Die Gemeinden in der Region haben ihre Voranschläge fürs heurige Jahr beschlossen, dabei wurde in fast allen Kommunen der Sparstift angesetzt.
Die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres steht traditionell ganz im Zeichen des Budgets fürs kommende Jahr. So wurden in allen 44 Gemeinden des Rundschau-Verbreitungsgebietes im Dezember die Haushaltsvoranschläge für das heurige Jahr beschlossen. Obwohl die Kommunen unterschiedlich groß sind, ähneln sich dennoch die Grundmechanismen ihrer Haushalte stark. Viele Gemeinden stehen zudem vor ähnlichen Herausforderungen, dazu zählen unter anderem die steigenden Personal- und Energiekosten, hohe Ausgaben im Sozialbereich, Inflation und der zunehmende Erhaltungsaufwand für Infrastruktur. Ein Großteil der Ausgaben fließt einfach in den laufenden Betrieb.
Wenig Handlungsspielraum
Für größere Projekte – etwa die Sanierung von Straßen, den Ausbau des Glasfasernetzes, Kindergarten- und Schulumbauten oder den Erwerb von Einsatzfahrzeugen – fehlt vielen Gemeinden aktuell der Handlungsspielraum, da unter anderem die Ertragsanteile aus den gemeinschaftlichen Bundesabgaben in den vergangenen Jahren gesunken sind. Höhere Ausgaben stehen somit niedrigeren Einnahmen gegenüber, aus diesem Grund haben viele Gemeinden in der Budgetplanung für das heurige Jahr streng gerechnet und viel rote Tinte verbraucht. Um über die Runden zu kommen, wurden etwa bereits Parkgebühren angehoben, Schließungen von Freizeitinfrastruktur angekündigt bzw. bereits umgesetzt oder geplante Projekte und Investionen nach hinten verschoben.

Erstmals kein Plus
Der Blick auf die gesamten Aufwendungen der 44 Rundschau-Gemeinden zeigt eine Summe von 650 Millionen Euro. Damit steht erstmalig seit der Umstellung der Haushaltsführung von kameralistischer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung auf doppelte Buchführung im Jahr 2020 kein klares Plus vor der Gesamtsumme der heimischen Gemeindebudgets.
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Weitere InformationenBekannte Spitzenreiter, schwesterliches Teilen und weitere Besonderheiten in den 2026er-Budgets.
An der Spitze bei den kommunalen Aufwendungen steht auch im heurigen Jahr wieder klar die Stadt Leoben mit 115 Millionen Euro (siehe Tabelle, dargestellt sind die Aufwendungen laut Ergebnishaushalt). Während die Montanstadt mit derselben Höhe an Aufwendungen wie im Vorjahr auskommen will, rechnet der erste Verfolger Kapfenberg heuer mit knapp zwei Millionen Euro mehr. Insgesamt weist das 2026er-Budget der Böhler-Stadt rund 94 Millionen Euro auf. Mit doch deutlichem Abstand liegt traditionell auf dem dritten Rang die Bezirksstadt Bruck an der Mur mit knapp 59 Millionen Euro. Dahinter reihen sich auch bereits üblich die Stadtgemeinden Trofaiach und Mürzzuschlag mit jeweils mehr als 34 Millionen Euro ein.
Fünf decken eine Hälfte ab
Damit bestreiten die „großen Fünf“ mit rund 336 Millionen Euro mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens der 44 Gemeinden im Rundschau-Erscheinungsgebiet, das rund 650 Millionen Euro ausmacht. Mit den kleinsten Aufwendungen planen die Gemeinden Miesenbach und Rettenegg, die als einzige unterhalb der Zwei-Millionen-Marke bleiben.
Eisenerz an der Spitze
Rechnet man die kalkulierten Aufwendungen durch die jeweilige Einwohnerzahl, so steht einmal mehr Eisenerz ganz klar an der Spitze. Mit 5364 Euro pro Kopf führt die Bergmannstadt diese Statistik vor Leoben mit 4682 Euro, Radmer mit 4614 Euro, Mariazell mit 4607 Euro und Mürzzuschlag mit 4356 Euro an. Der Eisenerzer Spitzenplatz ist eine rechnerisch zwingende Folge des Bevölkerungsrückgangs. Die Stadt war strukturell ja einst auf gut 12.000 Einwohner ausgelegt. Das heißt, es gibt trotz „Re-Designs“ viel zu erhalten, und das mit den Einnahmen, die für weniger als ein Drittel an Bevölkerung fließen.

Stammplätze auch unten
Am anderen Ende der Pro-Kopf-Statistik liegt auch heuer wieder die im Kontrast zu Eisenerz wachsende und seit einigen Jahren einwohnerstärkere Mürztaler Gemeinde St. Lorenzen, die Aufwendungen von 2153 Euro pro Nase aufweist. Es folgen Fischbach (2321 Euro) und die ebenfalls auf einen unteren Platz in der Rangliste abonnierte Gemeinde St. Marein (2501 Euro), mit der sich die Lorenzener Nachbarn vieles fast schwesterlich teilen, etwa Sportstätten, Einsatzorganisationen und die Mittelschule.
Einmal noch richtig groß
Das größte Projekt, das in den diesjährigen Gemeindebudgets abgebildet wird, ist das Bildungszentrum Fröbelgasse in Leoben. Es kostet insgesamt rund 20,3 Millionen Euro, im 2026er-Budget sind dafür elf Millionen vorgesehen. Damit wendet die Montanstadt fürs größte Projekt heuer mehr auf, als 31 Gemeinden der Region in ihren jeweiligen Gesamtbudgets zur Verfügung haben. Allerdings wird auch Leoben zurückschrauben, nach dem Schulbau soll es laut Stadtgemeinde auf Jahre keine vergleichbar großen Projekte geben.
| Gemeinde | Aufwendungen 2026 in Euro (gerundet) |
| Miesenbach | 1.840.000 |
| Rettenegg | 1.940.000 |
| Radmer | 2.180.000 |
| St. Kathrein/H. | 2.200.000 |
| Wald/Schoberpaß | 2.290.000 |
| Gasen | 2.460.000 |
| Fischbach | 3.470.000 |
| Vordernberg | 3.510.000 |
| Kraubath | 3.900.000 |
| Breitenau | 4.270.000 |
| Ratten | 4.420.000 |
| Kalwang | 4.460.000 |
| Proleb | 4.510.000 |
| Stanz | 4.520.000 |
| Turnau | 4.680.000 |
| St. Stefan ob Leben | 4.720.000 |
| Traboch | 5.030.000 |
| Mautern | 5.090.000 |
| Strallegg | 5.150.000 |
| Spital/Semmering | 5.470.000 |
| Tragöß-St. Kath. | 5.620.000 |
| St. Peter-Frst. | 6.360.000 |
| Kammern | 7.140.000 |
| St. Marein | 7.200.000 |
| Pernegg | 7.320.000 |
| Thörl | 7.360.000 |
| Neuberg | 7.570.000 |
| Niklasdorf | 7.920.000 |
| St. Lorenzen | 8.110.000 |
| Aflenz | 8.190.000 |
| St. Michael | 9.850.000 |
| Langenwang | 11.100.000 |
| Mariazell | 16.300.000 |
| Birkfeld | 16.400.000 |
| Krieglach | 18.000.000 |
| Eisenerz | 18.000.000 |
| St. Barbara | 19.500.000 |
| Kindberg | 27.500.000 |
| Frohnleiten | 28.200.000 |
| Mürzzuschlag | 34.100.000 |
| Trofaiach | 34.700.000 |
| Bruck an der Mur | 58.900.000 |
| Kapfenberg | 94.000.000 |
| Leoben | 115.000.000 |




