Bestattung als „Family Business“: Michael Fiausch aus Kalwang über die Vielfalt der Trauerbewältigung.
Fragt man den Liesingtaler Bestattungsunternehmer Michael Fiausch, wie viele Bestattungszeremonien heutzutage noch nach üblichem Muster ablaufen, winkt er sogleich ab. „Üblich, das gibt’s nicht“, sagt er, „die Wünsche sind so vielfältig wie die Menschen selbst. So unterschiedlich, dass man es sich kaum vorstellen kann.“
Von Tradition bis Hardrock
Auch die Religionszugehörigkeit der verstorbenen Person oder der Familie lasse nicht zwingend einen Rückschluss darauf zu, wie eine Verabschiedung oder Beisetzung gestaltet sein werde. „Das ist ganz individuell. Mitunter haben Verstorbene ihre Wünsche selbst weitergegeben, und vieles liegt auch im Ermessen und Empfinden der Hinterbliebenen“, so Michael Fiausch. Etwa, was die Musikauswahl angeht. „Natürlich gibt es Begräbnisse begleitet vom klassischen Requiem oder Trauermärschen, aber es kam auch schon vor, dass ausschließlich Oberkrainer-Musik gespielt wird. Auch AC/DC hatten wir“, erzählt Fiausch.
Es kam auch schon vor, dass bei einem Begräbnis ausschließlich Oberkrainer-Musik gespielt wurde. Auch AC/DC hatten wir.
Michael Fiausch
Michael Fiausch führt den von seinem Großvater Josef im Jahr 1961 gegründeten Familienbetrieb in Kalwang in dritter Generation. Die Eltern Biserka und Gerhard Fiausch leiteten das Unternehmen bis 2024. „Unser oberstes Gebot ist, dass jeder Sterbefall unsere ganze Sorgfalt verdient, jede Familie unsere volle Aufmerksamkeit und unser Einfühlungsvermögen“, so Michael Fiausch. Das Abschiednehmen sei eine Ausnahmesituation, auf die man sich nur begrenzt vorbereiten könne, sagt er: „Wenn man einen geliebten Menschen verliert, braucht man eine verlässliche Bestattung an seiner Seite, welche die Hinterbliebenen in der schweren Zeit begleitet und die Verstorbenen mit Würde und Respekt behandelt. Wir unterstützen und versuchen, Trauerdruck abzunehmen, kümmern uns je nach Wunsch um alle Formalitäten, die Organisation der Trauerfeier, Überführungen, Grabreden und musikalische Umrahmung.“
Das Abschiednehmen ist eine Ausnahmesituation, auf die man sich nur begrenzt vorbereiten kann.
Michael Fiausch
„Das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden ist für uns die schönste Bestätigung – und zugleich unser Anspruch, jeden Tag unser Bestes zu geben“, sagt Michael Fiausch. „Die zahlreichen positiven Rückmeldungen und Bewertungen auf unserer Homepage spiegeln wider, was uns täglich antreibt. Nämlich unsere Arbeit mit größter Sorgfalt, Respekt und persönlichem Engagement auszuführen“, ergänzt er.

Großteils Feuerbestattungen
So groß die Vielfalt der Trauerbewältigung geworden ist und so wenig sich daher allgemeine Trends dabei herleiten lassen, hat sich speziell eines doch stark verändert: Die früher dominierende Erdbestattung ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von der Feuerbestattung abgelöst worden. Fiausch beziffert das Verhältnis mit 4:1 zugunsten der Feuerbestattung. Bei den Ritualen und Trauerfeiern hat gerade das zu einer größeren Bandbreite geführt. Denn neben der Urnenbeisetzung im Familiengrab und der Aufbewahrung in Urnenwänden sind auch Formen wie Baumbestattung, das Verstreuen auf ausgewiesenen Flächen oder auch das Pressen eines Diamanten aus einem Teil der Asche entstanden. Verstärkt etabliert sich in jüngerer Zeit die Privataufbewahrung der Urne zuhause, wie Fiausch sagt. „Das schließt beispielsweise auch Bauernfamilien mit ein, die eine Hofkapelle oder ein Marterl zur Ruhe- und Gedenkstätte erkoren haben.“ Und selbstverständlich wird die Erinnerung zunehmend auch digital gepflegt, etwa mit Gedenkseiten oder in Online-Kondolenzbüchern. „Auch Livestreams und Videoaufzeichnungen sind im Kommen“, sagt Michael Fiausch.




