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Startseite » Früher hätt’ ma „Krawall“ gesagt
Motor

Früher hätt’ ma „Krawall“ gesagt

Michael Wasshubervon Michael Wasshuber1. Juli 20264 Minuten Lesezeit
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Ein grüner Pkw der Kompaktklasse fährt auf einer Straße von rechts nach links, im Hintergrund ein Gehöft.
Der Cupra Raval steht in der Tradition der GTIs, RSs, OPCs und Stradales von anno dazumal. Viel leiser ist er halt. Foto: MaW
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Der Cupra Raval mag flüsterleise sein, doch steht er in der Tradition kompakter Alltagssportler. Und zeigt, dass Elektromobilität auch Spaß machen darf.

Elektroautos haben in den vergangenen Jahren vieles gelernt. Sie fahren weiter, laden schneller und werden immer effizienter. Was dabei oft auf der Strecke bleibt, ist das Gefühl, das Autofahrer seit Generationen begeistert, nämlich Charakter und Persönlichkeit. Es fehlt der berühmte Funke, der überspringt, wenn man den Startknopf drückt – und genau hier setzt der neue Cupra Raval an.

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Hot Hatch elektrisch

Die Spanier schicken keinen weiteren vernünftigen Stromer für die Innenstadt ins Rennen. Vielmehr wollen sie beweisen, dass Elektromobilität auch Spaß machen darf. Und tatsächlich gelingt ihnen das erstaunlich gut. Schon optisch macht der Raval klar, dass er nicht in der Masse untergehen will. Die Front wirkt aggressiv, die Linienführung mutig, und die gesamte Erscheinung erinnert eher an einen sportlichen Kompakten als an einen klassischen Kleinwagen. Besonders in den matten Lackierungen zieht der Spanier viele Blicke auf sich. Während viele moderne Elektroautos aussehen, als wären sie ausschließlich im Windkanal entstanden, erlaubt sich der Raval noch ein wenig Emotion. Er steht gewissermaßen in der Tradition der „Hot Hatches“, als elektrischer Gruß an all die GTIs, RSs, OPCs und Stradales von anno dazumal. 

Gute Balance von digital und analog, und fesch obendrein. Foto: MaW

Stimmiges Cockpit

Im Innenraum setzt sich der erfrischende Eindruck fort. Das Cockpit wirkt modern, ohne dabei steril zu sein. Die Sportsitze gehören zu den Highlights des Fahrzeugs und vermitteln sofort das Gefühl, in einem Auto zu sitzen, das mehr sein möchte als nur ein effizienter Begleiter für den Alltag. Das neue Infotainmentsystem arbeitet schnell und zuverlässig, Smartphone-Anbindung inklusive. Und auch wenn Cupra dem allgemeinen Trend zur Touch-Bedienung nicht vollständig widerstehen konnte, wirkt das Bedienkonzept insgesamt durchdacht. 

Fürs Felgendesign und den superkurzen Überhang gibt’s Stil-Höchstnoten. Foto: MaW

Was sein darf

Viel wichtiger ist allerdings, wie sich der Raval auf der Straße anfühlt, denn dort zeigt sich sein wahres Talent. Die stärkste Version leistet 226 PS und bringt ihre Kraft über die Vorderräder auf den Asphalt. Auf dem Papier ist das eine Zahl unter vielen, hinter dem Lenkrad entwickelt sie jedoch eine eigene Wirkung. Der Raval beschleunigt nicht nur schnell, er vermittelt dabei auch ein erstaunlich direktes Fahrgefühl. Das Fahrwerk arbeitet präzise, und die Lenkung ist so direkt, dass man dem Go-Kart-Gefühl schon sehr nahe kommt. Der Raval fährt nicht wie ein Elektroauto, das auf Effizienz bedacht ist, sondern wie eines, das seinem Fahrer Freude bereiten will. So ertappt man sich mitunter durchaus dabei, die nächste Kurve etwas flotter anzufahren. Das elektronische Sperrdifferenzial sorgt dabei dafür, dass die Kraft sauber auf die Straße gelangt. Selbst bei engagierter Fahrweise bleibt der kleine Spanier erstaunlich souverän. 

Keck am Heck. Eh nicht nur dort, aber dort halt besonders. Foto: MaW

Was sein muss

Bei allem Fahrspaß bleibt der Raval aber alltagstauglich, auch das in besagter Tradition. Das Platzangebot fällt üppiger aus, als man es von einem Fahrzeug dieser Größe erwarten würde. Vorne sitzt man angenehm luftig, hinten finden auch Erwachsene ausreichend Platz. Der Kofferraum bietet genügend Stauraum für Einkauf, Sporttaschen oder das Gepäck für den Wochenendausflug. Auch bei der Reichweite gibt es wenig Anlass zur Kritik. Mit der 52-kWh-Batterie sind im Alltag rund 300 bis 350 Kilometer realistisch, was für die meisten Wege ausreichen sollte. Der Verbrauch bleibt dabei erfreulich niedrig. Ein weiteres Argument pro Raval sind die kompakten Außenmaße, mit denen auch enge Parkhäuser keine Probleme bereiten.

„Hot Hatch“ in feinster Manier: Sportlicher Look auf nur knapp über vier Meter, ausreichend Saft und dabei vollkommen alltagsfit. Foto: MaW

Blick voraus und zurück

Auf den kurvenreichen Straßen unserer Region fühlte sich unser Testwagen vom Autohaus Knoll in Kapfenberg pudelwohl. Gerade dort, wo Fahrspaß wichtiger ist als die nächste Ladesäule, spielt er seine Stärken aus. Natürlich ist nicht alles perfekt, bei der Ladeleistung liegt er nicht im Spitzenfeld, und zum Start werden nur die Modelle mit 52-kWh-Batterie angeboten. Eine Version mit einer 37-kWh-Batterie soll aber bereits in den nächsten Monaten folgen. Derzeit liegt der Einstiegspreis bei 34.900 Euro, doch Cupra bietet beim Kauf jede Menge Boni an, mit denen man locker unter 30.000 Euro bleibt. Die versprochene Version mit dem kleinen Akku wird bei rund 22.900 Euro vermutet. Was beide Versionen gemeinsam haben, ist allerdings etwas, das bei vielen modernen Autos sukzessive verloren gegangen ist: der Blick zurück nach dem Aussteigen.

Cupra Raval VZ
Preis:ab Euro 39.400,-
Verbrauch:15,9 kWh (Werksangabe)
Leistung:166 kW / 226 PS
Max. Geschw.:175 km/h
Abmessungen:4046 / 1784 / 1514 mm
Gewicht:1615 kg
In drei Worten:Fahrspaß als Serienausstattung

alle Fotos: MaW

Autohaus Knoll Cupra Gesehen und gefahren
Michael Wasshuber
Michael Wasshuber

Seit rund 25 Jahren im Medienbereich zuhause – weil Information, Kommunikation und regionale Verbundenheit bei ihm zusammengehören. Aus der Werbeberatung kommend leitet er heute die Obersteirische Rundschau. Seine Wurzeln im Automobilhandel prägen ihn bis heute: Technik und Mobilität sind seine Welt, in die jede Ausgabe mit seinen Auto-Fahrberichten Einblick gibt. Aufgewachsen am Fuße des Hochschwabs, liegt dort mit Familie und Hund Emma sein Rückhalt. Sportlich gern in Bewegung – ob mit Tennisschläger oder auf den Schiern.

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