Die Trabocher Männerkochrunde kombiniert Genuss mit sozialem Engagement. Heuer zum vierten Mal auch in der deutschen Partnergemeinde Löwenstein.
„Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es“, lautet das wohl bekannteste Zitat des Schriftstellers Erich Kästner. Frech abgewandelt auf „Es gibt nichts Gutes, außer: Mann kocht es“, ließe es sich augenzwinkernd auf die Männerkochrunde Traboch anwenden – wobei, das Original trifft’s ebenfalls sehr gut. Denn die Herren haben ihr kulinarisches Hobby mit sozialem Mehrwert gewürzt und im Lauf der Jahre bei Veranstaltungen mehr als 32.000 Euro Spendengeld erkocht.
Erster Kurs 2005
Ihren Ausgang nahm die Geschichte der Männerkochrunde im Jahr 2005. „Damals haben sich rund 15 Hobbyköche mit Manfred Konrad von der Tourismusschule Bad Gleichenberg in der Hauptschule St. Michael zu einem ersten Kurs getroffen“, erzählen der langjährige Amtsleiter der Gemeinde Traboch Ewald Tauderer und der ehemalige Chef der Universaldruckerei Leoben Franz Loschat, beide seit dem ersten Zwiebelschneiden mit dabei. Dreimal pro Jahr traf man sich in der Folge zu diesen Kochkursen, bis 2008 die Idee geboren wurde, eine Benefizveranstaltung durchzuführen. Im Werkshotel Donawitz verköstigten die Trabocher Männer unter Konrads Anleitung und mit Service-Unterstützung durch Gleichenberger und Semmeringer SchülerInnen 126 Personen. „Hilfe für Andreas“, lautete das Motto, der Erlös ging an einen Burschen, der durch einen Badeunfall stark eingeschränkt war.

Aktiv in der Region
Seit 2010 ist die Männerkochrunde als Verein organisiert, als Obmann fungiert seit der Gründung Ewald Tauderer. „Der Großteil der ursprünglichen Partie ist bis heute mit dabei“, sagen Tauderer und Loschat. Weitere Benefizabende in der Region fanden 2011 im Stockschloss Trofaiach, 2016 bei der Lebenshilfe Trofaiach, 2018 und 2019 im Hotel Kongress Leoben sowie 2025 abermals bei der Lebenshilfe Trofaiach statt. Zudem bringt sich die Männerkochrunde aktiv ins Vereinsleben der Gemeinde Traboch ein, beim Dorffest und im Adventdorf ist sie stets mit einem Stand vertreten. Und dass sie nicht nur Geschmäcker treffen, sondern auch Dauben, zeigen die Herren gerne bei örtlichen Stocksportmeisterschaften.

Exportschlager
Zu den Kochveranstaltungen in der Region kamen bisher drei Genussabende in der Partnergemeinde Löwenstein in Baden-Württemberg. Heuer wird dort am 24. Juli ein viertes Mal steirisch aufgekocht. Und ein viertes Mal im Geißhölzle Casino, dem Gastrobereich der Klinik Löwenstein. 2011 hatten der Geschäftsführer der Klinik Dieter Bopp und der Leiter der Klinikküche Otto Vogelmann das erste Gastspiel angeregt.
Heuer mit Willi Haider
Als Kochprofi reist am 24. Juli die steirische Küchenlegende Willi Haider mit, einst der erste Zweihaubenkoch im Land. Acht Gänge stehen auf dem Menü, das die Trabocher Hobbyköche gemeinsam mit ihm ausgetüftelt haben. Gezaubert wird unter anderem mit Äpfeln, Grammeln, Kürbiskernen (und Öl freilich), Hendl, Verhackert, Wildschwein, Käferbohnen und vielen weiteren Schätzen. Und selbstverständlich gibt’s keine Quarkklöße, sondern Topfenknödel, Eierschwammerl statt Pfifferlinge und Paradeiser statt Tomaten. Auch die Genussabende in Löwenstein sind als Benefizveranstaltungen deklariert, als Botschafter der Region schließt sich der Vorsitzende des Tourismusverbands Erzberg-Leoben Rudolf Tischhart an.





