Stadtrat Walter Reiter (Namensliste Reiter) hat die Zusammenarbeit mit SPÖ und Grünen aufgekündigt. Stadtparteivorstand der SPÖ berät am Montag, wie es weitergehen soll.
Die Leobener Dreierkoalition von SPÖ, Liste Reiter und Grünen ist Geschichte. Walter Reiter hat die Zusammenarbeit am Donnerstag, dem 12. März 2026, für beendet erklärt. Mit 13 Sitzen für die SPÖ, zwei für Reiter und einem für die Grünen hatte die selbstbetitelte „Allianz für Leoben“ im Gemeinderat mit insgesamt 31 Sitzen bisher eine 16:15-Mehrheit. Diese ist nunmehr dahin.
Ein „indiskutables“ Ultimatum
„Ich bin überrascht, dass Reiter damit heute an die Öffentlichkeit gegangen ist“, sagt Bürgermeister Kurt Wallner (SPÖ) im Gespräch mit der Rundschau, „denn eigentlich hatte er mir ein Ultimatum bis kommenden Montag gestellt.“ Konkret habe Reiter unter Androhung der Koalitionskündigung die Abberufung einer leitenden Person in der Stadtverwaltung gefordert, so der Bürgermeister, mit besagter Frist Montag, 16. März. „Indiskutabel“, sagt Wallner. Deshalb sei der SPÖ-Stadtparteivorstand für Montag Nachmittag ohnehin bereits einberufen.
Gespräche ab 16. März
In dieser Sitzung wird die SPÖ über die weitere Vorgehensweise beraten. „Ich werde vorschlagen, Gespräche mit allen zu führen“, sagt Wallner. Grün-Gemeinderätin Susanne Sinz teilt per Aussendung mit, dass sie bereit sei, weiterhin Verantwortung zu übernehmen. Lediglich eine Koalition unter Beteiligung der FPÖ komme für sie nicht in Frage. Die Blauen ihrerseits legen die Latte im Vorfeld hoch: „Unser Ziel ist es, im Interesse der Leobener Bevölkerung an einer stabilen und zukunftsfähigen Lösung mitzuarbeiten. Klar ist jedoch auch, dass der künftige Bürgermeister von Leoben nicht mehr Kurt Wallner heißen kann“, so FPÖ-Fraktionschef und Vizebürgermeister Florian Wernbacher. Für die ÖVP meldet sich Stadtrat Reinhard Lerchbammer zu Wort: „Der Rücktritt von Walter Reiter als Stadtrat und Wohnungsreferent kommt für uns als Gemeinderatsfraktion überraschend, und ich bin persönlich gleichzeitig sehr enttäuscht. Gerade in der Gemeindepolitik sollte es nicht um persönliche Empfindungen oder Konflikte gehen, sondern um Verantwortung für unsere Stadt und ihre Entwicklung.“ Seitens Walter Reiter liegt der Rundschau bislang keine persönliche Stellungnahme vor. Die KPÖ hat noch nicht öffentlich Position bezogen.




