Gerlinde Lenger war die erste Bezirkskapellmeisterin der Steiermark. Am 6. März 2026 wurde ihr von der Stadt der Liselotte-Zechner-Frauenpreis verliehen.
Zwei Tage vor dem internationalen Frauentag fand im Kammermusiksaal der Brucker Musikschule die feierliche Verleihung des 5. Liselotte-Zechner-Frauenpreises statt. Die Auszeichnung stand heuer unter dem Motto „Frauen im Fokus von Kunst und Kultur“ und würdigte Frauen, die mit ihrem künstlerischen, kulturellen und gesellschaftlichen Wirken das Leben in Bruck an der Mur nachhaltig prägen. Preisträgerin ist Gerlinde Lenger, Klarinettistin, Kapellmeisterin und Musikpädagogin.
Die Preisträgerin
Die Jury hatte sich nach intensiver Beratung für Gerlinde Lenger entschieden, da sie eine der prägendsten Persönlichkeiten der regionalen Blasmusik sei. Die Auszeichnung gilt ihrem jahrzehntelangen Engagement für die Musik, ihrer pädagogischen Arbeit und ihrem Einsatz für die Gleichberechtigung. Als erste Bezirkskapellmeisterin der Steiermark setzte sie ein starkes Zeichen für Frauen in der Blasmusik und rief das Bezirks‑Damen‑Orchester ins Leben, das bis heute Musikerinnen eine Bühne bietet. Ihre Arbeit verbindet künstlerische Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung – und macht sie zu einer inspirierenden Persönlichkeit für kommende Generationen, heißt es in der Begründung.

Acht Nominierte
Neben Gerlinde Lenger waren sieben weitere Frauen nominiert, die zum kulturellen Leben in der Stadt Bruck beitragen: Die Kunstförderin und Betreiberin der Galerie RO34 Christine Pantak, die Violinistin, Bratschistin und Musikpädagogin Heidemarie Berliz‑Schaumann, die junge inklusive Künstlerin und Peertrainerin in Ausbildung Alina Eibisberger, Keramik und Objektkünstlerin Eva Nömayr alias „EvArt“, die langjährige Kulturverantwortliche der Stadt und ebenfalls Keramikkünstlerin Waltraud Gaber‑Riedel, die Textil- und Druckgrafikerin sowie Erwachsenenbildnerin Hannelore Fasser und Raku-Keramikerin Herta Weihs.

„Vorbilder“ und „keine Selbstverständlichkeit“
„Der Liselotte‑Zechner‑Frauenpreis zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie stark, vielfältig und prägend Frauen das Leben unserer Stadt gestalten. Die Nominierten stehen für Mut, Kreativität und Ausdauer – jede einzelne von ihnen ist ein Gewinn für Bruck an der Mur und ein Vorbild für kommende Generationen“, sagte Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger bei der Preisverleihung. Frauenreferentin Carina Mayerhofer-Leitner hatte in ihrer Eröffnungsrede an den sogenannten „Mathilda-Effekt“ erinnert, darunter ist systematische Unsichtbarmachung weiblicher Leistungen in Kunst und Kultur zu verstehen. Sie verwies darauf, dass Werke von Künstlerinnen in großen Museen noch immer unterrepräsentiert seien und dass Frauenrechte weltweit zunehmend unter Druck geraten. „Rechte sind keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen sie täglich verteidigen, sonst werden sie uns genommen“, so Mayerhofer‑Leitner. Der Frauenpreis sei daher nicht nur eine Auszeichnung, sondern ein bewusstes Zeichen für Sichtbarkeit, Anerkennung und kulturelle Teilhabe




