Menschen in der letzten Lebensphase Gesellschaft zu leisten, ist eine besondere ehrenamtliche Tätigkeit. In Aflenz gibt es im September ein Basisseminar.
Erstmals nach zehn Jahren findet in Aflenz wieder ein Hospiz-Basisseminar statt. Es wird am 11. und am 25. September im Pfarrzentrum Aflenz-Kurort abgehalten und dauert jeweils von 15.30 bis 20 Uhr. Anmeldungen sind bis 1. September möglich, und zwar telefonisch unter 0316/391570 (Dagmar Böhm, Hospizverein Steiermark) oder per E-Mail an d.boehm@hospiz-stmk.at. Hier geht’s direkt zur Kursinfo auf der Internetseite des Hospizvereins Steiermark. Gemeinsame Ausrichter des Kurses sind die Hospizteams Hochschwab Süd und Mariazellerland.
Weder religiös noch politisch zugeordnet
Das Pfarrzentrum als Veranstaltungsort sollte nicht missinterpretiert werden. „Es gibt keinerlei religiöse oder politische Zuordnung“, sagt Brigitte Friedler, Leiterin des Hospizteams Hochschwab Süd. Sie selber ist seit zehn Jahren mit dabei, und der Einstieg geschah eher zufällig, wie sie erzählt: „Meine Schwiegertochter wollte 2026 die Ausbildung machen, hat das dann aber verschoben. Ich habe spontan gesagt, ich mache das, ich nehme den Ausbildungsplatz.“ Auf das Basisseminar folgen ein Aufbauseminar und 40 Stunden Praxis, bevor die Tätigkeit im Hospizteam aufgenommen werden kann.
„Wir sind Lebensbegleiter“
„Jessas, das ist doch das mit dem Sterben!“, laute mitunter die erste Reaktion, wenn das Gespräch auf Hospiztätigkeit komme, so Brigitte Friedler. „Ich sage dann nein, das ist das mit dem Leben! Wir sind Lebensbegleiter.“ Oft seien es alleinstehende Menschen, denen man Zeit und Aufmerksamkeit schenke, aber durchaus auch welche mit Familie. „Manchmal spricht man über etwas Bestimmtes mit Außenstehenden leichter als mit Angehörigen“, sagt Friedler, „das Wichtigste ist, einfach nur da zu sein. Bis zur letzten Stunde, wenn es die oder der Begleitete wünscht.“

Keine Pflege, nur Begleitung
Der Hospizverein mit steiermarkweit 32 Teams und rund 800 Mitgliedern ist gemeinnützig, die Mitarbeit ist komplett ehrenamtlich. Und es geht strikt um Begleitung und ums Gespräch. „Drei wichtige Grundprinzipien sind: Keine Pflegetätigkeit, keine Annahme von Geschenken und natürlich Verschwiegenheitspflicht“, erklärt Friedler. Die Zeit können sich die begleitete und die begleitende Person selber untereinander einteilen. „Es ist so schön, zu sehen, wenn sich die Leute freuen. Und man redet einfach miteinander.“ Angeboten wird auch Trauerbegleitung für Angehörige. Und Begleitung gibt’s auch intern für die Teammitglieder – zum einen durchs Gefüge in der Gruppe sowie auch durch Supervision und Fortbildungen.
Die Teams in der Region
Der Basiskurs der Teams Hochschwab Süd und Mariazellerland in Aflenz steht auch Personen offen, die nicht direkt in diesem Gebiet daheim sind. Weitere Hospizteams in unserer Region sind in Bruck, Kapfenberg, Leoben sowie im Mürztal und in Frohnleiten aktiv.
Link: Homepage des Hospizvereins Steiermark





