Mit dem neuen EV4 präsentiert Kia ein kompaktes Elektroauto mit futuristischer Optik und überzeugenden Fahreigenschaften.
Mit dem neuen Kia EV4 positioniert sich der koreanische Hersteller gegen Mitbewerber wie den VW ID.3, den Peugeot e-308 oder den Cupra born. Er ist das Auto, mit dem Kia beweisen will, dass Elektro auch Kompaktklasse kann. Nach EV6, EV9 und EV3 ist der EV4 der erste „richtige“ Pkw der Marke, kein SUV, kein Crossover, sondern einfach ein klassischer Fünftürer, dafür aber mit der Wahlmöglichkeit zwischen Schrägheck und Hatchback.
Kein Allerweltsgesicht
Optisch fällt der neue Kia sofort auf. Man merkt, der EV4 will alles andere als sich zu verstecken. Die Front trägt eine neue Lichtsignatur mit vertikalen Leuchten, die das Auto direkt futuristisch wirken lassen. Zusammen mit der breiten Schulterpartie und der fast schon aggressiven Haltung wirkt der Koreaner deutlich erwachsener als manch anderer Kompakter. Schwarze Akzente, scharf geschnittene Schürzen und 19-Zoll-Felgen sorgen überdies für den gewissen Look der Elektro-Ära. Dazu bündig versenkte Türgriffe, die automatisch ausfahren, Premium-Optik inklusive.

Famose Dämmung
Im Innenraum setzt Kia auf eine moderne und zugleich durchaus formschöne Gestaltung. Das Cockpit ist geprägt von drei Displays, die allesamt gut ables- und bedienbar sind. Dazu gibt es nette Features, die den EV4 zu einem komfortablen Reisebegleiter machen. Besonders erwähnenswert ist die Geräuschdämmung, die bemerkenswert für ein Auto in diesem Segment ist. Dank der Doppelverglasung der Windschutzscheibe und weiteren Dämmelementen dringen kaum Störgeräusche in den Innenraum. Und auch beim Platzangebot präsentiert sich der Koreaner souverän.
Zwei Batteriegrößen
Einzige Motorisierung des EV4 ist ein 204 PS starker Elektromotor, wahlweise mit 58,3 oder 81,4 kWh Batteriegröße. Mit dem in unserem Testwagen verbauten großen Akku soll der Kia laut Hersteller bis zu 625 Kilometer Reichweite schaffen. Bei unserer ersten Ausfahrt mit dem fast noch jungfräulichen Fahrzeug vom Autohaus Huber in Kapfenberg kamen wir auf einen Durchschnittsverbrauch von 17 kWh, woraus sich eine reale Reichweite von rund 480 Kilometern errechnen lässt. Nicht ganz der angegebene Wert, aber dennoch beachtlich in dieser Fahrzeugklasse, und vielleicht waren wir auch ein bisserl ambitioniert unterwegs.

Flotte Performance
Denn auf der Straße zeigt sich der EV4 trotz einem Leergewicht von 1,9 Tonnen als agiles und leicht zu fahrendes Auto. In der Stadt und auch auf der Landstraße besticht er durch eine beeindruckende Beschleunigung und macht, kurz gesagt, richtig Spaß. Die vier wählbaren Fahrmodi verändern das Ansprechverhalten des E-Motors jeweils spürbar. Das Fahrwerk ist durchaus komfortabel, auch wenn der Kia manchmal ein wenig unruhig wirkt. In den Kurven zerren 283 Nm Drehmoment dann und wann eben doch merklich an der Vorderachse. Sehr gelungen sind die Bremsen, die gut dosierbar sind und gute Rückmeldung geben. Ebenso zu überzeugen weiß die via Schaltpadel einstellbare Rekuperation, die das Fahrzeug sehr gut verzögert.
Die Rechnung
Preislich beginnt der EV4 in der Einstiegsversion „Air“ mit kleiner Batterie bei 39.590 Euro. Die die von uns gefahrene Variante Earth startet bei 50.540 Euro. Damit ist der EV4 kein Schnäppchen, aber auf jeden Fall konkurrenzfähig.
| Kia EV4 Earth | |
|---|---|
| Preis: | ab Euro 50.540,- |
| Verbrauch: | 14,6-15,8 kWh (Werksangabe) |
| Leistung: | 150 kW/204 PS |
| Max. Geschw.: | 170 km/h |
| Abmessungen: | 4430/1860/1485 mm |
| Gewicht: | 1910 kg |
| In drei Worten: | Stromer im Kompaktformat |
Fotos: MaW




