Eine Energiegenossenschaft soll die Eigenständigkeit in der Region Hochschwab Süd stärken. Die Gemeinden Aflenz, Thörl und Turnau sind als Fixabnehmer an Bord.
Strom, der in der Region erzeugt wird, auch direkt in der Region verbrauchen – das ist die Grundidee hinter Energiegemeinschaften. Sie tragen zur Entlastung der übergeordneten Netze bei, die Mitglieder sparen entsprechend bei den Transportkosten, sprich, bei Netzentgelt und Elektrizitätsabgabe. Kleine Produzenten können zu guten Konditionen einspeisen. Eine regionale Energiegemeinschaft ist auf das Einzugsgebiet eines einzelnen Umspannwerks beschränkt.
Gemeinden als Abnehmer
Ein solches befindet sich im Thörler Ortsteil Büchsengut, und neben der Standortgemeinde versorgt es auch Aflenz und Turnau, also die Region Hochschwab Süd. Diese überspannend wurde vor kurzem eine Energiegemeinschaft ins Leben gerufen. Stromkunden und -produzenten aus den drei Gemeinden können sich ihr anschließen. Für eine garantierte Basis-Abnahme stehen die Gemeinden ein, die als Mitglieder schon an Bord sind. In allen drei Gemeinderäten wurde einstimmig beschlossen, 30 Prozent des kommunalen Strombedarfs aus dem Angebot der Gemeinschaft zu decken.
Genossenschaft
Organisiert ist die Energiegemeinschaft als Genossenschaft unter dem Dach des Raiffeisenverbandes. Gründungsobmann ist Andreas Zöscher, beruflich Geschäftsführer des Mürzverbandes, als Stellvertreterin fungiert Sabine Dettenweitz vom Maschinenbaubetrieb Heldeco. Drittes Vorstandsmitglied ist der Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Turnau-St. Lorenzen Siegfried Schelch. Gemeinsam mit den Bürgermeistern Hubert Lenger (Aflenz), Christian Polaschek (Thörl) und Stefan Hofer (Turnau) haben sie die Energiegemeinschaft bei einem Medientermin beim Hanswirt in Turnau vorgestellt.
Einstieg um zehn Euro
Die Mitgliedschaft bei der Energiegenossenschaft ersetzt nicht den Vertrag mit dem Energieversorger, sondern ist eine Ergänzung dazu. Der Beitritt zur Genossenschaft kostet einmalig zehn Euro, technische Voraussetzung ist das Vorhandensein eines Smart Meters. Wer selbst Energie erzeugt, etwa per Photovoltaik, kann Überschuss innerhalb der Energiegemeinschaft anbieten, die Mitgliedschaft steht aber auch rein abnehmerseitig offen. Detaillierte Auskunft erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner des Gemeinschaftsgebietes bei Infoabenden, die im Zeitraum von 17. bis 23. März in allen drei Gemeinden abgehalten werden




