Seit acht Jahren reist Barbara Steger regelmäßig nach Namibia, um in einer Suppenküche für bedürftige Kinder zu arbeiten.
Barbara Steger kommt aus Pernegg, ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern und Großmutter eines Enkels. Zu ihrer Leidenschaft als Köchin beim BBRZ Kapfenberg hat die 53-Jährige auch eine Berufung in Namibia gefunden. Das erste Mal reiste sie 2018 nach Afrika, vier Jahre später entschied sie sich, als Volontärin nach Namibia zu gehen.
Zufällig in die Küche
Da sie keine Erfahrung mit Freiwilligenarbeit in Afrika hatte, wandte sie sich im ersten Jahr an eine Organisation in Deutschland. Diese unterstützte Barbara bei den bürokratischen Hürden und stellte den Kontakt zu den Verantwortlichen vor Ort her. Erst war sie in einer barackenähnlichen Unterkunft untergebracht, nach ihrer Bitte um mehr Privatsphäre durfte sie dann in eine alte Holzhütte mit undichtem Dach umziehen. Die Schule, in der sie ursprünglich aushelfen sollte, öffnete jedoch erst zwei Wochen später. Daher wurde Barbara zunächst einer Suppenküche für Kinder in Katutura, einem Vorort der Hauptstadt Windhoek, zugeteilt. Schon bei ihrer Ankunft spürte sie eine besondere Verbundenheit mit der dortigen Leiterin Monica Imanga, die diese Versorgungsstelle nach dem Tod ihrer Tochter gründete.
Reis, Nudeln und Maisbrei
Das Essen in der Suppenküche „Home of Good Hope“ besteht größtenteils aus Reis, Nudeln und Maisbrei, vor dem Essen wird gemeinsam gebetet und gesungen. Die Herzlichkeit und Lebensfreude der Kinder berührten Barbara von Anfang an. In ihr wuchs der Wunsch, noch mehr zu tun. Sie wollte das Essen nicht nur verteilen, sondern selbst für die Kinder kochen. Zusätzlich stellte sie ihr Urlaubsgeld sowie Spenden von Freunden und Familienmitgliedern zur Verfügung, um einigen Kinder den Besuch einer Grundschule und den Aufenthalt im dortigen Internat zu ermöglichen.

Fulltime-Job
Die Zeit in Namibia ist für Barbara jedes Mal ein Fulltime-Job, aber auch sehr erfüllend. Sie reist stets schweren Herzens nach Hause und gibt dabei das Versprechen, wiederzukommen, was sie bis jetzt auch immer gehalten hat. Jedes Jahr reist sie auf eigene Kosten und ohne eine Organisation im Hintergrund für mehrere Wochen dorthin. Inzwischen hat sie auch die Patenschaft für ein kleines Mädchen namens Monica übernommen. Viele ihrer Kolleginnen und Kollegen haben sich ihrem Engagement angeschlossen. „Ich muss niemandem mehr sagen, dass er eine Patenschaft übernehmen soll. Ich erzähle nur von meinen Erlebnissen, danach möchten viele, dass ich ihre Spende ebenfalls an das ,Home of Good Hope‘ übermittle“, sagt Barbara. Mittlerweile hat jedes der 22 Kinder, die Monica Imanga in ihrem Haus aufgenommen hat, einen Paten oder eine Patin.
1500 Kinder
Aktuell werden in der Suppenküche rund 1500 Kinder mit ihrer einzigen Mahlzeit des Tages versorgt. Das ,Home of Good Hope‘ ist dabei nicht nur für Barbara ein geschützter Ort. Sie bietet auch den Kindern Sicherheit, von denen manche in einem Umfeld von Gewalt und Verwahrlosung aufwachsen. „An ihrer Lebensfreude ändert das aber nichts“, sagt die Perneggerin. „Sie lachen, singen und spielen mit Steinen oder selbst gebastelten Autos aus Getränkekartons. „
Dank an Unterstützer
Für Barbara steht deshalb fest: Sie wird wiederkommen. Ihr rein privates Engagement gilt den vier Schwerpunkten Ausbildung, Gesundheit, Schutz und Sicherheit. Gleichzeitig möchte sie sich bei allen bedanken, die sie unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt ihrem Freund Freddy, der von Anfang an an ihrer Seite stand. Ebenso dankt sie allen Spendern, Kollegen und Freunden, die dazu beitragen, diesen Kindern ein schöneres Leben zu ermöglichen. Spender können unter babsisteger44@gmail.com Kontakt mit Barbara Steger aufnehmen.





