Der Mürztaler Künstler Christoph Rothwangl stellt aktuell seine großformatigen Bilder in der Zentrale der Stadtwerke Kapfenberg aus.
Bei der Vernissage, betitelt mit „Organismen im visuellen Lärm“, entlockte Stadtwerke-Geschäftsführer Daniel Grill dem Künstler, wie er selbst seine Bilder sieht: „Der visuelle Lärm bezieht sich auf die Bilderflut, die täglich auf uns einprasselt. Mit meinen Bildern schaffe ich einen Gegenpol, der zum genauen Hinschauen auffordert. Die Bilder sind laut, sie schreien richtiggehend“, so Rothwangl. Die großformatigen, farbenprächtigen Bilder sind dem Kunststil Urban Contemporary zuzurechnen, eine Kunstform, die sich erst im 21. Jahrhundert begonnen hat zu entwickeln und den Überbegriff für die verschiedenen Arten von Bildender Kunst sowie Aktions-Kunst darstellt, zum Beispiel Graffiti Art, Street Art und Guerilla Gardening. Der bekannteste Vertreter der Urban Art ist Banksy.
Bei meinem ersten Selbstportrait habe immerhin ich mich erkannt.
Christoph Rothwangl mit einem Augenzwinkern
Christoph Rothwangl ist 1969 geboren und in Wartberg aufgewachsen, dort hat er immer noch ein Haus. Nach seiner sportlichen Karriere als Snowboard-Coach war er viele Jahre in der Medienbranche als Redakteur und Werbeberater tätig – jetzt ist er endgültig in der Kunst angekommen. „Meine Kunstaffinität entstand schon in der Volksschule und ist mit der Zeit in mir gewachsen. Bei meinem ersten Selbstportrait habe immerhin ich mich erkannt“, erzählt er augenzwinkernd.

Er gab auch einen Einblick in die Entstehung seiner Bilder: Die Grundierung gibt die Struktur vor, aus den Collagen und Entwürfen soll eine eigenständige Ästhetik erwachsen. Transparenzen verschwimmen, bleiben aber erkennbar. Jedes Bild durchläuft einen Entwicklungsprozess.“ Ist das Bild fertig, „so schafft es Zufriedenheit – Satisfaktion“, so der Künstler, der auch eine hohe Affinität zur Musik hat. So kann es durchaus sein, dass ihm die „Tiger Lillies“ bei der Malerei begleiten.

Die Bilder aus dem Zyklus 21 bis 26 sind noch bis zum Frühjahr in der Zentrale der Stadtwerke Kapfenberg ausgestellt. Die Stadtwerke bleiben ihrer Tradition treu und laden pro Jahr zwei regionale Kunstschaffende ein, ihre Werke zu präsentieren. Geschäftsführer Daniel Grill verzichtet dabei bewusst auf Laudatoren, sondern lässt in Form einer Doppelconference den Künstler zu Wort kommen. Das Ergebnis ist eine kurzweilige Vorstellung des Künstlers.




