Im Alpenstadion sollte der 4x400m-Rekord der Frauen fallen. Die Nationalstaffel verfehlte ihn knapp, wurde aber von der falschen Startlinie losgeschickt.
Mit neuer Bestleistung in aktueller Zusammensetzung glänzte die Nationalstaffel der Damen im 4x400m-Lauf beim KSV-Sommermeeting im Kapfenberger Alpenstadion. Mit 3:33,92 Minuten blieb das Quartett Lena Pressler, Viktoria Willhuber, Susanne Gogl-Walli und Anja Dlauhy nur 1,21 Sekunden über der österreichischen Rekordmarke. Mit einer Verbesserung des Rekords wäre eventuell auch die Qualifikation für die Europameisterschaft in Birmingham möglich gewesen.
„Ganz blöder Fehler“
Zwei Tage nach dem Bewerb meldet sich Wettkampfleiter Gerald Jalitsch zerknirscht mit der Nachricht, dass sich der Rekord gewiss, die Quali vielleicht auch noch ausgegangen wäre: „Uns ist ein ganz blöder Fehler passiert“, sagt er, „die Staffel wurde von einer falschen Startlinie losgeschickt, die Damen sind um 18,5 Meter zu weit gelaufen.“ Warum das niemandem aufgefallen sei, weder Athletinnen noch Trainern noch jemandem aus dem Organisationsteam, könne er nicht sagen, so Jalitsch. „Als Wettkampfleiter nehme ich es natürlich auf meine Kappe.“
Ca. 2,5 Sekunden Abweichung
Abzüglich der Extra-Meter dürfte die tatsächliche Zeit um rund 2,5 Sekunden schneller gewesen sein als die gestoppte, da seien sich in der Leichtathletik-Community alle einig, sagt Jalitsch: „Der österreichische Rekord wäre sich damit ganz sicher ausgegangen. Ob es auch fürs EM-Limit gereicht hätte, wissen wir nicht.“ Auf einer Außenbahn zu starten, also nicht direkt auf der Start-und-Ziel-Linie der Stadionrunde, sei der ausdrückliche Wunsch der Staffel gewesen. Der größere Radius ist auf der ersten Runde prinzipiell von Vorteil.





