Der ehemalige Tormann Erwin Galitschitsch, zuletzt Tormanntrainer beim Unterligist SV Thörl, hängt mit seinen bald 70 Jahren seine Handschuhe nun endgültig an den Nagel.
Am 29. Juli 2022 saß Tormann Erwin Galitschitsch beim 4:1-Auswärtssieg des SV Thörl mit 66 Jahren zum letzten Mal als Ersatztormann auf der Bank, sein letztes Spiel bestritt er mit 60 Jahren beim 4:0-Sieg seines damaligen Vereines SC Tragöß gegen den SV Oberaich in der Gebietsliga Mürz. Sein erstes Spiel bestritt er mit zehn Jahren, dazwischen liegen sehr viele Highlights, aber auch Tiefschläge.
Vom Kinderfußball bis in die 2. Division
Nach dem Kinder- und Jugendfußball führte ihn sein Weg über die Kapfenberg Amateure schließlich 1980 zum SV Thörl. Bereits 1981 folgte das Highlight, der SV Thörl (damals WSV Thörl) spielte unter Trainer Heinz Rieger am 18. August in der zweiten Runde des ÖFB-Cups gegen den SK VOEST Linz. Das Spiel endete nach einem Triplepack von Max Hagmayr mit einem 4:0-Sieg für die Linzer. Bei dieser Begegnung waren fast 2500 Zuseher am Thörler Sportplatz, bei den Linzern spielten neben Hagmayr noch die Nationalteamspieler Georg Zellhofer, Jürgen Werner, Willi Kreuz und Werner Gregoritsch. 1984 wurde der WSV Thörl Meister der Landesliga. In der Relegation zur zweiten Division setzte sich der Klub erfolgreich gegen den ATSV Steyrermühl und dem SV Feldkirchen durch. Die Thörler belegten in der ersten Saison den sechsten von 16 Plätzen, aufgrund einer Reduktion der Profi-Vereine von 32 auf 24 Teams war dieser Rang aber gleichbedeutend mit dem Wiederabstieg in die steirische Landesliga.

Über zehn Jahre Landesliga
Nach zehn Jahren Landesliga war es für Galitschitsch Zeit zu gehen: „Es war eine tolle Zeit, Kameradschaft wurde in Thörl immer sehr groß geschrieben“. Danach ging es zur KSV 1919 und anschließend zum SC Bruck/Mur, bei dem er in 26 Spielen nur zwölf Gegentreffer erhielt und dafür den „Goldenen Handschuh“ überreicht bekommen. Weitere Stationen folgten beim SV St. Marein-Lorenzen, dem SV Thörl, dem SV Turnau, Rapid Kapfenberg und Kindberg. Es gab aber auch Tiefschläge: „Im Jahr 2008 bekam ich ein neues Knie“. Aber auch danach spielte er noch bei SC Tragöß und dem SV Thörl. Zuletzt war er Tormann-Trainer beim SV Thörl: „Ich denke mit 70 kann man schon aufhören, wenn man 60 Jahre Fußball gespielt hat“, sagte er schmunzelnd. Doch zum Abschluss möchte er den jungen Nachwuchskickern noch etwas mitgeben: „Wichtig immer für den anderen da zu sein und vor allem an sich selber zu arbeiten und zu glauben, dann bringst du es auch zu etwas.“





