Obersteirische Rundschau, 15. / 16. November 2023, Ausgabe Bruck an der Mur

Seite 32 15./16. November 2023 www.rundschau-medien.at LEOBEN Leoben. Von Leoben in die weite Welt und an die Spitze der Nationalbank – Robert Holzmann im Gespräch. Robert Holzmann, studierter Ökonom und Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, ist in Leoben und Graz aufgewachsen und blickt auf eine Weltkarriere zurück. Der 73-Jährige hat an renommierten Unis unterrichtet, mit Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz ein Buch geschrieben und war Vizepräsident der Weltbank in Washington. Frage: Sie waren Vizepräsident der Weltbank, hatten Professuren in Chile, Japan, Malaysia, und Australien. Ist der Nationalbank-Gouverneur jetzt das Kirscherl auf der Lebenstorte? Robert Holzmann: Ich würde nicht sagen Kirscherl, es ist eine große Kirsche, an der ich noch mit Vergnügen nasche. Frage: Sie sind in Leoben geboren. Gibt es noch eine emotionale Bindung zur Stadt? Und wie haben Sie über die vergangenen Jahrzehnte die Entwicklung der Region erlebt? Holzmann: Emotional ja, und geographisch bin ich meiner Geburtsstadt jetzt auch wieder nähergekommen. Intellektuell noch mehr, weil mich sehr stark interessiert, wie sich Leoben als Handels- und Industriestadt verwandelt hat. Und ich sehe mit Vergnügen, was die Montanuniversität tut. Es freut mich sehr, dass Leoben ein richtiger Hotspot für Unternehmungsentwicklung geworden ist. Frage: Wie würden Sie einem Zehnjährigen erklären, was Sie beruflich tun? Holzmann: Man könnte dem Zehnjährigen sagen, dass der Gouverneur versucht, dafür zu sorgen, dass er sich mit seinem Taschengeld auch in Zukunft gleich viel Eis kaufen kann. Frage: Wie stehen Sie zu Vermögenssteuern? Holzmann: Sie sind ein wichtiger Teil eines Steuersystems, dürfen aber nicht allein herausgepickt werden, sondern müssen ein Teil des Gesamtkonzeptes sein. Und wir haben ja schon Vermögensteuern. Frage: Wie sehen Sie den Euro, wird unsere Gemeinschaftswährung überleben? Holzmann: Ich bin überzeugt davon und sehe meine Aufgabe auch darin, alles zu tun, dass dem so ist. Frage: Sind digitale Währungen die Zukunft? Holzmann: Je nachdem, was man darunter versteht. Ein digitaler Euro, wenn man so will das elektronische Pendant zum Bargeld, ja. Wenn Sie damit Kryptos meinen, das sind elektronische Vermögenstitel, aber keine Währungen. Frage: In Ihrer Studienzeit waren Sie Assistent des heutigen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen. Haben Sie noch Kontakt? Aufs Stichwort Robert Holzmann im Word-Rap Was schätzen Sie an Freunden? Loyalität. Ihr größter Fehler? Ungeduld. Gibt es ein Vorbild? Ja, Erzherzog Johann. Ihr Lieblingsrestaurant? Buschenschank Trapl in der Weststeiermark. Lieblingsmusik? Gustav Mahler. Lieblingsbuch? Die Bibel. Lieblingsmaler? Egon Schiele. Das Grüne Herz bedeutet für Sie? Meine Heimat. Zitiert „Ich sehe mit Vergnügen, was die Montanuniversität tut.“ Robert Holzmann „Sie kennan gern mei Stoasteirisch Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann als „Botschafter mit Herz“. Umweltpreis für Montanuni Leoben. Für seine Masterarbeit „Recyclingfähigkeit phosphorhaltiger Metallschleifschlämme“ wurde Julian Aberger von der Montanuniversität Leoben bei der diesjährigen Verleihung des Hans-Roth-Umweltpreises mit dem Hauptpreis gewürdigt. Die Übergabe der Auszeichnung erfolgte durch Saubermacher-Gründer Hans Roth gemeinsam mit Landeshauptmann Christopher Drexler und Landesrätin Simone Schmiedtbauer. Gratulationen für Aberger gab es außerdem vom Leiter des Lehrstuhls für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Roland Pomberger. Roland Pomberger, Hans Roth, Julian Aberger, Simone Schmiedtbauer und Christopher Drexler (v. li.) bei der Preisverleihung. Foto: Scheriau Blick hinter die AT&S-Kulissen Leoben. Der Leobener Technologiekonzern AT&S lädt am Freitag, dem 24. November, zum „Tag der Lehre“ an seinen Standort in Hinterberg. Interessierte Jugendliche und ihre Eltern haben dabei Gelegenenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens und das Ausbildungsangebot für insgesamt acht verschiedene Lehrberufe zu werfen. Von 13 bis 17 Uhr gibt es Vorträge, Führungen und einen Stationenbetrieb, bei dem die bereits in Ausbildung stehenden Lehrlinge alle Fragen der Gäste beantworten. Am 24. November wird bei AT&S zum „Tag der Lehre“ geladen. Foto: AT&S

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