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Startseite » Brucker baute sich sein eigenes Flugzeug
Lokales

Brucker baute sich sein eigenes Flugzeug

Karl Doppelhofervon Karl Doppelhofer8. Oktober 20264 Minuten Lesezeit
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Ein Mann sitzt lächelnd am Steuer eines Kleinflugzeugs
Peter Rabl am Steuer seiner selbstzusammengebauten Maschine auf dem Flugplatz Kapfenberg. Foto: KD
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Ein Traum aus Tausenden Teilen: Der Brucker Lehrer Peter Rabl hat sich selbst ein Flugzeug zusammengebaut, seit kurzem ist es am Flugplatz Kapfenberg stationiert.

Einen Traum zum Schrauben und zum Nieten hat sich der Brucker Peter Rabl erfüllt. In mehr als dreijähriger Arbeit hat sich der 50-Jährige sein eigenes Flugzeug zusammengebaut. „Rund 1800 Arbeitsstunden habe ich hineingesteckt, und rund 900 Stunden auch mein 87-jähriger Vater, der mir beim Bauen die allerwichtigste Stütze war“, sagt Rabl.

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Tag der offenen Tür am 22. Oktober bei Pax in Leoben.

Flieger seit 15 Jahren

Im Alter von 13 Jahren hat Peter Rabl mit dem Flugzeugmodellbau begonnen, mit 35 hat er von der Fernbedienung aufs echte Cockpit gewechselt und hebt seither beim KSV Fliegerklub in Kapfenberg ab. „Beim Spazieren ist mir dann irgendwann der Gedanke gekommen, ich hätt’ gern meinen eigenen Flieger, dann hab’ ich überlegt, wie das zu bewerkstelligen wäre“, so Rabl. Sein Sohn habe ihn dann auf die Option eines Bausatzes aufmerksam gemacht, beziehbar in den Niederlanden. „Ich bin nach Holland, habe mir so eine Maschine angesehen und bin sie probegeflogen – und habe bestellt.“ 

Die erste Tragfläche wurde im Wohnzimmer gebaut und per Seilzug durchs Fenster abtransportiert. Foto: Privat

Werkstatt Wohnzimmer

Und so ist eines Tages ein Container angekommen, voller Kisten, und die wiederum voller Teile, Tausender Teile. Von Beruf ist Peter Rabl Physiklehrer am Gymnasium Bruck und bringt viel technisches Verständnis mit – „aber da musste ich mir zwischenzeitlich selbst viel beibringen, Stolpersteine sind nicht ausgeblieben.“ Große Herausforderungen seien etwa die Motorelektronik und die Ölleitungen gewesen. Die ersten Komponenten wurden daheim im Wohnzimmer zusammengebaut, nämlich Höhen- und Seitenruder sowie eine der beiden Tragflächen. Ja, eine ganze. „Die haben wir mit einem Seilzug durchs Fenster ins Freie gehievt. Wir haben dann eine Werkstatt im Pernegger Ortsteil Zlatten gefunden, in der wir weiterbauen konnten“, erzählt Rabl.

Nach rund einem Jahr übersiedelte Peter Rabl mit dem Projekt in eine Werkstatt in Pernegg-Zlatten. Der Rumpf wäre sich im Wohnzimmer auch wirklich nimmer ausgegangen. Foto: Privat

Hightech

Der Motor der viersitzigen Maschine leistet 141 PS und ermöglicht eine Reisegeschwindigkeit von 250 Km/h, 200 Liter Tankvolumen bringen große Reichweite. „Ich könnte nonstop nach England fliegen, nach Valencia oder nach Sizilien.“ Die Spannweite beträgt 9,5 Meter, das Eigengewicht 521 Kilogramm, das maximale Startgewicht 950 Kilo. Bei der Cockpitausstattung hat sich Rabl für eine High-End-Variante entschieden. Elektronik und Dashboard sind auf dem neuesten Stand, samt verlässlichem Autopiloten. „Es ist eine kleine Maschine, aber sie ist ausgestattet wie ein Airliner“, sagt Rabls Fliegerkollege Engelbert Straubinger mit Bewunderung.

Erstkontakt. In diesen Kisten kam die Maschine bei Peter Rabl an. Foto: Privat

„Sehr aufregend“

Zugelassen ist das Flugzeug in den Niederlanden, und dort erfolgte auch die Endmontage der in Zlatten vorgefertigten Komponenten. „Während des Zusammenbaus habe ich in Holland drei Wochen direkt im Hangar geschlafen“, erzählt Rabl. Das erste Mal mit dem eigenen Flieger abzuheben, das sei ein sehr aufregendes Gefühl gewesen, sagt er. Als mit der Zulassung alles klar war, ist Rabl nach kurzem Zwischenaufenthalt daheim gemeinsam mit Sohn Maximilian wieder nach Holland gefahren, um den Überstellungsflug nach Kapfenberg zu starten. „Und wir waren dann alle zwei so heiß aufs Fliegen, dass wir beide eingestiegen sind – mein Auto ist eine Zeitlang in Holland geblieben“, sagt Rabl lachend.

Die Cockpitausstattung ist in der Klasse eine Ausnahme. „Wie ein Airliner!“, sagt einer von Rabls Fliegerkollegen. Foto: KD

Familienbotschaft

Die Kennung der Maschine lautet PH–FPM, wobei das PH für die Niederlande steht, die restlichen drei Buchstaben für  Florian, Peter und Maximilian – also für Rabl und seine Söhne. Einmal jährlich ist ein Check in den Niederlanden vorgeschrieben, die Erprobungsphase in Österreich lief bisher absolut problemlos. Die erste Runde daheim nach der Ankunft auf dem Flugplatz Kapfenberg war ein Flug mit dem Vater auf dem Co-Sitz – übers Mürztal bis Krieglach, und natürlich auch eine Schleife über Pernegg.

Die Maschine PH-FPM beim Einfliegen an der niederländischen Küste. Foto: Privat
9,5 Meter Spannweite im Selbstbau: Peter Rabl und sein Flieger vor dem Kapfenberger Tower. Foto: KD
Bruck an der Mur Flugplatz Kapfenberg Kapfenberg
Karl Doppelhofer
Karl Doppelhofer

Aufgewachsen in Langenwang im Mürztal, jetzt in Bruck an der Mur daheim. Hat sich 1997 als Quereinsteiger in den Journalismus verirrt und nimmer rausgefunden. Redaktionsleiter der Rundschau seit deren Gründung im Jahr 2012.

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