Die Museumsbahn darf einen Teil ihrer Strecke nicht befahren, weil Tunnel aus dem Jahr 1891 neuen Sicherheitsauflagen nicht genügen.
Ein Brief von der Bezirkshauptmannschaft verheißt oft nichts Gutes, und besonders unangenehme Post dieser Sorte hat vergangene Woche der Verein Erzbergbahn erhalten. Die BH Leoben hat per Bescheid Publikumsfahrten zwischen den Bahnhöfen Präbichl und Erzberg verboten. Der Grund sind Sicherheitsauflagen für den Präbichl- und den Plattentunnel hinsichtlich Fluchtwege, Notbeleuchtung und Brandschutz. Plan- und Sonderfahrten sind somit bis auf Weiteres nur bis zum Bahnhof Präbichl möglich. Das heißt, dass auch die Anbindung an den Hauly auf dem Erzberg entfällt.
Hohe Kosten befürchtet
Die veranstaltungsrechtliche Genehmigung wäre an sich noch bis Jahresende erteilt gewesen, sie wurde stets im Dreijahresrhythmus erneuert, entsprechende behördliche Überprüfung inklusive. Was die Tunnelsperre für die Zukunft des Museumsbahnbetriebs bedeutet, wird sich in den kommenden Wochen weisen. Die beiden Tunnel sind Baujahr 1891 – was alles getan werden müsste, um den neuen Auflagen zu entsprechen, will der Verein in Abstimmung mit der BH Leoben evaluieren. Erst in der Folge sei eine realistische Kostenschätzung möglich. Es ist aber zu befürchten, dass es sich um einen sechsstelligen Betrag handeln werde, heißt es seitens des Vereins. Eine Spendenaktion wurde bereits ins Leben gerufen, Näheres dazu auf www.erzbergbahn.at.

Jubiläumsfest
Die Hiobsbotschaft kommt im Vorfeld der Feier zum 135-jährigen Bestehen der steilsten Normalspurstrecke in der Europäischen Union. Das Fest unter dem Motto „steil, steirisch, ehrenamtlich“ findet wie geplant am Samstag, dem 12. September, ab 10 Uhr am Bahnhof Vordernberg Markt statt (siehe unten). Allerdings können auch die Jubiläumssonderfahrten lediglich bis zum Bahnhof Präbichl und retour erfolgen.
„Ingenieurs-Kunstwerk“
Die Erzbergbahn wurde im September 1891 für den Erztransport eröffnet, bis 1978 fuhr sie mit Dampf und Zahnrad-Unterstützung. Bis 1986 erfolgte der Erztransport mit Dieselloks, der Personenverkehr wurde 1988 eingestellt. Nur zwei Jahre später startete der Verein Erzbergbahn den Museumsbetrieb. „Es ist eine Ehre, bei der Erhaltung dieses Ingenieurs-Kunstwerks helfen zu dürfen“, sagt Markus Wurzer, Infrastruktur-Masterstudent an der TU Graz und seit 2018 Schriftführer des Vereins. Er gehört zum harten Kern jener Vereinsmitglieder, welche die Bahn unter hohem ehrenamtlichen Einsatz am Laufen halten.

Festprogramm
Am Samstag, dem 12. September, werden am Bahnhof Vordernberg Markt 135 Jahre Erzbergbahn gefeiert. Der musikalische Auftakt erfolgt um 10 Uhr mit dem MV Vordernberg. Um 10.30 Uhr findet der offizielle Festakt statt, Jubiläumssonderzüge sind für 12 und für 15 Uhr anberaumt, zudem gibt es Fahrten mit der Erzbergbahndraisine. Ab 14 Uhr spielt die BrennSterz Tanzlmusi, auf dem Festgelände warten zudem Besichtigungen des Erzbergbahnmuseums, eine Gartenbahn, eine kleine Fahrzeugschau sowie eine Hüpfburg.





