Obersteirische Rundschau, 18./19. November 2020, Ausgabe Leoben

Seite 24 18./19. November 2020 WERBUNG www.rundschau-medien.at LEOBEN Leoben. Der Geschäftsführer der Leoben Holding Günter Leitner im Gespräch. Obersteirische Rundschau: Wel- cher Schwerpunkt im Wirt- schaftsservice der Leoben Hol- ding ist derzeit besonders ge- fragt, gibt’s einen Spitzenreiter? Günter Leitner: Auf super Reso- nanz ist das Konzept der Pop- up-Stores Leoben gestoßen, damit scheinen wir viel mehr als bloß eine kleine Nische getroffen zu haben. Wir ha- ben auch gerade wieder einen neuen dazubekommen. Das Format erlaubt, etwas auszu- probieren und zu schauen, ob das Angebot ankommt. Wenn’s so ist, dann ist es eine super Sa- che, vielleicht bleibt man sogar – ist ja auch schon geschehen. Wenn’s nicht so ist, passt’s auch, und man kann sich geordnet wieder zurückziehen. Rundschau: Schon ge- schehen, sagten Sie. Eine fixe Ansiedelung ist draus hervorge- gangen? Leitner: Zwei dauer- hafte sind es. Bianca Portner hat mit ihrem Textilhandel mit ei- nem Pop-up-Store begonnen, ebenso Alexandra Wurm mit Kunst und Schmuck. Es wird hoffentlich immer wieder ein- mal so sein, wir haben uns aber kein bestimmtes Ziel gesetzt. Wenn’s passt, dann passt’s. Rundschau: Der neue Pop-up- Store, der jetzt startet, geht vom Angebot in welche Rich- tung? Leitner: Es sind drei Kunsthand- werkerinnen, die Dekorations- elemente unter anderem aus Keramik und Glas, aber auch aus Seife, anfertigen. Rundschau: Ist das wieder eine Fläche direkt im Zentrum? Leitner: Ja, das Modell Pop-up- Store ist auf die Innenstadt ausgelegt. Wir gehen bewusst in die besten Lagen. Der Unter- nehmer kann dort gut handeln und arbeiten, dem Stadtleben bringt es Attraktivität. Rundschau: Inwiefern greift das Thema Pop-up-Store ineinan- der mit der Gründerberatung? Leitner: Nicht zwingend, aber faktisch schon, zumindest teilweise. Es gibt Dienstleister, die werden nie ein Geschäft in dem Sinn aufmachen, die aber dennoch eine Gr ünd e r b e r a t ung brauchen. Die Bera- tung ist ein Werkzeug in der Betriebsansie- delung, eines unter vielen. Mit der AreaM Styria, einer Tochter- gesellschaft von uns und der Stadt Kap- fenberg, schaffen wir städteübergreifend auch ein Gründermilieu, das Austausch und gegenseitige Unterstützung zwischen Jung- unternehmern ermöglicht. Rundschau: Sie haben das „Aus- probieren“ quasi bei über- schaubarem Risiko als Vorteil der Pop-up-Stores angespro- chen. Risiko ist aktuell ein we- sentlicher Faktor, wirkt sich die Coronakrise auf die Grün- dungsintensität aus? Leitner: Nein. Laut Lehrbuch müsste sie es eigentlich tun, bei uns ist ein Faktor jedoch völlig anders: Es gibt in der Oberstei- ermark Ost so starke Betriebe, dass die Gründungsintensität gering bleibt. Das heißt, der junge Innovator hat weniger den Antrieb, selbst zu gründen, weil er auch unselbstständig sehr gute Jobs ausüben kann. Ein zweiter Ansatz wäre, dass es in Krisen Verzweiflungs- gründungen gibt, sprich, von Leuten, die sich darin irgend- wo noch einen Anker sehen. Auch den Effekt beobachten wir nicht, es sind keinesfalls schlechtere oder unausgegore- ne Gründungen da. Rundschau: Wie ausgegoren ist das Modulhallen-Projekt auf dem Prettachfeld? Leitner: Ich habe bei der Ein- stiegsfrage nach dem am bes- ten nachgefragten Angebot genau deswegen kurz gezögert, ich hätte statt der Pop-up- Stores auch die Hallenmodule nennen können. Erst vergan- geneWoche gab es ein weiteres Gespräch mit dem Bauträger und einem Interessenten. Der Status, den ich jetzt auf den Plänen gesehen habe, deutet auf Vollauslastung hin. Es geht in die Schlussverhandlungen, der nächste Schritt ist der Bau. Rundschau: Vollauslastung be- deutet welche Fläche? Leitner: Die Stadt Leoben hat ein Baurecht auf 8600 Quadrat- metern Grund eingeräumt. Rundschau: Wann werden die Bagger auffahren? Leitner: Je nach Witterung wäre das noch im Herbst oder Win- ter denkbar. Es ist maximal eine Frage von Monaten. Rundschau: Wir unterhalten uns hier im Gewerbezentrum Leoben am Prettachfeld. Wie sieht’s aus mit der Vermarktung der bestehenden Gründerflä- chen direkt im Haus? Leitner: Da ist viel Bewegung drin, und das ist gut so. Ver- „Leoben hat kein Technologiezentrum, „Viel Bewegung drin, und das ist gut so“ – Günter Leitner beim Gespräch mit der Obersteirischen Rundschau im Gewerbezentrum Leoben. Foto: KD Zitiert „In gewisser Weise ist auch Vernetzung eine Art der Förderung, wenn auch nicht im klassi- schen Sinn.“ Günter Leitner

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