Klubobfrau Sandra Krautwaschl fordert Maßnahmen für Wasser und Boden ein – zuletzt bei einem Medientermin auf dem Pötschnerhof in Kapfenberg.
Die anhaltende Trockenheit wirkt sich zusehends auf die Landwirtschaft aus. Ob im Wald, auf den Äckern oder auch im Grünland, das Fehlen ausreichender Niederschläge macht sich negativ bemerkbar. Die Heuernte habe heuer in der ersten Mahd in etwa die Hälfte der üblichen Futtermasse hergegeben, sagt der Kapfenberger Biolandwirt Andreas Handlos. So wie ihm und seiner Familie daheim auf dem Pötschnerhof geht es Bauern quer durchs ganze Land.
Strategien auf dem Hof umgesetzt
Aufs geringere Futterangebot reagiert der Pötschnerhof mit einer Reduktion des Viehbestandes. Statt bisher 38 werden es mit Jahresende voraussichtlich 32 Milchkühe sein, so Handlos. „Eine Option ist natürlich auch Futterzukauf, aber auch der ist schwierig, weil ja alle weniger haben“, sagt er. Ans Wassermanagement auf dem Hof hat er schon vor Jahren beim Stallbau gedacht – Regenwasser vom Dach wird in einem 50.000 Liter fassenden Speicher gesammelt und für die Stallreinigung, für den Garten zur Gülleverdünnung verwendet. Fürs Mikroklima im Grünland setzt er Obstbäume auf den Wiesen. Der Maschineneinsatz auf dem Hof wird aufs Notwendigste reduziert, um Treibstoff zu sparen, Strom kommt zu einem großen Teil von der eigenen Photovoltaikanlage.
Strategien im Land gefordert
Politisch war Andreas Handlos viele Jahre für die ÖVP Kapfenberg aktiv. Ende 2024 legte er sein Gemeinderatsmandat zurück und gab wenig später seinen Wechsel zu den Grünen bekannt. Über die Auswirkungen der Trockenheit sprach er bei einem Medientermin auf dem Hof gemeinsam mit der steirischen Landtagsklubobfrau der Grünen Sandra Krautwaschl.
Was nützt uns Entbürokratisierung, wenn uns das Wasser ausgeht?
Sandra Krautwaschl
„Seit Monaten versuchen wir die Landesregierung zu überzeugen, dass wir dringend Handlungsbedarf haben, aber es wurde bislang alles vom Tisch gewischt“, sagte Krautwaschl. „Es reicht nicht, Wasserleitungen zu bauen, wir müssen unseren Umgang mit den Ressourcen Wasser und Boden komplett neu denken.“ Forderungen sind unter anderem ein drastisches Eindämmen der Bodenversiegelung und die Speicherung von Regenwasser in Zisternen nach Vorbild des niederösterreichischen Thayatals. Zudem die verpflichtende Installation von Regenwassersystemen bei Neubauten. „Rund ein Drittel des Trinkwassers geht in den Haushalten das Klo hinunter, da wäre der Einsatz von Brauchwasser dringend notwendig“, so die Klubobfrau. „Natürlich höre ich schon die Einwände, dass das bürokratisch wäre, wieder eine neue Vorschrift, die das Bauen komplizierter macht“, sagte Krautwaschl, „aber was nützt uns Entbürokratisierung, wenn uns das Wasser ausgeht?“





