Hauptteil der zweiten Vollversammlung des Tourismusverbandes „Erlebnisregion Hochsteiermark“ war die Neuwahl der Tourismuskommission und des Vorstandes. Überraschungen blieben aus.
Alle fünf Jahre werden gemäß den Statuten die Mitglieder sowie Ersatzmitglieder der Tourismuskommission von den Delegierten gewählt. Da es nur einen eingereichten Wahlvorschlag gab, war die Verlesung der Kommissionsmitglieder auch gleich die Annahme der Wahl. Die Mitglieder der Tourismuskommission wählten im Anschluss in der konstituierenden Sitzung den neuen Vorstand. Der Wahlvorschlag für den Vorstand mit dem bisherigen Vorsitzenden Nino Contini, dessen Stellvertreter Sascha Auer und Finanzreferenten Alfred Grabner wurde einstimmig angenommen. Der Brucker Unternehmer Sascha Auer löst somit Jochen Jance im Vorstand ab. Jance war vor fünf Jahren noch Bürgermeister in St. Barbara und stellte die Schnittstelle zwischen Tourismus und Politik dar. Sascha Auer will jetzt die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Tourismus in der Kommission sein.

Zweiteilige Vollversammlung
Die erste, ordentliche Vollversammlung fand bereits Ende März statt. Sie diente dem operativen Geschäft, die Vorjahresbilanz wurde präsentiert, der Rechnungsabschluss genehmigt sowie die Pläne und das Budget für das laufende Tourismusjahr vorgestellt. Die zweite Vollversammlung wurde nun im Gasthof Ebner-Hollerer in Übelstein bei Bruck als zusätzliche Versammlung abgehalten – nach dem Ende der fünfjährigen Funktionsperiode muss die Tourismuskommission inklusive Vorstand neu gewählt werden. Außerhalb dieser Wahljahre reicht den Tourismusverbänden in der Regel eine einzige ordentliche Vollversammlung im Jahr aus.
Budget von 1,9 Millionen Euro
Hochsteiermark-Geschäftsführerin Ute Gurdet wies in ihrem Bericht auf die gesetzlichen Vorgaben eines Tourismusverbandes hin. „Hauptaufgabe aller elf steirischen Erlebnisregionen ist die touristische Vermarktung abgestimmt auf das vorhandene regionale Angebot. Wie die Vermarktung umgesetzt wird, welche Richtung wir dabei einschlagen, das obliegt jeder Region selbst.“ Rund 1,9 Millionen Euro beträgt das Budget für 2026, „Davon kommen zirka 1,3 Millionen Euro aus den Interessentenbeiträgen und etwa 400.000 Euro aus der Nächtigungsabgabe“, erklärte Finanzreferent Alfred Grabner. Insgesamt fließen 1,2 Millionen Euro direkt ins Marketing. „223.000 Euro können wir als Unterstützung für regionale Veranstaltungen beisteuern“, sagte Ute Gurdet ergänzend.
Langsam und stetig wachsen als Ziel
Nino Contini bedankte sich bei den Kommissionsmitgliedern, dem Vorstand und seinem Team für die Unterstützung in den vergangenen fünf Jahren und für den Vertrauensbeweis durch die einstimmige Wahl. „Als wir für fünf Jahren angetreten sind, war es unser Ziel, langsam und stetig zu wachsen. Ein Ziel, das wir auch weiterhin konsequent verfolgen werden.“

Das Rad als Zugpferd
Hochsteiermark-Geschäftsführerin Ute Gurdet stellte die touristischen Schwerpunkte vor. Egal ob Mountainbike, E-Bike, Gravel-Bike oder mit „Bike & Hike“ einer Kombination aus Radfahren und Wandern. Die Hochsteiermark setzt voll auf den Radtourismus, garniert mit feinster Kulinarik. Eng zusammen gearbeitet wird dabei mit der Wanderagentur „Weges“ von Silvia Sarcletti und Elisabeth Zienitzer. „Zusammen mit den beiden Rad- und Wanderexpertinnen setzen wir ein Leader-Projekt mit ,Bike & Hike‘ um“, erklärt Ute Gurdet. Im Umstiegsbereich vom Fahrrad aufs Wandern wird es spezielle „Wexel“-Stationen geben. Dort kann das Fahrrad abgestellt werden, zudem gibt es Aufbewahrungsboxen für Gepäcksutensilien sowie Informationstafeln. Im ersten Ausbaubereich soll es zehn bis 15 „Bike & Hike“-Touren mit diesen speziellen Wechselstationen geben. Viele dieser Routen sollen ihren Ausgangspunkt bei Bahnhöfen haben, damit eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtert werden soll. „Bike & Hike“-Ziele könnten beispielsweise die Hohe Veitsch, der Windberg auf der Schneealm, Aflenzer Bürgeralm oder die Tonion sein. Auch das Radpilgern ist ein weiterer Radschwerpunkt. Mit „Vier Touren – ein Ziel“ werden Tourismuspakete nach Mariazell geschnürt. „Über Frein und die Schöneben ergeben sich neue fahrradfreundliche Möglichkeiten abseits von Landes- und Bundesstraßen, um zur Basilika nach Mariazell zu kommen“, so Ute Gurdet.
Über die Hochsteiermark
Der Tourismusverband Hochsteiermark umfasst im wesentlichen den Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Nicht dazu gehören die Gemeinden Breitenau und Pernegg (Oststeiermark) sowie Tragöß-St. Katharein (Erzberg-Leoben) und St. Marein (keine Einstufung als Tourismusgemeinde). Die verbleibenden 15 Gemeinden teilen sich auf die Tourismusregionen Mariazellerland, Naturpark Mürzer Oberland, Waldheimat-Veitsch, Steirischer Semmering, Alpenregion Hochschwab-Pogusch und Bruck-Kapfenberg auf.





