Mit dem „Gruselglanz“ soll auf dem Mariazeller Hausberg rund um Halloween ein neuer Frequenzbringer geschaffen werden.
Eineinhalb Jahre nach der wirtschaftlichen Schieflage präsentiert sich die Mariazeller Bürgeralpe zum Teil mit neuem Erscheinungsbild, neuem Konzept und einer neuen Vision. Gleich geblieben ist mit Johann „Kleini“ Kleinhofer der Geschäftsführer, mit Hannes Dejaco wurde ihm ein zweiter Geschäftsführer von Betreiberseite beigestellt. Die neue Betreibergesellschaft Hoch-4-Erlebniswelt Leopoldsberg hat mit der neu geschaffenen „Erlebnis Bürgeralpe Betriebs GmbH“ den Betrieb übernommen. In der Sommersaison spürte man die Handschrift der neuen Gesellschafter bereits deutlicher: Die Arbeitsabläufe wurden angepasst, es gibt ein neues Gastrokonzept und es wurden bereits Investitionen in den Bestand getätigt. Auch der neue 3D-Bogenparcours wurde sehr gut angenommen. „Mit dem Bogenparcours stellen wir uns auch von der Publikumsschicht breiter auf und bieten ein interessantes Incentive-Programm für Firmen und Vereine an“, so Johann Kleinhofer.

Schauriges auf der Bürgeralpe
Als weiteren Anreiz in den Herbstferien bietet man über zwölf Tage den „Gruselglanz“ mit Lichtinstallationen rund um Helloween an. Seit dem 16. Oktober 2026 verwandelt sich der Mariazeller Hausberg mit Einbruch des Abends in eine schaurige Lichterwelt. Nach der Auffahrt mit der Seilbahn erwartet die Besucherinnen und Besucher ein stimmungsvoll inszenierter Rundweg mit leuchtenden Kürbissen, mystischen Lichtwelten und schaurigen Geschichten. Für alle, die sich wirklich trauen, sorgt außerdem ein eigens gestalteter Bereich im Wald für eine Extraportion Gänsehaut. Dieser richtet sich vor allem an größere und besonders unerschrockene Gäste. Der „Gruselglanz“ findet von 23. Oktober bis 1. November statt. Von 17 bis 19.45 Uhr kann der Rundweg erkundet werden. Die Seilbahn ist an den Veranstaltungstagen in Betrieb und ermöglicht damit auch die An- und Abreise am Abend. Den Lichterzauber auf der Bürgeralpe wird es auch heuer rund um den Advent wieder geben und startet am 19. November und soll heuer bis 6. Februar dauern.

Neuer Bike-Park
Aktuell finden auf der Bürgeralpe bereits Grabungsarbeiten für einen neuen Bike-Park an. „Der bestehende Bike-Park, der fürs breite Publikum doch zu schwer gewesen sein dürfte, wird saniert und mit zusätzlichen Trails erweitert. Dazu kommt ein eigener Kindertrail im Bereich der Sessellift-Talstation in St. Sebastian.“ Der Bikepark wird im Frühjahr 2027 in Betrieb gehen und im Herbst 2027 vollständig fertig sein.
Fokus auf Ganzjahresbetrieb
„Mit dem neuen Konzept wollen wir die saisonellen Randzeiten stärker bespielen. Im Winter bleibt der Fokus beim Skifahren, wir setzen aber bewusst auch auf alternative Gästeanreize wie eben den Gruselglanz, den Lichtzauber und dem Winterwandern“, erklärt Kleinhofer. Es soll mit einem attraktiven Ganzjahresangebot gelingen, den durch den Skibetrieb entstehenden finanziellen Abgang auszugleichen. „Deswegen wird es im Winter auch keine Großinvestitionen geben, es wird hauptsächlich in bestandserhaltene Maßnahmen investiert – und das ist teuer genug“, sagt Kleinhofer. Mit der Eröffnung des Holzknechtlandes vor 30 Jahren waren die Mariazeller faktisch die Erfinder des Sommerbetriebs auf klassischen Skibergen.

Bergwelle kommt wieder
Auch die Konzertreihe „Bergwelle“ kommt wieder zurück auf die Bürgeralpe. Heuer gab es bereits Konzerte mit den Edlseern, der Folkshilfe und Caro Fux, Thorsten Einarsson und Gert Steinbäcker. „Ab 2027 soll die Bergwelle fixer Bestandteil des Veranstaltungskalenders werden – mit einer vergrößerten Seetribüne mit einem Fassungsvermögen von ca. 2.000 Besuchern – auch die Wassershow kommt wieder zurück“, klärt Kleinhofer auf.
100-Jahr-Jubiläum
Das Jahr 2028 soll zum absoluten Belastungstest für die Bürgeralpe werden. In diesem Jahr soll einerseits 100 Jahre Bergbahnen mit großen Plänen auf der Bürgeralpe gefeiert werden – immerhin die drittälteste Gondelbahn in Österreich – andererseits soll die Betriebs Gesellschaft wirtschaftlich auf eigenen, soliden Beinen stehen. „Der neue Betreiber ist ein Segen für die Bürgeralm, bei all den guten Konzepten braucht es mittlerweile auch ,Glück’ bei den klimatischen Bedingungen. Ein verregneter Monat im Sommer oder massives Tauwetter im Winter können den wirtschaftlichen Erfolg in einer Saison bereits gefährden“, warnt Johann Kleinhofer.





