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Startseite » Leobener Stadt-Koalition geplatzt
Politik

Leobener Stadt-Koalition geplatzt

Karl Doppelhofervon Karl Doppelhofer12. März 20263 Minuten Lesezeit
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Zwei Männer und eine Frau in formaler Kleidung, der Bildabschnitt mit einem der Männer ist abgerissen
Zerrissen: Walter Reiter (li.) hat die Zusammenarbeit mit Kurt Wallner und Susanne Sinz aufgekündigt. Foto: Russold, Bearbeitung: Rundschau
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Stadtrat Walter Reiter (Namensliste Reiter) hat die Zusammenarbeit mit SPÖ und Grünen aufgekündigt. Stadtparteivorstand der SPÖ berät am Montag, wie es weitergehen soll.

Die Leobener Dreierkoalition von SPÖ, Liste Reiter und Grünen ist Geschichte. Walter Reiter hat die Zusammenarbeit am Donnerstag, dem 12. März 2026, für beendet erklärt. Mit 13 Sitzen für die SPÖ, zwei für Reiter und einem für die Grünen hatte die selbstbetitelte „Allianz für Leoben“ im Gemeinderat mit insgesamt 31 Sitzen bisher eine 16:15-Mehrheit. Diese ist nunmehr dahin.

Ein „indiskutables“ Ultimatum

„Ich bin überrascht, dass Reiter damit heute an die Öffentlichkeit gegangen ist“, sagt Bürgermeister Kurt Wallner (SPÖ) im Gespräch mit der Rundschau, „denn eigentlich hatte er mir ein Ultimatum bis kommenden Montag gestellt.“ Konkret habe Reiter unter Androhung der Koalitionskündigung die Abberufung einer leitenden Person in der Stadtverwaltung gefordert, so der Bürgermeister, mit besagter Frist Montag, 16. März. „Indiskutabel“, sagt Wallner. Deshalb sei der SPÖ-Stadtparteivorstand für Montag Nachmittag ohnehin bereits einberufen.

Gespräche ab 16. März

In dieser Sitzung wird die SPÖ über die weitere Vorgehensweise beraten. „Ich werde vorschlagen, Gespräche mit allen zu führen“, sagt Wallner. Grün-Gemeinderätin Susanne Sinz teilt per Aussendung mit, dass sie bereit sei, weiterhin Verantwortung zu übernehmen. Lediglich eine Koalition unter Beteiligung der FPÖ komme für sie nicht in Frage. Die Blauen ihrerseits legen die Latte im Vorfeld hoch: „Unser Ziel ist es, im Interesse der Leobener Bevölkerung an einer stabilen und zukunftsfähigen Lösung mitzuarbeiten. Klar ist jedoch auch, dass der künftige Bürgermeister von Leoben nicht mehr Kurt Wallner heißen kann“, so FPÖ-Fraktionschef und Vizebürgermeister Florian Wernbacher. Für die ÖVP meldet sich Stadtrat Reinhard Lerchbammer zu Wort: „Der Rücktritt von Walter Reiter als Stadtrat und Wohnungsreferent kommt für uns als Gemeinderatsfraktion überraschend, und ich bin persönlich gleichzeitig sehr enttäuscht. Gerade in der Gemeindepolitik sollte es nicht um persönliche Empfindungen oder Konflikte gehen, sondern um Verantwortung für unsere Stadt und ihre Entwicklung.“ Die KPÖ hat noch nicht öffentlich Position bezogen.

Reiter sieht Schuld beim Bürgermeister

Walter Reiter hat das Stadtratsmandat, das er auf SPÖ-Ticket innehatte, von sich aus zurückgelegt. „Wir sind mit dem Anspruch in diese Koalition gegangen, gemeinsam Politik für die Menschen in Leoben zu machen. Die Realität war jedoch eine andere: Die Bürgerliste war kein gleichberechtigter Partner, sondern lediglich Mehrheitsbeschaffer für die SPÖ“, teilt er in einer Aussendung mit. Die Belastbarkeit und Toleranz der Fraktion sei überschritten. „Die Bürgerliste sieht die Verantwortung für das Scheitern der Koalition klar bei Bürgermeister Kurt Wallner“, so Walter Reiter.

Kurt Wallner Leoben Susanne Sinz Walter Reiter
Karl Doppelhofer
Karl Doppelhofer

Aufgewachsen in Langenwang im Mürztal, jetzt in Bruck an der Mur daheim. Hat sich 1997 als Quereinsteiger in den Journalismus verirrt und nimmer rausgefunden. Redaktionsleiter der Rundschau seit deren Gründung im Jahr 2012.

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