Die jüngste Auswertung der Befragung „Wirtschaftsbarometer“ liegt vor.
Das steirische „Wirtschaftsbarometer“ bleibt in den meisten Kennzahlen im roten Bereich. Es bildet die Ergebnisse einer Unternehmerbefragung ab, welche die Wirtschaftskammer im Halbjahresrhythmus ins Feld schickt. Für die Bezirke Leoben und Bruck-Mürzzuschlag ergibt sich bei der Erwartungshaltung fürs gesamtwirtschaftliche Klima in den kommenden Monaten ein Wert von minus 48,6 Punkten (Saldo aus positiven und negativen Angaben). Damit rutscht die Stimmung laut den Teilnehmern der im Herbst durchgeführten Befragung im Vergleich zum Frühjahr um knapp 14 Punkte ab, allerdings sind die Werte im Frühling traditionell stets besser. Im Jahresvergleich, also gemessen am Resultat vom Herbst 2024, konnte es fast nur aufwärts gehen, denn vor zwölf Monaten war mit minus 76,2 Punkten ein Rekordtief erreicht. Eine grafische Aufbereitung einzelner abgefragter Aspekte, dargestellt im Zweijahresverlauf, zeigt unsere Infografik.

Bürokratieabbau gefordert
„Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts muss für die Politik oberste Priorität haben. Wir brauchen eine Entlastung des Faktors Arbeit, darüber hinaus schnellere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie. Das würde die Investitionsbereitschaft ankurbeln und die Konjunktur beleben“, sagt der Regionalstellenobmann der Wirtschaftskammer Bruck-Mürzzuschlag Thomas Marichhofer. „Eine effektive Form der Wirtschaftsförderung, die kein großes Geld kostet, sondern nur den Willen, sie umzusetzen“, so Marichhofer.

Bezirk Leoben vergleichsweise stabil
„Betrachtet man den Bezirk Leoben allein, spiegeln sich die Zahlen nicht so drastisch wider“, sagt der Leiter der Leobener Wirtschaftskammer-Regionalstelle Alexander Sumnitsch. „Die Industrie ist recht stabil, auch den kleinen und mittleren Firmen geht es großteils gut, sie haben eine gute Auftragslage. Die persönlichen Gespräche, die wir mit Unternehmerinnen und Unternehmern bei Betriebsbesuchen führen, ergeben ein besseres Bild als die Umfrage, die ja auch den Nachbarbezirk einschließt.“ Tatsächlich hat der Bezirk Leoben auch auf dem Arbeitsmarkt seit geraumer Zeit eine Sonderstellung, die Arbeitslosigkeit war zuletzt um 3,1 Prozent rückläufig, bei einem Landesschnitt von 6,8 Prozent Plus. „Die Unternehmen suchen nach wie vor Leute, es gab im Bezirk keine größeren Insolvenzen, und es ist in der Richtung auch nichts im Busch“, sagt Sumnitsch.





