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Startseite » Von der Formel 1 zum Instrumentenbau
Lokales

Von der Formel 1 zum Instrumentenbau

Martina Zöchingervon Martina Zöchinger14. März 20262 Minuten Lesezeit
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Eine Frau mit zwei Harfen
Andrea Pretzler mit ihren selbstgefertigten Carbonharfen. Foto: Zöchinger
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Andrea Pretzler aus St. Katharein an der Laming fertigt Harfen aus dem Hochleistungswerkstoff Carbon.

Eine ganz besondere Premiere steht am Samstag, dem 21. März, um 18 Uhr im Veranstaltungszentrum St. Katharein an der Laming auf dem Programm. Beim Frühlingskonzert der örtlichen Bergkapelle wird Solistin Viktoria Schmittner eine Harfe aus Carbon zum Klingen bringen. Gefertigt wurde das seltene Instrument von der ebenfalls in St. Katharein beheimateten Andrea Pretzler.

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Start im Motorsport

Ihre berufliche Laufbahn begann die heutige Harfenbauerin in einer ganz anderen Branche, nämlich im internationalen Rennsport. Unter anderem arbeitete sie bei Toyota F1, Lotus F1 und Torro Rosso, wo Präzision und innovative Materialien ihren Arbeitsalltag bestimmten. Anschließend wechselte sie zu MotoCzysz, einem Motorradrennteam in Portland, wo sie im Bereich Entwicklung und Design arbeitete. Aus familiären Gründen kehrte sie schließlich nach Österreich zurück und war zunächst bei Magna in Graz beschäftigt, wo sich ihre Aufgaben jedoch zunehmend in Richtung Verwaltung und Routine verlagerten. „Mir hat das kreative Arbeiten gefehlt“, erzählt Andrea Pretzler, die deshalb begann, nach einer neuen Herausforderung zu suchen.

Tradition und Moderne

Die Leidenschaft für die Harfenmusik begleitete sie schon lange. Dennoch klang die Idee, traditionelles Handwerk mit einem modernen Werkstoff zu verbinden, im ersten Moment unerreichbar. Gemeinsam mit einem erfahrenen Harfenbauer aus Tirol entwickelte sie jedoch das Konzept einer Harfe aus Carbon. Die Umsetzung des ambitionierten Projekts wurde schließlich durch ihre Tätigkeit bei Carbon Solutions Hintsteiner möglich. Denn der Bau einer Carbonharfe erfordert eigene Formen und spezielle Anlagen, bis aus rund 1600 Einzelkomponenten in Handarbeit ein Instrument entsteht, das dauerhaft der Zugkraft von 7500 N standhält. 

Robust und konstant

Während eine klassische Holzharfe bis zu 30 Kilogramm wiegt, bringt die Carbonvariante lediglich etwa die Hälfte auf die Waage. Zudem reagiert Carbon kaum auf Temperaturschwankungen oder hohe Luftfeuchtigkeit. Gerade bei Veranstaltungen wie Hochzeiten, bei denen zunächst im Freien, anschließend in der Kirche und später in einem Restaurant musiziert wird, ist das ein großer Vorteil. Holz benötigt nach jedem Ortswechsel Zeit zur Akklimatisierung, und das Instrument muss neu gestimmt werden. Die Carbonharfe hingegen bleibt klanglich konstant.

Mehr als Technik

Für Harfenbauerin Andrea Pretzler ist das Projekt mehr als nur eine technische Innovation. Es ist außerdem die Erfüllung ihres Wunsches, den Werkstoff Carbon nicht nur im Hochleistungs- und Rennsportbereich einzusetzen, sondern ihm eine nachhaltigere und künstlerische Aufgabe zu geben. „Carbon ist viel mehr als ein Wegwerfprodukt“, sagt sie. Davon kann sich jeder Musikbegeisterte beim Konzert am 21. März selbst überzeugen.

Andrea Pretzler Tragöß-St. Katharein
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Martina Zöchinger

freie Mitarbeiterin

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