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Startseite » Wie eine Katze den Firmennamen schuf
Wirtschaft

Wie eine Katze den Firmennamen schuf

Markus Hacklvon Markus Hackl30. August 20267 Minuten Lesezeit
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Ein Mann sitzt bequem auf einer Couch, daneben eine Wendeltreppe aus Metall.
Minka-Chef Ernst Janner sitzt neben einem typischen Minka-Produkt: einer Spindeltreppe. Foto: Milano Schwarz
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Minka gibt es seit 70 Jahren in St. Lorenzen. Wie sich die Firmengruppe entwickelt hat, das erklärt Minka-Chef Ernst Janner – und was eine Katze damit zu tun hat.

Markus Hackl: Lieber Ernst Janner, wir sitzen hier im Cowerk Kindberg, ein Musterbeispiel für die Revitalisierung eines leerstehenden Industriekomplexes in Zentrumsnähe. Wie ist es dazu gekommen?
Ernst Janner: Wir waren auf der Suche nach Flächen, weil uns der Platz im Stammhaus in
St. Lorenzen zu klein geworden ist. Ursprünglich wollten wir nur einen Teil des ehemaligen Schrack-Werks anmieten, das war jedoch nicht möglich. So haben wir uns entschieden, den gesamten Komplex zu kaufen. Uns war bewusst, dass wir weitere Mieter benötigen. Was anfangs schleppend lief, wurde schnell ein richtiger Renner, und wir haben jetzt eine sehr gute Auslastung.

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Hackl: Ist oder war die Zeit reif für so eine moderne Form eines Arbeitsplatzes, in dem sich mehrere Menschen oder Ein-Personen-Unternehmen das Arbeitsumfeld teilen?
Janner: Nicht wirklich. Das Cowork-Konzept ist nicht so recht aufgegangen. Aber trotzdem: Viele, die sich für einen Cowork-Platz interessierten, haben sich für ein eigenes Büro entschieden. Da sind wir sehr flexibel und können Büros und Lagerflächen in allen Größen anbieten. Es gibt zwar noch drei echte Cowork-Kojen, die aber kaum genutzt werden.

Hackl: Wie ausgelastet ist man hier im Cowerk? Würde es noch Platz geben?
Janner: Im Cowerk sind rund 30 Firmen eingemietet, darunter auch wir als Firma Minka mit unserem Lager und unserer Logistikzentrale. Bei Produktionsflächen sind wir voll, Büros sind wieder verfügbar, da wir wieder erweitert haben.

Hackl: Sie sind Chef der Firma Minka, einem Familienbetrieb, den es seit 1951 gibt; gegründet von ihrem Großvater und Vater in Dornbirn in Vorarlberg mit einem selbst entwickelten Patent für Dachtreppen. Wie ist man seinerzeit auf die Obersteiermark und St. Lorenzen gekommen? Immerhin wurde 1956, also vor 70 Jahren das Werk hier eröffnet.
Janner: In Vorarlberg dürfte die wirtschaftliche Entwicklung weitaus schneller vorangeschritten sein, als im übrigen Österreich. Es waren kaum Fachkräfte zu bekommen und auch die Grundstückspreise waren zu jener Zeit bereits enorm hoch. Weil man damals stark auf den österreichischen Markt setzte, war es naheliegend, dass man ins Zentrum Österreichs strebte. Sie haben sich einige Objekte in Oberösterreich, auch in Südtirol angeschaut. Letztendlich fiel die Wahl auf die Obersteiermark, weil man für relativ wenig Geld noch viel Fläche bekam. Man ist mit Pack und Sack hierhergezogen und hat in einem Einfamilienhaus in der Garage mit der Produktion begonnen.

Der Kreativraum im Cowerk Kindberg dient auch als eine öffentlich zugängliche Veranstaltungsörtlichkeit. Foto: Minka

Hackl: Seit 1986 führen sie das Minka-Werk. Wie hat es sich seit dieser Zeit entwickelt?
Janner: Das Kerngeschäft von Minka war ursprünglich der Bau und der Vertrieb der Dachbodentreppe. Zur Dachbodentreppe ist dann die Pulverbeschichtung gekommen, weil wir diese für die Metalldachbodentreppe gebraucht haben. Später kam zur besseren Auslastung die Lohnpulverbeschichtung dazu, die inzwischen zu einem sehr großen Bereich im Unternehmen angewachsen ist. Im nächsten größeren Entwicklungsschritt kamen Spindeltreppen und Raumspartreppen im Baukastensystem. Damit konnten wir die Treppen in Serie automatisiert produzieren, sie lassen sich kompakt und klein verpacken und europaweit verschicken.

Hackl: Der Kunde muss demnach gar nicht mehr in den Baumarkt gehen, um zu Eurem Produkt zu kommen?
Janner: Richtig. Die Vertriebsstruktur ist einfach aufgebaut. Der Kunde sucht sich das für ihn passende Produkt auf unserer Homepage aus, kauft sie; wir schicken sie ab, er hat sie innerhalb weniger Tage zu Hause und kann sie in einfacher Selbstmontage aufbauen. Die Höhen lassen sich einfach bis zu einer Raumhöhe von drei Metern anpassen. Es gibt zwar auch noch den Verkauf über Baumärkte und Shops, das Produkt wird aber immer von uns ins Haus geliefert.

Hackl: Wie ist man eigentlich auf den Firmennamen Minka gekommen, eine Ableitung zu Janner lässt sich ja nicht finden?
Janner: Meine Großeltern haben über einen passenden Firmennamen nachgedacht, sind sich aber nicht einig geworden. In dem Moment ist die Hauskatze vorbeigelaufen – und die hat Minka geheißen. Und so wurde die Firma Minka geboren.

Hackl: Im Jahr 2025 hat man auch die in Schieflage geratene Firma Mareiner Holz übernommen. Wie geht es Mareiner heute? Man firmiert weiterhin unter der Marke Mareiner?
Janner: Die Marke „Mareiner“ ist geblieben, wir haben jedoch nicht die GmbH übernommen, sondern nur die Hallen, die Maschinen und die Lagerbestände gekauft und in Minka integriert. Wichtig war mir bei dem Kauf jedoch, die Top-Mitarbeiter zu übernehmen. Sie sind fast alle geblieben und führen das Geschäft extrem motiviert weiter, als wäre es ihr eigener Laden. Es hat sich super entwickelt, der Holzmarkt läuft auf gewohnt hohem Niveau weiter, und wird auch gut angenommen. Die Hauptprodukte wie Holzverkleidungen und Holzböden. Der Absatzmarkt bei den Holzverkleidungen liegt eher im Westen Österreichs, weil dort der rustikale Holzbaustil mehr ausgeprägt ist, als hier bei uns. Die Hauptmärkte in Europa liegen im Osten Frankreichs und in der Schweiz. Wir arbeiten mit speziellen Hölzern und mit Spezialoberflächen. Die Tendenz ist steigend, wobei gerade die Baubranche sehr hart ist. Die Talsohle dürfte hierbei erreicht sein, aber von einer Aufwärtstendenz in der gesamten Branche kann man noch nicht sprechen.

Hackl: Ist eine Produktion in Österreich bzw. Europa heutzutage noch aufrecht zu halten?
Janner: Sie ist aufrechtzuerhalten, wenn man sehr stark auf Automatisierung setzt. Das große Problem in Österreich ist das unternehmerfeindliche Umfeld mit den unzähligen Auflagen und eine überbordende Bürokratie. Von einer immer wieder versprochenen Entbürokratisierung sind wir Lichtjahre entfernt, im Gegenteil: gefühlt wird es Woche für Woche schlimmer. Mich beschleicht das Gefühl, dass man das Unternehmertum ganz bewusst nach unten drückt, ich weiß jedoch nicht, was das Ziel dahinter ist. Ich finde zum Beispiel kaum noch Mitarbeiter, die am Samstag Überstunden machen, weil ihnen schlicht zuwenig übrig bleibt, weil die Steuern alles auffressen. Je mehr einer arbeiten will, umso mehr wird einem genommen. Hier lohnt sich Leistung tatsächlich nicht mehr.

Mit Treppen in allen Ausformungen hat sich Minka ein Alleinstellungsmerkmal in Europa geschaffen. Foto: Minka/Marion Janner

Hackl: Hat sich nach dem Umzug von Vorarlberg in die Obersteiermark jemals noch die Standortfrage gestellt?
Janner: Natürlich hat sich immer wieder einmal die Frage nach einem neuen bzw. zusätzlichen Standort gestellt. Ungarn war als Wirtschaftsstandort einmal sehr interessant. Wir aber sind und waren stets auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen und die gibt es eben hier im Mürztal. Und diese Fachkräfte wären nicht nach Ungarn mitgegangen und dort von Null weg eine Produktion hochzuziehen, war nicht in unserem Sinne. So haben wir uns dazu entschlossen hier zu bleiben und voll und ganz auf Rationalisierung zu setzen. Ein Schritt, der uns gut gelungen ist und der es ermöglicht, zum Beispiel auch mit Produkten aus China voll konkurrenzfähig zu sein. Auch die Chinesen können nicht billiger produzieren, als wir in Österreich – dazu kommen auch noch die Frachtkosten.

Hackl: Die Familie Janner ist auch auf dem Immobilienmarkt sehr präsent? Ich denke da ans Cowerk, an Kindberg-Mitte, an das neue Studenten- und Schülerheim in der Kapfenberger Grillparzerstraße, das „Aura“. Wie entwickeln sich diese Objekte?
Janner: Grundsätzlich entwickeln sich alle Objekte gut. Die Aura ist noch im Aufbau, hier arbeiten wir noch an der Kapazität und der Auslastung. Mit kommenden Schuljahr liegen wir immerhin bei einer 50-prozentigen Auslastung.

Hackl: Sie selbst sind ja auch begeisterter Oldtimer-Fan. Was ist Ihr Lieblingsstück?
Janner: Ich habe eine Puch 250 SG. Es war ein Emotionskauf: Die Puch wurde nämlich an jenem Tag angemeldet, an dem ich auf die Welt gekommen bin. Ich war auch beim letzten Wurmerl-Oldtimertreffen kürzlich mit dabei.

Zum Unternehmen Minka

Die Geschichte von Minka begann in den 1950er-Jahren, als Franz Janner seine erste Dachbodentreppe baute und daraus eine Geschäftsidee entwickelte. Sein Vater Ernst Janner sen. meldete dazu ein Patent an, basierend darauf gründeten Vater und Sohn 1952 in Dornbirn die Firma Minka. 1956 erfolgte der Umzug von Vorarlberg nach St. Lorenzen im Mürztal. 1986 übergab Franz Janner das Unternehmen an Sohn Ernst Janner jun., den jetzigen Inhaber. 2010 eröffnete Minka einen zweiten Standort in Kindberg und begründete das „Cowerk“ auf dem ehemaligen Schrack-Areal. Das Unternehmen beschäftigt rund 135 Mitarbeiter.

Hackl trifft St. Lorenzen
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Markus Hackl

Der Kindberger ist seit knapp 25 Jahren journalistisch in der Obersteiermark aktiv und seit 2025 als freiberuflicher Journalist tätig, unter anderem für die Rundschau. In seiner Rubrik "Hackl trifft" lädt er Menschen zum Gespräch, die in der Region viel bewegen und entsprechend etwas zu erzählen haben.

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