Der dreizehnte August ist internationaler Tag der Linkshändigkeit. Der Leobener Dominik Dobaj beschäftigt sich beruflich mit der menschlichen Seitenpräferenz.
Seit genau 50 Jahren gilt der 13. August als internationaler Tag der Linkshändigkeit. Begründet hat ihn anno 1976 der US-Soldat Dean Richard Campbell. Dieser 13. war im damaligen Jahr ein Freitag – Campbell wählte ihn ganz bewusst als Seitenhieb auf Parallelen zwischen Aberglaube und Vorurteilen gegen Linkshänder.
„Zehn bis elf Prozent“
„Nimm die schöne Hand! – dieser Satz mag für viele nach einer längst vergangenen Zeit klingen. Doch auch heute erleben linkshändige Kinder noch bewusst oder unbewusst Situationen, in denen sie dazu gebracht werden, für das Schreiben die „schöne“, also die rechte Hand zu verwenden“, sagt der Leobener Dominik Dobaj, „und gerade beim Schuleintritt kann eine falsche Einschätzung der Händigkeit weitreichende Folgen haben.“ Dobaj ist Diplomsozialbetreuer im Kompetenzzentrum Leben-Lachen-Lernen in Leoben-Hinterberg und unterem auch zertifizierter Linkshänderberater. „Wissenschaftliche Untersuchungen kommen je nach Definition auf rund zehn bis elf Prozent eindeutig linkshändige Menschen“, sagt er. Gleichzeitig gebe es eine beträchtliche Gruppe mit schwacher oder gemischter Handpräferenz sowie Menschen, deren natürliche Händigkeit im Laufe ihrer Kindheit nicht entsprechend gelebt worden sei. „Entscheidend ist nicht, wie viele Menschen wir statistisch als Linkshänder bezeichnen, sondern wie viele Kinder ihre tatsächlich angelegte Händigkeit überhaupt erkennen und entwickeln dürfen“, so Dobaj.

Zwang raubt Freude
„Wird ein Kind dazu gebracht, entgegen seiner natürlichen Handpräferenz zu schreiben, kann dies zunächst ganz konkrete Auswirkungen auf die Schreibentwicklung haben“, so Dobaj. Zu den primären Folgen gehören dann beispielsweise erhöhte Anstrengung beim Schreiben, langsamere oder verkrampfte Schreibbewegungen, eine ungünstige Stifthaltung, Probleme mit der Schreibflüssigkeit und erhöhte Ermüdung. Daraus können sich sekundäre Folgen entwickeln: Unsicherheit, Frustration, Konzentrationsprobleme und generell eine geringere Freude am Schreiben und Lernen.
Standardisierter Test
Das Hinterberger Kompetenzzentrum bietet standardisierte Händigkeitsüberprüfungen nach der sogenannten Sattler-Methodik an (Kostenpunkt 100 Euro). Sie sollen Familien dabei unterstützen, die von Geburt an angelegte Händigkeit eines Kindes zu erkennen und zu fördern. „Ziel ist nicht, ein Kind zum Links- oder Rechtshänder zu machen, sondern herauszufinden, welche Hand seine natürliche Dominanz zeigt – und ihm anschließend die Möglichkeit zu geben, diese auch zu leben“, sagt Dominik Dobaj.





