Weil Hackschnitzelheizungen Anfang der 1980er in der Wartung ein Ärgernis waren, gibt es Heizkessel „made in Waisenegg“.
„Mit wärmsten Empfehlungen“, lautet die Grußformel in seiner E-Mail-Signatur. Dass er voll und ganz für seine und seines Teams Arbeit steht, mag und kann Johannes Perhofer nicht verbergen. Er ist Eigentümer und Geschäftsführer der Birkfelder Perhofer GmbH, die sich erfolgreich als Komplettanbieter für Biomasse-Heizungen etabliert hat.
Selber, besser
Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1978 von Perhofers Vater als Gas-, Wasser- und Heizungsinstallationsbetrieb. „Beim Einbau und speziell bei der Wartung von Hackschnitzelheizungen war er immer wieder mit technischen Unzulänglichkeiten konfrontiert“, erzählt Johannes Perhofer. Und daraus erwuchs der Gedanke, selber g’scheitere Anlagen zu entwickeln. 1985 schließlich wurde die erste eigene Hackschnitzelheizung in Waisenegg produziert.
Pionier
Hackschnitzelheizungen sind seit rund zehn Jahren nicht mehr im Programm, allerdings war Perhofer unter den Pionieren in einem anderen, bis heute erfolgreichen Bereich. „1995 hatten wir einen eigenen Pelletskessel, als einer der ersten Hersteller in Österreich“, erzählt Johannes Perhofer, „Pellets waren damals noch kaum verfügbar.“ Das hat sich in den gut 30 Jahren seither grundlegend geändert, und bei der Technologie hatte der Familienbetrieb damals somit den richtigen Riecher. Heute produziert Perhofer Kessel für Pellets, für Stückholz sowie – und das sind die Bestseller – Kombikessel für beides.

Im „kleinen“ Segment
„Im Jahr 2002 hatten wir den ersten Kombikessel ausgestellt. Mittlerweile haben fast alle namhaften Hersteller auch welche im Sortiment“, sagt Perhofer. Sein Unternehmen hat sich auf Anlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser spezialisiert, das stärkste Modell bringt es auf 32 Kilowatt thermische Leistung. „Wir installieren auch größere Anlagen, wir sind ja nach wie vor auch ein ganz klassischer Gas-, Wasser-, Heizungsinstallationsbetrieb, aber die produzieren wir nicht selbst“, so Perhofer.
Bei zirka 90 Prozent der Anlagen sind wir Komplettanbieter und liefern alles aus einer Hand.
Johannes Perhofer
Die im Haus entwickelten und gebauten Heizungen werden größtenteils auch vom eigenen Team installiert. „Bei zirka 90 Prozent unserer Anlagen sind wir Komplettanbieter und liefern alles aus einer Hand. Deshalb können wir auch preislich gut mithalten, weil es keine Zwischenhandelsspanne gibt. Von der Beratung und Planung über den Einbau bis zur Inbetriebnahme kriegt der Kunde alles von uns. Und oft organisieren wir auch andere Gewerke mit, den Elektriker zum Beispiel, oder wenn für einen Lagerraum umgebaut werden muss“, schildert Johannes Perhofer.
Links, rechts, umgekehrt
Die rohen Kesselkörper werden von einer Partnerfirma geschweißt, der Zusammenbau samt Elektrik und Programmierung erfolgt im Betrieb in Waisenegg. Bei der Konfiguration der Anlagen herrscht entsprechend große Flexibilität. Beim Kombikessel kann je nach räumlicher Gegebenheit beim Kunden der Pelletsbrenner links oder rechts am Stückgutofen angebracht sein. Auch in welche Richtung sich die Türen öffnen, ist frei wählbar. Für den schonenden Transport der Pellets zum Kessel kommen entweder flexible Förderschnecken oder ein Saugsystem zum Einsatz.

Das Detail im Blick
„Dadurch, dass wir alles selber abdecken, bekommen wir auch aus allen Bereichen Feedback von den Kunden. Und manchmal sind Dinge dabei, die wir direkt in weitere Verbesserungen ummünzen können“, sagt Perhofer. Bei der Touchscreen-Steuerung beispielsweise. „Da wurden wir gefragt, wie man den Screen putzen kann, ohne dass man dabei unabsichtlich etwas verstellt. Wir haben eine Sperrfunktion eingebaut. Wenn man die drückt, ist der Bildschirm für eine Minute inaktiv und man kann drüberwischen, ohne dass irgendwas passiert.“ Innovative Lösungen sind eben oft in alltäglichen Details gefragt.
Kombi dominiert
Verkauft werden zu zirka 70 Prozent Kombikessel. „Die wenigsten wollen sich bei der Umstellung von fossilen Brennstoffen ausschließlich von Pellets abhängig machen“, sagt Perhofer. Das habe teils mit den Unwägbarkeiten auf dem Energiepreissektor zu tun, aber nicht nur: „Gerade in unserer Gegend haben viele Leute entweder selber oder in der Familie Brennholz, oder sie haben einen verlässlichen und preislich fairen Lieferanten in der Nähe, und da bietet sich die Kombi natürlich an.“
Wir setzen rund 80 Kessel im Jahr ab. Als die Förderungen zwischenzeitlich so hoch waren, sind es 120 gewesen.
Johannes Perhofer
In der Firma sind insgesamt 15 Personen beschäftigt. „Alles gute Leute“, lobt Perhofer, „und deshalb sind wir auch seit eineinhalb Jahrzehnten schon die gleiche Mannschaft.“ Und bei dieser Mannschaft blieb es auch, als großzügige kombinierte Förderungen von Bund und Land zwischenzeitlich einen Boom beim Heizungstausch auslösten. „Wir setzen für gewöhnlich rund 80 Kessel pro Jahr ab. Als die Förderungen so hoch waren, sind es auf einmal 120 gewesen. Wir haben das unter erhöhtem Aufwand mit der gleichen Belegschaft bewältigt, da haben sich alle voll reingehaut“, sagt Perhofer. „Es hat sich wieder auf ein normales Maß eingependelt, und wir können das entspannt sehen, weil wir jetzt nicht das Problem haben, dass wir auf der Personalseite reagieren müssten.“





