Der neue Opel Frontera versucht nicht mit Schnickschnack zu punkten, sondern präsentiert sich als das, was er ist: ein bodenständiges, verlässliches Familienauto.
Es gibt Autos, die wollen einem schon beim Einsteigen erklären, wie wichtig sie sind, mit riesigen Bildschirmen, noch größeren Felgen und Preisen, bei denen man sicherheitshalber zweimal hinschaut. Und dann gibt es den Opel Frontera. Der macht deutlich weniger Theater, will einfach nur Platz bieten, vernünftig motorisiert sein, ordentlich ausschauen und dabei halbwegs leistbar bleiben.
Bodenständig
Optisch hat der neue Frontera mit seinem Namensvetter aus vergangenen Tagen außer dem Schriftzug nicht mehr viel gemeinsam. Vorne trägt er den bekannten Opel Vizor, die kantige Karosserie steht selbstbewusst auf der Straße, und gerade in der von uns gefahrenen GS-Ausstattung macht er mit seinen schwarzen Akzenten durchaus etwas her. Er versucht gar nicht erst, einen Sportwagen auf Stelzen zu spielen, und das ist auch gut so. Ein Familien-SUV darf ruhig auch danach aussehen, was es ist. Mit knapp 4,4 Metern Länge bleibt der Frontera angenehm handlich, innen geht es trotzdem erstaunlich geräumig zu. Vorne sitzt man luftig, auch in Reihe zwei gibt es ausreichend Platz, und bei umgelegter Rückbank stehen rund 1600 Liter Stauraum zur Verfügung. Damit passt vom Großeinkauf bis zum Urlaubsgepäck so ziemlich alles hinein.

Unkompliziert
Unser Testwagen war der Frontera GS 1.2 Hybrid mit Automatik vom Autohaus Filzwieser in Krieglach. Der 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner arbeitet mit einem 48-Volt-Hybridsystem zusammen. Unterstützt wird er von einem 28 PS starken Elektromotor, der direkt ins Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe integriert ist. Unterm Strich stehen 136 PS und 230 Nm Drehmoment zur Verfügung. Klingt sehr technisch, fährt sich aber erfreulich unkompliziert. Einsteigen, Fahrstufe D rein und los geht’s. Beim Anfahren hilft der Elektromotor mit, im Stadtverkehr rollt der Opel bei passender Gelegenheit sogar kurze Strecken rein elektrisch, und beim Bremsen wird wieder Energie zurückgewonnen. Um Ladekabel und Steckdosen muss man sich keine Gedanken machen, der Frontera erledigt das alles selbst.

Komfortabel
Die 136 PS passen gut zum Charakter des Autos. Ein Ampelrennen wird man damit nicht gewinnen, muss man aber auch nicht. Der elektrische Schub hilft beim Anfahren, Überholmanöver gehen flott genug, und die Automatik erledigt ihren Job weitgehend unauffällig. Der Frontera fährt angenehm entspannt, das komfortabel abgestimmte Fahrwerk schluckt auch jene Straßen gelassen weg, die nach ein paar obersteirischen Wintern einem Fleckerlteppich gleichen. Die Lenkung ist erfreulich leichtgängig, und schon nach wenigen Kilometern hat man das Gefühl, den Opel schon lange zu kennen. Kurven kann er natürlich auch, obwohl das Kürzel „GS“ freilich nicht für „gnadenlos sportlich“ steht.

Alltagstauglich
Innen bleibt Opel ebenfalls angenehm bodenständig. In der GS-Ausstattung sorgen zwei Zehn-Zoll-Bildschirme für modernes Ambiente, die Bedienung bleibt trotzdem übersichtlich: Einsteigen und zurechtfinden, ohne vorher die Betriebsanleitung studieren zu müssen – bei heutigen Autos beinahe schon eine Sonderausstattung. Natürlich findet sich im Innenraum auch Hartplastik, dafür wirkt alles robust und familientauglich. Wenn die Kinder mit schmutzigen Schuhen einsteigen oder nach dem Wochenende der halbe Wald im Kofferraum liegt, muss man nicht gleich nervös zum Putztuch greifen.

Authentisch
Mittlerweile wurde der 136 PS starke Hybrid von Opel durch die neue 145-PS-Variante ersetzt. Unser Testwagen gehört also noch zur ersten Motorengeneration des neuen Frontera. Schade ist das keineswegs, denn gerade dieser Antrieb passt ausgesprochen gut zum Fahrzeug. Am Ende bleibt er ein Opel, der nicht krampfhaft versucht, etwas Besonderes zu sein, und gerade deshalb gefällt. Viel Platz, angenehmer Komfort, ein unkomplizierter Hybridantrieb und eine ordentliche GS-Ausstattung machen den Frontera zu einem ehrlichen Familienauto. Unser Testwagen kommt preislich auf 27.990 Euro, interessant ist außerdem das aktuelle Angebot des Opel-Bonus in Höhe von bis zu 6900 Euro.
| Opel Frontera GS 1.2 | |
|---|---|
| Preis: | ab Euro 27.990,- |
| Verbrauch: | 5,5 Liter (Werksangabe) |
| Leistung: | 100 kW / 136 PS |
| Max. Geschw.: | 190 km/h |
| Abmessungen: | 4385 / 1849 / 1635 mm |
| Gewicht: | 1388 kg |
| In drei Worten: | Familien-SUV aus Überzeugung |
alle Fotos: PA





