Der BWM iX3 ist das erste Serienmodell der „Neuen Klasse“ und bringt optisch wie technisch zahlreiche Innovationen.
Manchmal reicht ein Facelift eben nicht mehr aus. Dann hilft auch keine neue Stoßstange, kein größeres Display und schon gar nicht ein paar zusätzliche PS. Dann braucht es einen kompletten Neustart, wie ihn BMW mit dem iX3 durchgeführt hat. Er ist weit mehr als der Nachfolger des bisherigen Elektro-SUVs, er ist das erste Serienmodell der sogenannten „Neuen Klasse“ und damit jenes Auto, auf das die Bayern seit Jahren hinarbeiten. Entsprechend groß waren natürlich die Erwartungen, und nach einer ersten Testfahrt lässt sich sagen: Das Warten hat sich gelohnt.
Optik
Schon auf den ersten Blick wirkt der neue iX3 anders. Er präsentiert sich moderner, klarer und gleichzeitig wieder mehr als BMW. Die Front verzichtet auf übertriebene Effekthascherei, die schmalen LED-Scheinwerfer verleihen dem SUV einen entschlossenen Blick, und die neu interpretierte Niere passt endlich wieder harmonisch ins Gesamtbild. Kein Design um jeden Preis, sondern eines, das auch in ein paar Jahren noch gefallen dürfte, auch wenn manche Skeptiker mit der neuen Optik nicht ganz zurechtkommen.

Instrumente
Richtig spannend wird es allerdings erst nach dem Einsteigen. Wer bisher BMW gefahren ist, wird sich kurz verwundert umsehen. Es gibt keine klassische Instrumenteneinheit mehr, stattdessen zieht sich die neue BMW Panoramic Vision über die gesamte Breite der Windschutzscheibe. Die Anzeigen für Geschwindigkeit, Navigation und Assistenzsysteme scheinen direkt vor dem Fahrer zu schweben. Anfangs wirkt das wie Science-Fiction, schon nach wenigen Minuten fragt man sich allerdings, warum das bisher noch niemand so konsequent umgesetzt hat. BMW hat es geschafft, modernste Technik so einzubauen, dass sie den Fahrer unterstützt und nicht beschäftigt. Genau so sollte Digitalisierung funktionieren.

Motorisierung
Für unsere Testfahrt stand ein BMW iX3 50 xDrive vom Autohaus Huber in Bruck-Oberaich bereit. Schon nach den ersten Metern wird klar, dass nicht nur das Cockpit neu erfunden wurde. Zwei Elektromotoren liefern gemeinsam 469 PS und satte 645 Nm Drehmoment. Ein kurzer Druck aufs Fahrpedal genügt, und man hofft, dass die Kukident-Haftcreme hält, was sie verspricht. Das ganze geschieht ohne Schaltvorgänge, ohne Verzögerung und ohne Motorengeräusch, dafür mit einer Souveränität, die süchtig macht.

Performance
In 4,9 Sekunden sprintet der iX3 auf Tempo 100. Dabei fährt er sich erfreulicherweise nicht wie ein rollender Computer, was ihn von vielen anderen Elektroautos unterscheidet. Bereits nach den ersten Kurven stellt sich jenes typische BMW-Gefühl ein, das die Marke seit Jahrzehnten auszeichnet. Die Lenkung arbeitet präzise, das Fahrwerk verbindet Komfort mit Sportlichkeit, und der Allradantrieb bringt die Leistung jederzeit souverän auf die Straße. Obwohl mehr als 2,3 Tonnen bewegt werden, fühlt sich der iX3 erstaunlich leichtfüßig an. Man vergisst nach kurzer Zeit völlig, dass unter dem Fahrzeugboden eine riesige Batterie ihren Dienst verrichtet, und genießt stattdessen einfach die Straße. Apropos Batterie: Auch hier legt der neue iX3 die Messlatte ein gutes Stück höher. Im getesteten 50 xDrive steckt ein Akku mit 113,4 kWh Bruttokapazität, der laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 805 Kilometern ermöglicht. Selbst wenn man im Alltag etwas darunter bleibt, spielt Reichweitenangst hier praktisch keine Rolle mehr. Wer gerne längere Strecken fährt, wird diese Gelassenheit schnell zu schätzen wissen. Fast noch beeindruckender ist allerdings das neue Ladesystem. BMW setzt erstmals konsequent auf eine 800-Volt-Architektur, wodurch der iX3 an entsprechenden Schnellladesäulen mit bis zu 400 kW laden kann. Von zehn auf 80 Prozent vergehen laut Werk lediglich 21 Minuten.

Alltag
Dass der iX3 trotz aller Dynamik ein vollwertiges Familienauto bleibt, zeigt ein Blick in den Kofferraum. 520 Liter Ladevolumen, bis zu 1750 Liter bei umgeklappter Rückbank, und zusätzlich 58 Liter unter der Fronthaube bieten mehr als genug Platz für Urlaubsgepäck, Kinderwagen oder den Wochenendeinkauf. Besonders praktisch: Die Ladekabel verschwinden endlich dort, wo sie hingehören, und rutschen nicht mehr zwischen Einkaufstaschen und Reisekoffern herum. Auch bei der Ausstattung geizt BMW nicht. Bereits serienmäßig sind neben der neuen Panoramic Vision auch Driving Assistent Plus, elektrische Sitze mit Memoryfunktion, Sitzheizung, Komfortzugang, Wärmepumpe sowie zahlreiche weitere Features an Bord. Der von uns gefahrene BMW iX3 50 xDrive startet bei 70.900 Euro, das Einstiegsmodell ist um rund 7000 Euro weniger zu haben.
| BMW iX3 50 xDrive | |
|---|---|
| Preis: | ab Euro 70.900,- |
| Verbrauch: | 17,1 kWh (Werksangabe) |
| Leistung: | 355 kW / 469 PS |
| Max. Geschw.: | 210 km/h |
| Abmessungen: | 4782 / 1895 / 1635 mm |
| Gewicht: | 2360 kg |
| In drei Worten: | Alles ganz neu |
alle Fotos: MaW





