Rund 100 Personen haben durch das Aus der Brucker Heidenbauer-Gruppe ihre Jobs verloren. Firma beklagt Bank-Rückzieher.
Vor wenigen Tagen hat die Brucker Unternehmensgruppe Heidenbauer das Scheitern ihrer Sanierungsbemühungen bekanntgegeben. Das Insolvenzgericht (Landesgericht Leoben) hat mit 23. Juli die Schließung der Unternehmensbereiche Heidenbauer Metallbau, Heidenbauer Dach und Wand, Heidenbauer Pools und der Heidenbauer Management GmbH angeordnet. Von den Konkursverfahren sind laut Angaben des Unternehmens rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Der Kreditschutzverband KSV 1870 berichtet von insgesamt 212 Gläubigern.
Schwerer Schlag
„Die Schließung der Heidenbauer-Gruppe ist ein schwerer Schlag für den gesamten Wirtschaftsstandort Bruck-Mürzzuschlag. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz, viele Familien stehen damit vor einer ungewissen Zukunft“, sagt der Regionalstellenobmann der Wirtschaftskammer Thomas Marichhofer und fügt an: „Besonders betroffen macht uns, dass es sich bei Heidenbauer um einen traditionsreichen Industriebetrieb handelt, der seit Jahrzehnten ein wichtiger Arbeitgeber und wirtschaftlicher Partner in unserer Region war.“
Gerade in unserer Region gibt es zahlreiche Betriebe, die qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen.
Thomas Marichhofer
Jetzt gehe es einmal um die Leute, sagt Marichhofer: „Unser vorrangiges Mitgefühl gilt den betroffenen Beschäftigten und ihren Familien. Gleichzeitig möchten wir uns für den Einsatz und die Loyalität in einer äußerst schwierigen Phase bedanken. Als Wirtschaftskammer werden wir gemeinsam mit dem AMS, den Sozialpartnern und den regionalen Betrieben alles daransetzen, die betroffenen Fachkräfte möglichst rasch wieder in Beschäftigung zu bringen. Gerade in unserer Region gibt es zahlreiche Unternehmen, die qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen. Unser Ziel muss es sein, möglichst viel Know-how und Wertschöpfung in der Region zu halten.“

Die Schließung von Heidenbauer sei laut Marichhofer aber auch ein deutliches Warnsignal. Es brauche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen, Betriebe entlasten und Industriearbeitsplätze sichern. „Nur mit einer starken Wirtschaft können wir langfristig Beschäftigung, Wohlstand und Perspektiven für unsere Region gewährleisten“, sagt der Regionalstellenobmann.
Unternehmen beklagt „nicht eingehaltene Finanzierung“
Das Unternehmen selbst teilt den Schwarzen Peter für die gescheiterte Sanierung der eigenen Hausbank zu. „Der Restrukturierung lag eine verbindlich vereinbarte Finanzierung durch die Hausbank zugrunde. Wesentliche Finanzierungsschritte wurden jedoch teilweise nicht bzw. teilweise nicht vollständig durch die Bank umgesetzt. Durch die dadurch entstandene Liquiditätskrise wurde die bis dahin auf gutem Weg befindliche Restrukturierung trotz der Leistungen von Eigentümer, Management und Belegschaft verhindert“, heißt es in einer Aussendung des PR-Beraters Thomas Huemer im Auftrag der Heidenbauer-Gruppe.
Vorgeschichte
Über die 1946 gegründete Heidenbauer-Gruppe wurde im November 2025 ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Unternehmensteile Heidenbauer Aluminium, Heidenbauer Edelstahl sowie Heidenbauer Stahl und Tragwerk wurden Anfang Dezember geschlossen. Die Heidenbauer Dach und Wand GmbH hingegen wurde mit einem Sanierungsplan fortgeführt, parallel dazu die Metallbau GmbH und die Pool GmbH neu aufgestellt. Mit der nunmehrigen Eröffnung von Konkursverfahren sind alle Unternehmensteile geschlossen.





