Neben seiner gelungenen Optik setzt der Skoda Epiq hauptsächlich auf bodenständige Funktionalität.
Manchmal ergibt sich eine Testserie ganz von selbst. Den Cupra Raval hat die Rundschau bereits unter die Lupe genommen, jetzt steht mit dem Skoda Epiq der nächste Vertreter der neuen kleinen Elektrofamilie vor uns. Und damit die Sache komplett wird, ist auch der VW ID.Polo schon auf unserer Liste.
Ruhigerer Bruder
Drei Konzernbrüder auf derselben technischen Basis, aber mit völlig unterschiedlichem Charakter, eine kleine Elektro-Trilogie also, deren zweiter Teil den Tschechen gewidmet ist. Und die machen schon beim ersten Blick klar, wohin die Reise geht. Während der Cupra Raval seine spanischen Muskeln spielen lässt, gibt sich der Skoda Epiq deutlich bodenständiger. Mit 4,17 Metern Länge ist er kompakt genug für Stadt und Parkplatzsuche, wirkt mit seiner neuen „Modern Solid“-Designsprache aber erstaunlich erwachsen. Die markante Front, die klaren Linien und die kantige Form stehen ihm gut.

One-Pedal-Könner
Unser Testwagen Epiq 55 ist die stärkste Variante. Der Elektromotor leistet 211 PS und liefert 290 Nm Drehmoment. Anders als bei den größeren Elektro-Skodas wird beim Epiq die Vorderachse angetrieben. Ein Druck aufs rechte Pedal genügt, und der kleine Tscheche marschiert ordentlich los. Rund siebeneinhalb Sekunden auf Tempo 100 sind mehr als ausreichend, bei 160 km/h ist Schluss. Mehr braucht man in dieser Klasse aber ohnehin nicht. Viel wichtiger ist, wie unkompliziert sich der Epiq fährt. Die Leistung kommt spontan, aber nicht giftig, die Lenkung arbeitet angenehm direkt, und trotz Elektro-Unterbau fühlt sich der Wagen erfreulich leichtfüßig an. Im B-Modus lässt er sich dank One-Pedal-Funktion im Alltag weitgehend mit dem Fahrpedal dirigieren. Gerade im Stadtverkehr hat man das nach ein paar Kilometern so verinnerlicht, dass die eigentliche Bremse fast zur Nebensache wird.

Alltag ist Trumpf
Typisch Skoda wird es beim Thema Platz: außen Kleinwagenformat, innen erstaunlich viel Auto. 475 Liter Kofferraum sind für ein Fahrzeug dieser Größe eine echte Ansage, bei umgelegten Rücksitzen werden daraus sogar 1345 Liter. Vorne gibt es zusätzlich einen kleinen 25-Liter-Frunk. Dazu kommen jene kleinen „Simply Clever“-Ideen, mit denen Skoda seit Jahren beweist, dass ein Regenschirm in der Tür manchmal mehr Freude bereiten kann als das 27. Untermenü im Infotainmentsystem. Wobei aber auch digital ordentlich aufgerüstet wurde. Zentral sitzt ein 13-Zoll-Touchscreen, davor ein kleines digitales Fahrerdisplay. Erfreulich ist, dass Skoda nicht sämtliche Funktionen dem Touchscreen geopfert hat. Im Epiq findet man sich schnell zurecht, die Sitzposition passt, und auch im Fond geht es ungeachtet der kompakten Außenmaße überraschend luftig zu.

Verbrauch und Laden
Bleibt das Lieblingsthema beim Elektroauto: die Reichweite. Der Epiq 55 besitzt einen 55-kWh-Akku mit 51,7 kWh nutzbarer Kapazität und schafft je nach Ausstattung laut Hersteller bis zu 441 Kilometer. Der Normverbrauch beginnt bei 13,7 kWh auf 100 Kilometer. An der Schnellladesäule geht es unter optimalen Bedingungen in rund 24 Minuten von zehn auf 80 Prozent, zu Hause wird mit bis zu 11 kW Wechselstrom geladen. Damit taugt der Epiq längst nicht nur für die tägliche Runde zwischen Wohnung, Arbeitsplatz und Supermarkt.

Einstieg bei 20 „Kilo“
Und genau hier wird unsere kleine Trilogie interessant. Cupra Raval, Skoda Epiq und VW ID.Polo teilen sich zwar die technische Grundidee, wollen aber keineswegs dasselbe Auto sein. Während der bereits von uns gefahrene Raval den emotionalen Spanier gibt, spielt der Epiq ganz klar die praktische Karte aus. Wie Volkswagen seinen ID.Polo positioniert, werden wir in einem unserer nächsten Tests herausfinden. Der Einstiegspreis für den Epiq mit kleinerem 38-kWh-Akku beträgt knapp 26.000 Euro. Wenn man ihn finanziert, reichen sogar 19.980 Euro. Die Topvariante mit dem größeren 55 kWh-Akku kommt bei Finanzierung auf 32.280 Euro, ab Hof gibt’s ihn ab 33.280 Euro.
| Skoda Epiq 55 | |
|---|---|
| Preis: | ab Euro 33.280,- |
| Verbrauch: | 13,7 -18,5 kWh (Werksangabe) |
| Leistung: | 155 kW / 211 PS |
| Max. Geschw.: | 160 km/h |
| Abmessungen: | 4171 / 1798 / 1581 mm |
| Gewicht: | 1618 kg |
| In drei Worten: | Kompakt, aber erwachsen |
alle Fotos: MaW





