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Startseite » „Sobald man ein Loch graben kann…“
Lokales

„Sobald man ein Loch graben kann…“

Karl Doppelhofervon Karl Doppelhofer29. März 20264 Minuten Lesezeit
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Zwei Männer graben gemeinsam einen etwa zwei Meter hohen Jungbaum aus
Simon (li.) und Jakob Honc bei der Arbeit auf ihrem Firmengelände in St. Lorenzen. Foto: KD
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Die Mürztaler Brüder Jakob und Simon Honc sind Gartenprofis. Zum Saisonstart haben sie für Rundschau-Leser ein paar Tipps parat.

Der Lenz ist da, jedenfalls sofern er sich in einem seiner Anläufe wirklich einmal fürs Dableiben entscheiden mag. Das Brüderpaar Jakob und Simon Honc begrüßt ihn berufsbedingt jedenfalls mit Freude. Die beiden führen gemeinsam einen Baumschul- und Gartengestaltungsbetrieb in St. Lorenzen im Mürztal. Sie haben jeweils die HBLFA für Gartenbau in Schönbrunn absolviert und haben nach der Matura in der seit 1977 bestehenden elterlichen Firma zu arbeiten begonnen. 2021 hat das Brüderpaar mit damals 30 und 27 Jahren die Leitung übernommen.

Pflanzzeit

Auf die Frage, was zum Start in die Gartensaison jedenfalls dazugehört, sagen sie mit einem Lächeln: „Na, heuer ganz sicher einmal der große Räumungsverkauf beim Honc.“ Doch geschäftstüchtigen Humor beiseite; ein ganz wesentlicher Praxistipp sei, nicht zu spät mit dem Pflanzen zu beginnen. „Die Leute warten damit tendenziell zu lange zu. Sobald man ein Loch graben kann, also der Boden nicht mehr gefroren ist, kann man setzen“, sagt Jakob Honc. „Jedenfalls dann, wenn die Pflanzen keine Blätter tragen“, ergänzt Bruder Simon. An dieser laubfreien Zeit – und zwar im Frühjahr genauso wie im Herbst – könne man sich auch beim Setzen immergrüner Gewächse orientieren. „Auch sie sind da schließlich in einer Ruhephase, und die ist fürs Pflanzen ideal“, sagt Simon Honc. Im Topf gezogene Pflanzen (Containerpflanzen) können auch im Sommer gesetzt werden.

Hecken

Speziell bei Heckenpflanzen stellt sich seit einigen Jahren vermehrt die Frage nach der Schädlingsresistenz. Buchsbaumzünsler, Thujenborkenkäfer & Co. können den Pflanzen ordentlich an die Substanz, den Gärtnerinnen und Gärtnern entsprechend auf die Nerven und ins Geld gehen.

Hecken sollte man trapezförmig schneiden, nach oben hin leicht verjüngt.

Simon Honc

„Mit Hainbuche und Eibe ist man am ehesten auf der sicheren Seite“, sagt Simon Honc. Zudem seien sie nicht anspruchsvoll, was den Boden betrifft. Und sie vertragen auch einen stärkeren Verjüngungsschnitt, ganz im Gegensatz etwa zur Thuje. „Bei allen Hecken sollte man generell darauf achten, dass man sie trapezförmig schneidet, also dass sich der Querschnitt nach oben hin leicht verjüngt“, so Honc, „ist sie ganz gerade oder gar nach oben hin ausladend, verpasst sie sich selber einen Schatten.“ Beim Schnittzeitpunkt sei die Hainbuche am wenigsten empfindlich: „Man kann sie gleich im Frühjahr schneiden, dann eventuell im Sommer ein zweites Mal.“ Eibe und speziell Thuje brauchen es nach dem Schnitt hingegen klimatisch jedenfalls gemäßigt. „Da soll es weder zu heiß noch zu kalt sein, das heißt, nicht im Sommer rangehen, sondern im Frühjahr oder im Herbst“, rät Honc.

Fürs Fotografieren gestelltes „Astlzwicken“ mit Simon (li.) und Jakob Honc. Foto: KD

Baumschnitt

Der Schnitt ist auch bei Obstbäumen ein großes Thema. „Unserer Beobachtung nach sind die meisten dabei ein wenig übereifrig“, sagt Jakob Honc, „es wird zuviel geschnitten.“ Die Krone auslichten, nicht viel mehr, das reiche in der Regel schon. „Je mehr ich an Höhe wegnehme, desto mehr Wassertriebe werden sich wieder bilden“, sagt Simon Honc, „und schneide ich die wiederum alle weg, setzt sich das weiter fort.“ Wer Ertrag aus einem Baum ziehen will, sei mit der Methode schlecht beraten.

Beim Obstbaumschnitt sind die meisten ein wenig übereifrig.

Jakob Honc

„Damit eine Frucht aufkommt, brauche ich beim Apfel zum Beispiel einen dreijährigen Trieb, das heißt, ich muss dem Baum auch welche lassen.“ Am einfachsten, so sagt er, nach der Drittelregel: Ein Drittel der Triebe wird ganz weggeschnitten, ein Drittel gekürzt, ein Drittel darf bleiben. Bei Steinobst wie Kirsche und Zwetschke genüge überhaupt ein Auslichtungsschnitt, der bloß gewährleistet, dass Licht tiefer in die Krone gelangt. „Und eine Obstanlage braucht hin und wieder auch neue Bäume“, sagt Honc, „denn ab einem gewissen Altersstadium ist der Zenit erreicht, dann wird der Ertrag nicht mehr besser, selbst bei bester Pflege.“

Rasen und Stauden

Die intensive Rasenpflege sei in unseren Breiten eher erst ab April oder Anfang Mai wirklich sinnvoll, sagt Simon Honc: „Vertikutieren, nachsäen und düngen, aber eben erst dann, wenn kein Nachtfrost mehr zu erwarten ist.“ Im Sommer und Herbst könne man jeweils noch einmal nachdüngen. „Mit Stauden, also mehrjährigen nicht verholzenden Pflanzen, verfährt man am besten so, dass man sie im Herbst einfach stehen lässt“, sagt Simon Honc, „das ist gut für den Boden. Im Frühjahr schneidet man sie ab, keine Sorge, sie kommen dann von Neuem wieder auf.“ Wer Wein im Garten hat, sollte diesen schon gestutzt haben. „Er ist zu schneiden, noch bevor er austreibt, am besten im Februar“, so Honc, „wer es heuer übersehen hat, kann ja nächstes Jahr dran denken.“

Heim-Haus-Garten Jakob Honc Simon Honc St. Lorenzen im Mürztal
Karl Doppelhofer
Karl Doppelhofer

Aufgewachsen in Langenwang im Mürztal, jetzt in Bruck an der Mur daheim. Hat sich 1997 als Quereinsteiger in den Journalismus verirrt und nimmer rausgefunden. Redaktionsleiter der Rundschau seit deren Gründung im Jahr 2012.

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