Bei der Voestalpine in Leoben-Donawitz wurde die Montage der neuen Elektrolichtbogenofenanlage größtenteils abgeschlossen, nun startet in Teilbereichen die Kalt-Inbetriebnahme.
Der Elektrolichtbogenofen (EAF), Herzstück der Umstellung auf „grünen Stahl“ am Voestalpine-Standort Leoben-Donawitz, ist eingebaut. Die insgesamt knapp 900.000 gelieferten Einzel-Bauteile mit einem Gesamtgewicht von etwa 8500 Tonnen wurden per Schiff, Bahn und LKW antransportiert. „Die Montage und Inbetriebnahme des neuen Elektrolichtbogenofens ist technisch äußerst anspruchsvoll und erfordert die enge Zusammenarbeit unserer Fachkräfte mit unseren Partnerunternehmen. Dass wir auch hier planmäßig voranschreiten, ist das Ergebnis monatelanger Planung und der erfolgreichen Kooperation mit unserem Projektpartner Danieli“, sagt Franz Kainersdorfer, Mitglied des Vorstandes der Voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division. Die Elektrolichtbogenofenanlage besteht aus mehreren zentralen Komponenten, wie etwa einem Unter- und einem Obergefäß und einer Wippe, sowie aus den dazugehörigen Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen (z.B. Stromleitungen). Die Voestalpine arbeitet in Donawitz mit mehr als 70 Unternehmen zusammen, rund 90 Prozent davon sind aus Österreich. Rund 500 Fachkräfte sind aktuell auf der Baustelle tätig. Die Montage des EAF erfolgte in mehreren Schritten: Nach der Vormontage, Vermessung und Prüfung wurden die Anlagenteile mithilfe von Schwertransporten und Großkränen an ihre endgültige Position gehoben. Dabei wurden einzelne Bauteile mit einem Gewicht von bis zu 94 Tonnen bewegt. Für besonders anspruchsvolle Hebevorgänge kamen Kräne mit Tragfähigkeiten von bis zu 650 Tonnen zum Einsatz.
Kalt-Inbetriebnahme als Meilenstein
Die Kalt-Inbetriebnahme markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein. Voraussetzung dafür ist die Inbetriebnahme zentraler Infrastruktursysteme wie der elektrische Energieversorgung und der Rohstoff- und Betriebsmittelversorgung. Während der Kalt-Inbetriebnahme werden erstmals alle Anlagenkomponenten als Gesamtsystem getestet. Dabei werden mechanische Funktionen, Medien- und Rohrleitungssysteme sowie Sensoren, Antriebe und Steuerungen geprüft. Zusätzlich erfolgen umfangreiche Tests der Automatisierungs- und Sicherheitssysteme, um die Anlage optimal auf die spätere Produktionsaufnahme vorzubereiten. Erst wenn alle Systeme fehlerfrei zusammenspielen, erfolgt der nächste Schritt in Richtung Produktionsstart. Planmäßig erfolgt dieser im ersten Halbjahr 2027.
Weitere Ausbaupläne für Donawitz
Vorbehaltlich offener Förderfragen plant die Voestalpine bis 2030 eine Erweiterung der EAF-Anlage. Diese Investition von rund 100 Millionen Euro erfolgt unter anderem für den weiteren Ausbau der Stromversorgung, die Errichtung einer dritten Sekundärmetallurgie-Linie und die Erweiterung der Schrottlogistik. Mit diesem Schritt könnte der Standort Donawitz ab 2030 vollständig auf eine elektrifizierte Stahlproduktion umstellen.




