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Startseite » „Holzkohle 4.0“ wird in Leoben maßgefertigt
Wirtschaft

„Holzkohle 4.0“ wird in Leoben maßgefertigt

Karl Doppelhofervon Karl Doppelhofer9. Mai 20263 Minuten Lesezeit
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Sieben Männer vor technischen Anlagen in einer Halle
Christoph Ludwig, Kurt Wallner, Peter Moser, Robert Obenaus-Emler, Jürgen Antrekowitsch, Markus Lehner und Nicolas Gibert-Morin (v. li.) beim Rundgang durch das Forschungszentrum. Foto: Russold
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Die Montanuni Leoben hat ihr Wasserstoff- und Kohlenstoffzentrum adaptiert, sodass auch Holz als Vormaterial eingesetzt werden kann.

Irgendwann kommt auch Holz ans Ende seiner Nutzungskette. Und die letzte Station heißt für gewöhnlich thermische Verwertung, auf gut Steirisch Verheizen. Genau vor diesem Punkt setzt nun die Montanuniversität Leoben an, um ein Optimum an Energie-Ausbeute zu erreichen und gleichzeitig eine stoffliche Nutzung zu ermöglichen, wo bisher keine war.

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Neuer Rohstoff

Im Forschungszentrum für Wasserstoff und Kohlenstoff der Uni in Leoben-Leitendorf werden seit 2024 Methoden zur Zerlegung von Methan in seine elementaren Bestandteile, eben Wasserstoff und Kohlenstoff, durch ein Hitzeverfahren (Pyrolyse) entwickelt und verfeinert. Jetzt wurden im Zentrum weitere Anlagen nachgerüstet, um das Verfahren nicht nur auf den gasförmigen Ausgangsstoff, sondern auch auf Holzreste anzuwenden. Ein Holzkohlemeiler des 21. Jahrhunderts quasi – im Gegensatz zur historischen Verkohlung allerdings mit Feintuning, bis ins Detail gesteuert und mit gezielter Rückgewinnung und Veredelung der im Prozess frei werdenden Gase sowie auch der flüssigen Nebenprodukte. 

Robert Obenaus-Emler erläuterte bei der Besichtigung der Anlage einzelne Prozesse. Foto: KD

Maßgefertigt

Sägeabfälle, Rinde und Astholz sind als Vormaterial geeignet, daneben auch Nussschalen oder Olivenkerne. Wie beim Methan ist die Ausbeute auch beim Holz großteils gasförmig. Als reiner Kohlenstoff verbleiben rund 25 Prozent der Ausgangsmasse. Und er lässt sich als Maßanfertigung anbieten. „Den Kohlenstoff können wir in ganz gezielten Spezifikationen und unterschiedlichen Korngrößen für die industrielle Nutzung aufbereiten“, erklärten die Forschenden Robert Obenaus-Emler, Jürgen Antrekowitsch und Markus Lehner bei einem Medientermin im Forschungszentrum. Auch die Landwirtschaft ist ein Zielmarkt, Stichwort Düngung.

Die Frage ist nicht, ob die Industrie künftig ohne Kohlenstoff auskommt, sondern wie er nachhaltig bereitgestellt werden kann.

Peter Moser

An der Präsentation der Anlage nahmen unter anderen auch der Rektor der Montanuniversität Peter Moser, der Leobener Bürgermeister Kurt Wallner, Nicolas Gibert-Morin von der Generaldirektion Regionalpolitik der Europäischen Union und der Geschäftsführer der steirischen Wirtschaftsförderung SFG Christoph Ludwig teil. Die Universität steckt rund zehn Millionen Euro in das Projekt, die Investitionskosten werden zu mehr als der Hälfte gefördert: Fünf Millionen Euro kommen aus dem „Just Transition Fund“ der EU, rund 550.000 Euro steuert die SFG bei. „Kohlenstoff ist in vielen Prozessen unverzichtbar. Die zentrale Frage ist nicht, ob die Industrie künftig ohne ihn auskommt, sondern wie er nachhaltig bereitgestellt werden kann“, sagte Rektor Moser.

Peter Moser, Robert Obenaus-Emler und Nicolas Gibert-Morin (v. li.) beim Pressegespräch. Foto: KD

Flüssiger Ansatz

Energie aus der stofflichen Nutzung von Restholz ist auch ein Stück die Mur aufwärts im Advanced Bioenergy Lab in Zeltweg ein großes Thema. Dort wird seit dem Jahr 2024 an der Produktion von Diesel auf Holzbasis gearbeitet.

Leoben Montanuniversität
Karl Doppelhofer
Karl Doppelhofer

Aufgewachsen in Langenwang im Mürztal, jetzt in Bruck an der Mur daheim. Hat sich 1997 als Quereinsteiger in den Journalismus verirrt und nimmer rausgefunden. Redaktionsleiter der Rundschau seit deren Gründung im Jahr 2012.

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