Der Gemeinderat von St. Barbara stimmt heute Abend über den Verkauf der Freizeitbetriebe Veitsch ab, bei positivem Ausgang würden Margret Kraischek und Michael Stoppacher den Betrieb um zwei Euro erwerben.
Insolvenz oder Verkauf – das waren laut Bürgermeister Arno Russ die zwei Möglichkeiten für die Freizeitbetriebe Veitsch GmbH, die zu 100 Prozent im Eigentum der Gemeinde St. Barbara steht. Aus diesem Grund war Russ auf der intensiven Suche nach Investoren, wie er sagt. Mit der Neuberger Unternehmerin Magret Kraischek und dem Gemeindemitarbeiter Michael Stoppacher wurde ein Duo gefunden, das den Betrieb übernehmen würde, sofern der Gemeinderat am Freitag zustimmt. Für 18 Uhr ist dafür eine Sondersitzung im Veitscherhof angesetzt.
Kaufpreis zwei Euro
Der symbolische Kaufpreis für die Übernahme des Schigebiets beträgt zwei Euro. Zur Abstimmung steht bereits ein ausverhandelter Vertrag, der unter anderem die Weiterführung des Betriebs für zumindest drei Jahre vorsieht. „Die neuen Eigentümer haben auch Verpflichtungen, die sie mit dem Kauf miteingehen. Das gemeinsame Ziel ist die Weiterführung des Schibetriebs auf der Brunnalm“, so Bürgermeister Russ.

Land und Gemeinde übernehmen die Schulden
Die vorhandenen Schulden würden dabei nicht vom neuen Eigentümerduo übernommen. „Es handelt sich um rund 4,5 Millionen Euro, diese werden wir als Gemeinde mit großer Unterstützung des Landes Steiermark übernehmen“, erklärt Arno Russ. „Damit möchten wir den neuen Eigentümern einen guten Start ermöglichen, denn trotz ,Schenkung‘ warten auf sie zum Beginn hohe Kosten“, so Russ. „Wir sind in den Startlöchern, schließlich steht der Winter vor der Tür“, sagt Margret Kraischek. „Wenn die Beschlüsse durch sind, gilt es alles für den Winter vorzubereiten. Dazu zählt etwa auch die Servicierung der Liftanlagen“, sagt die Unternehmerin. Ein Pächter für den Gastronomiebetrieb „Die Gams“ ist laut Kraischek auch bereits gefunden.
Opposition wird zustimmen
Bei der Gemeinderatssitzung wird ein einstimmiger Beschluss erwartet. „Wir und unser Koalitionspartner FPÖ sind uns einig“, sagt ÖVP-Bürgermeister Russ. Sein Amtsvorgänger Jochen Jance und die SPÖ ziehen mit. „Auch wir werden unsere Zustimmung geben. Es ist ein gute Lösung, bei einer Insolvenz wäre der Betrieb tot gewesen. Das wichtigste ist, dass es weiter geht“, sagt SPÖ-Gemeinderat Jance. Nach dem Gemeinderatsbeschluss muss auch noch das Land zustimmen, um den Deal wirklich fixieren zu können. Für die aufsichtsbehördliche Genehmigung benötigt es einen Beschluss der Landesregierung, dieser ist in der kommenden Woche geplant.

„Wir haben einen Plan“
Alm-Camping, Radstrecken und Angebote für Wallfahrer sind Überlegungen des möglichen neuen Eigentümerduos. Genaue Pläne wollte Magret Kraischek vor dem Beschluss noch keine preisgeben. „Wir haben einen Plan, vorerst gilt es aber alles für den Winter vorzubereiten. Ziel ist eine langfristige Absicherung des Betriebs“, so Kraischek. „Eines kann ich garantieren. Ich würde es nicht machen, wenn ich nicht daran glauben würde“, so die Unternehmerin.




