt und Neu in Harmonie

Das umgebaute und erweiterte Schulhaus bietet Platz für bis zu 400 Schülerinnen und Schüler in 16 Klassen. Die Nettonutzfläche beträgt rund 5100 Quadratmeter, davon rund 4250 im Bestand und 850 im Zubau, durch den sich nunmehr ein geschlossener Innenhof ergibt, die großen Bäume dort sind erhalten geblieben. Die denkmalgeschützte Volksschule wurde ursprünglich während der Amtszeit von Bürgermeister Gottfried Heindler vom Leobener Architekten Emmerich Donau geplant und 1953/54 errichtet. Sie gilt als besonders authentisch erhaltenes Beispiel funktionalistischer Architektur der Fünfzigerjahre. Entsprechend viel wurde an Optik und Flair bewahrt, bei gleichzeitiger Adaptierung auf modernste technische und pädagogische Standards.

Eine Delegation der Stadt rund um Bürgermeister Kurt Wallner machte sich bei einem Rundgang kurz vor Fertigstellung ein Bild von der Schule. Foto: Russold

Offen, vielseitig

„Das Bildungszentrum Fröbelgasse zeigt, wie Schule heute funktionieren kann: offen, vielseitig und mit viel Raum für gemeinsames Lernen, Bewegung und Begegnung. Gleichzeitig bewahren wir die besondere Architektur dieses Hauses und führen sie behutsam in die Zukunft. Mit 20 Millionen Euro investieren wir damit nicht nur in ein Gebäude, sondern vor allem in beste Bedingungen für unsere Kinder und ihre Bildung“, sagt der Leobener Bürgermeister Kurt Wallner.

Viel Transparenz, viel Tageslicht. Blick vom Gang in eine der Klassen. Foto: Russold

Baukultur trifft Bildung

Im Inneren des Leobener Bildungszentrums Fröbelgasse blieben zahlreiche originale Elemente erhalten, die den architektonischen Charme der bisherigen Volksschule Leitendorf ausmachten. Darunter Terrazzoböden, Mosaike, Klassenzimmertüren, Holzfenster und teilweise die charakteristischen Umkleideschränke. Diese Qualitäten bildeten die Grundlage für die Sanierung und Erweiterung. Ziel war kein vollständiger Neuanfang, sondern die Weiterentwicklung des Bestands zu einem modernen Bildungszentrum.

Terrazzoböden und Mosaike im Bestandsgebäude blieben erhalten. Foto: Russold

Breite Beteiligung

Mitentscheidend für die Ausrichtung des Projekts sei die frühzeitige Beteiligung der gesamten Schulgemeinschaft gewesen, heißt es seitens der Stadtgemeinde Leoben. Die Kinder, das Team der Lehrerinnen und Lehrer, Betreuungspersonal, Schulleitung und Hauspersonal wurden frühzeitig in die Planung eingebunden. In einer Ideenwerkstatt wurden Funktionen, Nutzungen und räumliche Anforderungen gemeinsam erarbeitet. Die Ergebnisse flossen als Vorgabe in den Architekturwettbewerb ein. Der Spatenstich erfolgte im März 2025, das heißt, die bauliche Umsetzung erfolgte in weniger als eineinhalb Jahren.

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Kombinierte Nutzung

Neben der technischen Sanierung wurde die räumliche Organisation der Schule neu gedacht. Die bestehende Gangstruktur blieb erhalten, wird nun aber auch für gemeinsames Lernen, Begegnung und Betreuung genutzt. Das Konzept verbindet den dreigeschossigen Schulbau, den bestehenden Verbindungstrakt und den ursprünglichen Turnsaal mit neuen Gebäudeteilen. Ein neuer Umkleidetrakt führt zur Turnhalle, die in Holzbauweise errichtet und mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet wurde und die auch Vereinen zur Verfügung steht. Ein umlaufender Wandelgang mit integrierter Freiluftklasse verbindet die Bereiche und fasst sie zum geschützten Hof zusammen. Dazu kommen Vorplatz, Sportbereich, Parkanlage und weitere Freiflächen. Im Zentrum liegt der begrünte Pausenhof mit Platz zum Spielen, Erholen und Austoben.

Kernelement des Neubautraktes ist die Turnhalle in Holzbauweise. Foto: Russold
Innenhof mit großen alten Bäumen und dem eingeschoßigen Verbindungstrakt zwischen Bestand und neuer Turnhalle. Foto: Russold

Eigenes Verkehrskonzept

Im Sinne der Sicherheit der Kinder auf dem Weg zum neuen Bildungszentrum Fröbelgasse wurde ein umfassendes Verkehrskonzept erarbeitet. Ein zentraler Bestandteil davon ist die Schulstraße direkt vor dem Bildungszentrum. Sie bedeutet, dass dieser Straßenabschnitt zu festgelegten Zeiten weitgehend vom motorisierten Verkehr freigehalten wird. Auch die Linienbusse der Stadtwerke fahren bewusst nicht direkt in die Schulstraße ein. Damit entsteht unmittelbar vor der Schule ein besser geschützter Bereich. Kinder können die Fahrbahn zu Fuß nutzen und erhalten mehr Platz für ein sicheres Betreten und Verlassen der Schule. Für jene Fahrten, die aufgrund gesetzlicher Ausnahmen weiterhin zulässig sind, gilt Schrittgeschwindigkeit. Die Schulstraße wird an jedem Schultag dreimal täglich wirksam und orientiert sich an den wichtigsten Bring- und Abholzeiten: Morgens von 7.30 bis 8 Uhr, mittags von 11.30 bis 13 Uhr und nachmittags von 16.45 bis 17.15 Uhr. Während dieser Zeiten dürfen Eltern mit ihren Fahrzeugen nicht bis unmittelbar vor die Schule fahren. Für das sichere Ein- und Aussteigen steht in der Josef Heißl-Straße eine Elternhaltestelle zur Verfügung.

Das Areal des Bildungszentrums Fröbelgasse aus der Vogelperspektive. Vor der Schule gelten neue Sicherheitsregeln für den motorisierten Verkehr. Foto: Russold

Zahlreiche Profis am Werk

Mit der Umsetzung des Bauvorhabens Bildungszentrum Fröbelgasse waren zahlreiche steirische Firmen betraut, viele davon aus der näheren Region bzw. auch direkt aus der Stadt. Die EMC Energietechnik-Management-Consulting GmbH aus Leoben hat die Planung und die Fachbauaufsicht im Bereich Heizung-Lüftung-Sanitär-Klima samt Mess-Steuerungs-Regel- und Leittechnik durchgeführt. Mit der statisch-konstruktiven Bearbeitung sowohl am Bestand als auch am Massiv- und Holzzubau, Bestandsuntersuchungen sowie der Baustellenkoordination war die Leobener DI Michael Judmayer ZT GmbH beauftragt. Sämtliche Maler- und Beschichtungsarbeiten unter Berücksichtigung der Anforderungen des Denkmalschutzes wurden vom Leobener Malermeister Mo (Midhat Okic) ausgeführt. Die Befundung und Begleitung der Putzsanierung an der Bestandsfassade in Abstimmung mit dem Denkmalamt oblag Maler Christian Ofner aus Laßnitzhöhe. Die Stadtwerke Leoben sind im Bildungszentrum Fröbelgasse Wasser-, Wärme- und via „LE Fiber“ auch Glasfaserversorger. Die Saubermacher AG hat mit dem „clug“-Labor am Standort Trofaiach die umfassende Schad- und Störstofferkundung durchgeführt. Für den Garten- und Landschaftsbau samt Pflasterung, Bepflanzung und Möblierung wurde die Firma Kainersdorfer aus Mettersdorf engagiert. Die Laubreiter ZT GmbH aus St. Margarethen bei Knittelfeld war mit Projektsteuerung und Bauherrenvertretung befasst. Planung und Fachbauaufsicht im Bereich Elektrotechnik (Stark- & Schwachstrom) oblagen dem Ingenieurbüro Feiel GmbH aus Judenburg.

Blick aufs Bildungszentrum Fröbelgasse aus Richtung Norden. Foto: Russold
Bildungszentrum Fröbelgasse Leoben Volksschule
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