Der Kickboxer Karl Proderutti aus St. Lorenzen bestritt seinen letzten Kampf, dabei schlug er ausgerechnet sein einstiges Idol und holte seinen neunten Weltmeisterschaftstitel.
In der Wiener Stefflarena vor rund 5000 Zusehern bestritt Karl Proderutti aus St. Lorenzen seinen letzten Kampf. Im Ring stand ihm ausgerechnet sein einstiges Idol Fadi Merza gegenüber. „Bei einem meiner ersten Kämpfe habe ich ihn getroffen, das Foto hängt heute noch auf meinem Kühlschrank. Beim ,Face-off‘ vor dem Kampf habe ich ihm das Foto in die Hand gedrückt“, sagt Proderutti. „Für Fußballer ist es oft ein Match mit oder gegen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi, für uns Kickboxer ist das ein Kampf gegen Fadi Merza“, so Proderutti, der sich dank eines k.o.-Sieges gegen sein Idol durchsetzte und sich damit den XCC-Weltmeistertitel sicherte. „In 160 Kämpfen ging er nie k.o., doch ich habe das geschafft. Das macht mich schon sehr stolz, es war der beste Karriereabschluss, den ich mir vorstellen hätte können.“

Anfänge im Karate
„Als Sechsjähriger habe ich mit Karate begonnen. Als ich 2010 meinen Kindheitstraum, den schwarzen Gürtel, erreicht habe, bin ich bei der Suche nach einer neuen Herausforderung durch einen Freund aufs Kickboxen gestoßen“, erzählt Karl Proderutti über seine Anfänge. „Nach nur drei Monaten Training habe ich schließlich in Wien gleich meinen ersten Kampf bestritten und auch gewonnen“, sagt Proderutti über den ersten seiner insgesamt 55 Kämpfe, 39 davon konnte er gewinnen. Zu seinen Erfolgen zählen ein Neulings-Staatsmeistertitel, drei Staatsmeistertitel, zwei Europameistertitel sowie zwei WM-Titel auf Amateurlevel und sieben auf Profiebene. Zudem war er zweifacher internationaler Austrian Champion. Zahlreiche seiner Kämpfe bestritt er vor heimischem Publikum in der Brucker Sporthalle. „Ein ganz besonderer war der EM-Kampf 2015, als ich mir in der ersten Runde die Elle gebrochen habe, einfach weiterkämpfte und schließlich in der vierten Runde durch k.o. gewann“, so der Kickboxer, dessen Motto „train hard, fight easy“ lautet.

Trainer und Veranstalter
Seit 2016 führt der 36-Jährige als Obmann und Trainer seinen Styrian Fight Club, der aktuell 85 Mitglieder hat. Fünfmal pro Woche stehen Trainingseinheiten in den Vereinsräumlichkeiten in Kapfenberg auf dem Programm. Im Juli gibt es zudem ein großes 10-Jahres-Jubiläumsfest. Trotz Karriereende wird Proderutti weiterhin die Styrian Fight Night veranstalten. Am 26. September ist die sechste Auflage in der Festhalle in St. Lorenzen geplant. Zum traditionellen Termin im Februar 2027 wird die siebente Auflage wieder in der Brucker Sporthalle stattfinden.






