Im Schnitt kommt an der Mautstelle Gleinalm auf der A9 alle drei Sekunden ein Fahrzeug durch – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Und manchmal auch mehr.
Der Gleinalmtunnel auf der A9 Pyhrnautobahn ist einer von sechs Abschnitten im österreichischen Schnellstraßennetz, auf denen für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht unabhängig von der Vignette separat Streckenmaut zu entrichten ist. Die Mautstelle im St. Michaeler Ortsteil Lainsach setzt seit zwei Jahren auch ein architektonisches Signal, sie war die erste, die im Zuge eines österreichweiten Programms in Holzbauweise neu errichtet worden ist. Die Eröffnung fand im Oktober 2024 statt, die gesamte Baustelleneinrichtung wurde in der Folge an die Mautstelle Bosruck nahe Liezen verlegt, wo ebenfalls ein Neubau durchgeführt wurde.
Elf Schalterspuren
Die beiden Mautstellen an der A9 stehen seit 2017 unter der Leitung des Gröbmingers Josef Stimec. Am Standort in St. Michael sind insgesamt 26 Personen beschäftigt, davon drei in der Leitung und 23 im operativen Mautbetrieb. Sieben sind Vollzeitkräfte, die anderen arbeiten Teilzeit in unterschiedlichen Ausmaßen. Bei Vollbesetzung sind die Schalter an maximal elf Spuren gleichzeitig mit Personal belegt. In Richtung Norden gibt es mehr manuelle Spuren als in Richtung Süden. Das ergibt sich logistisch aus dem seit 2018 verfügbaren Kombiticket mit dem Bosrucktunnel. „Die Leute zahlen nur einmal und fahren durch beide Tunnel“, sagt Stimec, „deshalb ist es an der Mautstelle Bosruck genau umgekehrt, dort ist das Bezahlaufkommen Richtung Süden stärker.“

„Bayerischer“ Hochbetrieb
Im Sommer wird die Belegschaft durch temporäres Personal verstärkt. „Im Juli und August verdoppeln wir de facto mit Saison- und Ferialkräften. Zum einen ist es die Zeit mit dem stärksten Reiseverkehr, zum anderen muss es ja auch dem Stammpersonal möglich sein, Urlaub zu konsumieren“, sagt Stimec. Der Standort ist rund um die Uhr besetzt. Die Schichten werden frequenzabhängig eingeteilt, was sich aus Erfahrungswerten heraus für gewöhnlich sehr gut planen lässt. „Der stärkste Tag im Jahr ist traditionell der erste Feriensamstag in Bayern“, sagt Stimec. 43.500 Pkw haben heuer allein an diesem einen Tag die Mautstelle in St. Michael passiert. Übers ganze Jahr waren es zuletzt rund 8,75 Millionen Pkw und Motorräder, dazu 1,5 Millionen Lkw (Zahlen von 2025), macht in Summe 10,25 Millionen Fahrzeuge. Das heißt, im Schnitt ein Fahrzeug alle drei Sekunden, Tag und Nacht, rund um die Uhr.

Knapp ein Viertel zahlt am Schalter
Direkt am Schalter bezahlen in St. Michael nur noch rund 23 Prozent der Lenkerinnen und Lenker. „77 Prozent der Fahrten durch die Mautstelle Gleinalm sind automatisiert. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert, der sich daraus ergibt, dass wir hier an einer klassischen Pendlerstrecke sind“, sagt Josef Stimec. Neben dem Schalterdienst gehört zu den Aufgaben der Belegschaft unter anderen auch das Sichten von Fotos aus der Vignettenerkennung in ganz Österreich. „Da geht es um Aufnahmen, die vom automatischen System nicht eindeutig erkannt werden können“, erklärt Stimec.




