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Motor

Geschnallt

Michael Wasshubervon Michael Wasshuber17. Juni 20264 Minuten Lesezeit
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Ein silbergraues Fahrzeug der Kategorie SUV fährt auf einer Landstraße von links nach rechts
Markantes Gesicht und dahinter ein üppiges Ausstattungspaket: Der Jaecoo 7. Foto: PA
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Mit einem ausgewogenen Gesamtpaket zum moderaten Preis fordert der chinesische Jaecoo 7 PHEV den Mitbewerb im SUV-Segment heraus.

Wer derzeit auf Österreichs Straßen unterwegs ist, wird die Marken Omoda und Jaecoo wahrscheinlich noch nicht oft gesehen haben. Das dürfte sich aber rasch ändern. Hinter den Marken steht der chinesische Chery-Konzern, einer der größten Autohersteller der Welt. Seit kurzem ist auch das Autohaus Reichel offizieller Vertriebspartner und bringt damit unter anderem den Jaecoo 7 PHEV in die Obersteiermark. Mit ihm betritt ein SUV die Bühne, das sich in Größe und Anspruch mit Fahrzeugen wie VW Tiguan, Hyundai Tucson und Kia Sportage messen will. 

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Charaktergesicht

Bereits der erste Eindruck zeigt, dass die Chinesen nicht mehr nur über den Preis verkaufen wollen. Der Jaecoo wirkt modern, hochwertig und selbstbewusst. Vor allem die markante Front mit ihrem großen Kühlergrill sorgt dafür, dass das Fahrzeug auffällt. Während viele andere Hersteller derzeit auf immer ähnlichere Designs setzen, hat der Jaecoo durchaus einen eigenen Charakter. Dass man an Tankstellen oder auf Parkplätzen gefragt wird, was das denn eigentlich für ein Auto sei, gehört derzeit halt noch dazu. 

Nicht alles fällt in die Kategorie Feinspitz-Design, aber insgesamt ist hier alles gut ausgestattet und sauber verarbeitet. Und: Fahrergurtschloss und Handbremse sind ein Team – solange das eine nicht klickt, lässt die andere nicht locker. Foto: PA

Volles Paket

Beim Einsteigen setzt sich der positive Eindruck fort. Das Cockpit wird von einem großen 14,8-Zoll-Touchscreen dominiert. Dazu kommen ein digitales Kombiinstrument und ein Head-up-Display. Die Materialien wirken allesamt hochwertig, die Verarbeitung macht einen sauberen Eindruck, und auch insgesamt fühlt sich der Innenraum deutlich teurer an, als es der Preis vermuten lässt. Besonders stark präsentiert sich die Ausstattung. Bereits serienmäßig an Bord sind Voll-LED-Scheinwerfer, elektrisch verstellbare Sitze mit Heiz- und Belüftungsfunktion, Panorama-Glasdach, Lenkradheizung, elektrische Heckklappe, Navigationssystem, Sony-Soundsystem und eine beheizbare Frontscheibe. Wer bei europäischen Herstellern ähnliche Pakete zusammenstellt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. 

Fernost-Manieren

Die Bedienung erfordert allerdings ein wenig Eingewöhnungszeit. Viele Funktionen werden über den zentralen Bildschirm gesteuert, zudem verfügen die Lenkradtasten über Symbole, die nicht immer selbsterklärend sind. Auffällig sind außerdem die zahlreichen Assistenzsysteme. Diese arbeiten grundsätzlich zuverlässig, nehmen ihre Aufgabe aber fast ein wenig zu ernst. Spurhalteassistent, Geschwindigkeitswarner und diverse Sicherheitssysteme machen sich akustisch oft deutlicher bemerkbar, als man es von europäischen Fahrzeugen gewohnt ist. Die elektrische Handbremse löst sich erst, wenn der Fahrer angeschnallt ist. Das ist grundsätzlich gescheit, beim bloß kurzen Manövrieren in der Auffahrt kann’s aber irritieren.

Die getestete „Premium Line“ kommt mit Panoramaglasdach. Foto: PA

Hybrid-Antrieb

Der Plug‑in‑Hybrid kombiniert einen 143 PS starken 1,5‑Liter‑Turbo‑Benziner mit einem 204 PS starken Elektromotor und einer gut 18 kWh großen Batterie, die laut Hersteller eine E‑Reichweite von rund 90 Kilometern ermöglichen soll. Im Alltag fährt der Wagen je nach Batteriestand entweder rein elektrisch, mit Verbrennerunterstützung oder als klassischer Hybrid, wobei das System automatisch zwischen E‑Fahren, Boost durch den Elektromotor und Energierückgewinnung wechselt. Die Räder werden direkt vom Benzinmotor über ein spezielles DHT-Getriebe angetrieben. 

Auch auf der Rückbank ist das Platzangebot absolut in Ordnung. Foto: PA

Komfort-Orientierung

Auf heimischen Straßen zeigte sich der Jaecoo 7 PHEV als angenehmer Reisewagen. Das Fahrwerk arbeitet komfortabel und verarbeitet Unebenheiten recht ordentlich. Auch auf längeren Strecken bleibt der Komfort auf hohem Niveau, zusätzlich sorgt die erhöhte Sitzposition für eine gute Übersicht. Die Lenkung könnte etwas direkter abgestimmt sein und vermittelt nur begrenzt Rückmeldung von der Fahrbahn, im Alltagsbetrieb fällt das allerdings kaum negativ auf. Wer ein sportliches SUV sucht, wird sich ohnehin eher anderswo umsehen. Der Jaecoo versteht sich vielmehr als komfortabler Begleiter für Familie, Beruf und Freizeit. Dementsprechend erfüllt er auch beim Platzangebot die Erwartungen an seine Fahrzeugklasse. Der Kofferraum ist zwar kein Wunder, fasst aber zwischen 500 und 1265 Liter und bietet Platz für Urlaub, Einkauf oder Familienausflug. 

Selbstbildnis. Die 3D-Umgebungsdarstellung auf dem Display ist verblüffend akkurat. Foto: PA

Preis-Leistung

Und wenn er wie erwähnt auch nicht mehr das einizige Argument ist, so bleibt der Preis letztlich dennoch interessant. Der Jaecoo 7 PHEV startet in Österreich aktuell bei rund 35.990 Euro für die Comfort-Ausstattung, die von uns gefahrene Premium-Line kostet 39.490 Euro. Angesichts der umfangreichen Serienausstattung, der hohen elektrischen Reichweite und der gebotenen Leistung ergibt sich ein Gesamtpaket, das viele etablierte Mitbewerber durchaus unter Druck setzen könnte. Unterm Strich überrascht der Jaecoo – nicht, weil er alles besser macht als die Konkurrenz, sondern weil er in nahezu allen Bereichen ein sehr ausgewogenes Gesamtpaket bietet. Kleinere Schwächen bei der Bedienung und der Abstimmung mancher Assistenzsysteme ändern daran wenig.

Jaecoo 7 PHEV
Preis:ab Euro 35.990,-
Verbrauch:2,4 Liter (Werksangabe)
Leistung:205 kW / 279 PS
Max. Geschw.:180 km/h
Abmessungen:4500 / 1865 / 1670 mm
Gewicht:1870 kg
In drei Worten:Exot mit Charakter

alle Fotos: PA

Autohaus Reichel Gesehen und gefahren Jaecoo
Michael Wasshuber
Michael Wasshuber

Seit rund 25 Jahren im Medienbereich zuhause – weil Information, Kommunikation und regionale Verbundenheit bei ihm zusammengehören. Aus der Werbeberatung kommend leitet er heute die Obersteirische Rundschau. Seine Wurzeln im Automobilhandel prägen ihn bis heute: Technik und Mobilität sind seine Welt, in die jede Ausgabe mit seinen Auto-Fahrberichten Einblick gibt. Aufgewachsen am Fuße des Hochschwabs, liegt dort mit Familie und Hund Emma sein Rückhalt. Sportlich gern in Bewegung – ob mit Tennisschläger oder auf den Schiern.

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