Sechs der sieben Gemeinderatsfraktionen haben sich per Grundsatzbeschluss darauf geeinigt, einen Teil der Wohnungen auf den Markt zu bringen. Der Erlös soll in Sanierungen fließen.
In der Gemeinderatssitzung vom 26. März 2026 wurde in Bruck an der Mur ein Durchbruch in der seit Jahren immer wieder diskutierten Frage nach einem Teilverkauf der Gemeindewohnungen erzielt. Sechs der sieben im Stadtparlament vertretenen Fraktionen haben zugestimmt, einen Teil des Wohnungseigentums zum Verkauf auszuschreiben. Neben den Koalitionsparteien ÖVP und FPÖ sind auch die SPÖ, die Liste Neues Bruck, die Neos und die Grünen bei dem Vorhaben mit an Bord. Dagegen sprach sich allein die KPÖ aus.
„Geringer Prozentsatz“ soll auf den Markt
Es handle sich um einen „geringen Prozentsatz“ der insgesamt gut 700 Wohnungen, der verkauft werden soll, sagte Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Tag nach der Sitzung. Eine fraktionsübergreifende Steuerungsgruppe werde die Ausschreibung vorbereiten und in der Folge auch begleiten. Die Einigung verkündete sie gemeinsam mit Finanzstadtrat Helmut Sommer (ebenfalls ÖVP), den Vizebürgermeistern Raphael Pensl (FPÖ) und Gregor Tuttinger (SPÖ) sowie dem Fraktionsvorsitzenden der Liste Neues Bruck Kletus Schranz. Neos-Gemeinderat Sebastian Wintschnig und Petra Schirnhofer von den Grünen waren beim Medientermin verhindert.

Die Verhandlungen, die zur breiten Einigung geführt haben, beschrieben alle Beteiligten als „intensiv, aber sehr wertschätzend und konstruktiv“. Mehr als zwei Dutzend Besprechungen seien es seit Jahresbeginn in dieser Sache gewesen, sagte Stadtrat Sommer. Details über den geplanten Verkauf wurden nicht verraten – „wir müssen unsere Interessen als Verkäufer schützen“, so Vizebürgermeister Pensl. Nur soviel: Der Erlös wird zweckgebunden sein. 80 Prozent sind für direkte Re-Investition in die verbleibenden Wohnungen vorgesehen, 20 Prozent für Sanierungen in Volksschulgebäuden.
„Soziale Verantwortung bleibt aufrecht“
„Die Mittel zur Wohnungssanierung werden uns dabei helfen, den Leerstand zu reduzieren und so die Kostendeckung zu verbessern“, sagte Bürgermeisterin Kaltenegger. Derzeit steht jede vierte Brucker Gemeindewohnung leer. Und der Großteil des Leerstands sei in einem sanierungsbedürftigen Zustand, so die Bürgermeisterin. Das Bekenntnis der Stadt zur sozialen Verantwortung im Wohnungsbereich bleibe voll aufrecht, sagten neben Kaltenegger auch Tuttinger, Pensl, Sommer und Schranz. Speziell für die Zustimmung der SPÖ war das ein entscheidender Punkt. „Wer in Bruck eine Wohnung braucht, kann und soll sich melden“, so FP-Vize und Wohnungsreferent Pensl, „aber bitte nicht bei uns Politikern intervenieren, sondern über die Verwaltung anfragen! Die Mitarbeiterinnen in der Abteilung handhaben die Wohnungsvergabe ganz hervorragend!“





