Die Leobener Hundeschulbetreiberin Birgit Glauninger übers Vermitteln der Basics an Mensch-Hunde-Teams.
Durchforstet man das Internet nach Hovawart-Züchtern in Österreich, stößt man auf nicht mehr als 13 Treffer, und auf genau einen für die Steiermark. Nämlich auf die Zucht „Hovawarte vom Herzen Österreichs“, betrieben von Birgit Glauninger im Bezirk Leoben. Seit knapp 20 Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit der Hunderasse, der erste Wurf in eigener Zucht kam 2009 zur Welt. „Der Hovawart ist ein sehr robuster Hund und auch als Wachhund geeignet“, sagt Glauninger. Der Hovawart ist ein mittelgroßer Hund mit langem Haarkleid, er erreicht bis zu 70 Zentimeter Schulterhöhe, die Fellfarben sind Schwarzmarken, Blond oder Schwarz. Birgit Glauninger: „Er ist auch ein toller Familienhund, aber man muss mit ihm sehr konsequent sein. Er lässt sich nicht so ausbilden wie andere Rassen.“
Verein und Gewerbe
Und so ist Glauninger über die Hovawart-Zucht zur Hundeausbildung gelangt. Sie ist Obfrau des 2010 gegründeten und heute rund 120 Mitglieder starken Vereins STHK Hundeschule Leoben mit Trainingsplatz im Stadtteil Lerchenfeld. Seit 2017 betreibt sie ihre eigene Hundeschule „4Dogs – das kreative Hundezentrum“ im ehemaligen Billa in der Pestalozzistraße 40 in Donawitz. Im Training widmet sich Birgit Glauninger freilich nicht nur „ihren“ Hovawarts, sondern allen Rassen sowie Mischlingen. Auf die Frage, ob es von Grund auf besonders gelehrsame und gefügige Rassen gebe, sagt sie: „Es sind schon welche dabei, die einen ausgeprägteren Drang haben, zu gefallen. Schäferhundrassen beispielsweise, oder auch Labradors. Aber das ist nur eine Gesamttendenz und kann beim Individuum wieder ganz anders sein. Und konsequent muss man sowieso mit jedem Hund sein, ganz unabhängig von der Rasse.“ Das Leben ändere sich, wenn ein Hund einzieht, und beide müssen ihren Teil beitragen, um es schön zu gestalten, sagt sie.
Noch kein Unerziehbarer
„Die Hundeerziehung steht und fällt mit dem Menschen“, sagt Glauninger, „der Untericht in der Hundeschule ist zu drei Viertel für den Menschen, zu einem Viertel für den Hund.“ Dass den Hund zu verhätscheln bedeute, ihn gut zu behandeln, sei ein Missverständnis. „Der Hund braucht Grenzen und Klarheit. Heute darf ich, morgen nicht…, das versteht der Hund nicht“, so Birgit Glauninger. Einen komplett unerziehbaren Vierbeiner habe sie bis dato nicht erlebt, und es sind immerhin schon um die 1000 durch ihre Schule gegangen.

Früher Beginn
„Manche verwechseln Hundetraining mit Dressur“, so Birgit Glauninger. „Erziehung ist Pflicht, Sport ist die Kür“, sagt sie. Wichtig sei, möglichst früh mit der Erziehung zu starten, anfangs in kleinen Einheiten. „Zu Beginn geht es um Bindungs- und Beziehungsarbeit. Darum, zu vermitteln, dass es Spaß macht, gemeinsam etwas zu tun. Und dass es an Fraulis oder Herrlis Seite sicher ist. Wenn Vertrauen da ist, dann ist auch ein entspanntes Verhalten da.“ Bis die Basics wirklich sitzen, dauert es für gewöhnlich gut ein Jahr, sagt Glauninger. „Aber viele Kunden habe ich ein Hundeleben lang.“ Denn auch als Mensch-Hund-Team lernt man nie ganz aus. Und nach der „Grundstufe“ teilt sich das Angebot der Hundeschule in unterschiedlichste Bereiche.
Basisarbeit
In der Hundeschule hat Birgit Glauninger regelmäßig auch Schulklassen zu Gast, um den Kindern die Grundsätze eines sicheren und respektvollen Umgangs mit den Tieren zu vermitteln. Seit Jahren ist sie auch Partnerin bei Ferienaktionen von Gemeinden. Der Trend zum Hund habe sich in den vergangenen Jahren definitiv verstärkt, sagt sie, einen Schub habe es etwa in und nach der Lockdown-Zeit gegeben. „Da sind viele Hunde dazugekommen. Wir haben den Unterricht damals via Computer aufrecht gehalten.“





