Die Rathaus-Koalition stellte bei einem Pressetermin im Kulturquartier Schwerpunkte der Leobener Stadtpolitik 2026 vor.
Bei einem Medientermin im Kulturquartier gab die „Allianz für Leoben“, so nennt sich die Stadtregierungskoalition aus SPÖ, Liste Reiter und Grünen, einen Ausblick auf die größeren Vorhaben der Stadt im heurigen Jahr. „Die Stadtgemeinde selbst investiert 16,6 Millionen Euro, die Stadtwerke zusätzlich neun Millionen“, sagte Bürgermeister Kurt Wallner (SPÖ). Die Stadtwerke investieren unter anderem in den weiteren Ausbau des Wärmenetzes, begleitet von Leerverrohrungen für Glasfaserkabel.
Bildungszentrum
Das größte Einzelprojekt der Stadt ist das Bildungszentrum Fröbelgasse, in dem die Volksschulen Leitendorf und Göß zusammenziehen. Die Fertigstellung werde zum Beginn des Schuljahres 2026/27 erfolgen, so Wallner. In den Um- und Ausbau der Schule fließen insgesamt rund 20 Millionen Euro, elf davon werden im Budget des heurigen Jahres schlagend. Der Bürgermeister ging weiters auf den Bereich Kinder und Jugend abseits der Schulen ein, der von der Stadt unter anderem mit Workshops, einem Jugendvitalpass und der Förderung des Jugendzentrums Spektrum unterstützt wird. Ebenso erwähnte er das Leerflächenmanagement, das mit der Onlineplattform „Chancenraum Leoben“ auf ein neues Level gehoben worden sei.

Gemeindewohnungen
Stadtrat und Wohnungsreferent Walter Reiter sagte: „Die Gemeindewohnungen sind unser Familiensilber, wir müssen sie gut herrichten und sie dürfen nicht verkauft werden.“ Was den Anteil der Gemeindewohnungen am Gesamtmarkt betrifft, ist Leoben unter den Top-Drei-Gemeinden Österreichs. Genau 2321 Wohnungen sind im Eigentum der Stadt, rund 450 davon stehen aktuell leer. „Unser Schwerpunkt liegt auf gezielter und nachhaltiger Sanierung“, sagte Reiter. Für die Instandhaltung der Häuser und fürs Herrichten einzelner Wohnungen sind heuer rund 1,7 Millionen Euro budgetiert. „Manchmal reichen einfache Dinge, um eine Wohnung wieder nutzbar zu machen. In anderen Fällen müssen wir wirklich umbauen, zusammenlegen, Grundrisse verändern, damit sie den heutigen Anforderungen entsprechen“, so Reiter. Bürgermeister Wallner wies auf die spezielle finanzielle Herausforderung des Wohnungswesens hin und sagte: „Teils haben wir sehr alte Verträge, die lange nicht mehr kostendeckend sind. Gleichzeitig sind Gemeinden in der Wohnbauförderung schlechtergestellt.“ Er fordert eine Angleichung des Förderungsanspruchs der Gemeinden an jenen der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaften.

Photovoltaik
Grün-Gemeinderätin Susanne Sinz sprach über den Klimaneutralitätsfahrplan 2040 und sagte: „Leoben ist eine von 47 Städten, die dieses Ziel ganz bewusst verfolgen.“ Unter anderem mit der Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs und der weiteren Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik. Ein großer Baustein werde auch eine große Photovoltaikanlage auf der ehemaligen Deponie Seegraben sein, die nun tatsächlich in die Umsetzung geht. Das Vorhaben wird als Pilotprojekt speziell gefördert, die Anlage wird auf eine Spitzenleistung von 3,5 Megawatt ausgelegt sein.
Städtetag
Ein Höhepunkt des Jahres wird der Österreichische Städtetag 2026 sein, der im Juni in der Montanstadt abgehalten wird. „Eine größere Tagung hat in Leoben noch nie stattgefunden, wir erwarten rund 1000 Gäste“, sagte Bürgermeister Wallner. Bei der Organisation des dreitägigen bundesweiten Gemeindegipfels kooperiert die Stadtgemeinde mit der Montanuniversität Leoben.




